1 Comic, 2 Meinungen: DIE FARBE DER DINGE

Von Beate Geibel und Ricarda Eichler

Am 11. März 2020 im Verlag Edition Moderne erschienen, ist DIE FARBE DER DINGE ein ganzes Genre für sich. Man kann das vorliegende Buch schlecht Comic nennen – es erfüllt wohl kaum die Erwartungen, die die meisten an diesen Begriff stellen würden. Ich glaube mit Graphic Novel sind wir am nähesten dran. Eine Graphic Novel im Stil von Infografiken. Heruntergebrochen aufs Wesentliche. Unterschiede liegen oft im Detail, oder eben in der Farbe der Dinge.

Die Farbe der Dinge

Über den Autor Martin Panchaud

Die Farbe der Dinge


Martin Panchaud, 1982 in Genf geboren, lebt heute in Zürich. Als Comiczeichner arbeitet er auf Papier und online, immer auf der Suche nach neuen Kommunikationsformen. Seine
Star Wars, A new hope“-Adaptation in einer einzigen, riesengrossen Zeichnung zum Scrollen wurde millionenfach runtergeladen, nachdem es Luke Skywalker-Darsteller Mark Hamill gelobt hatte.


Darum geht’s in DIE FARBE DER DINGE

Die Mutter liegt im Koma, der Vater ist auf der Flucht — wie soll der kleine Simon nun an seinen Millionengewinn gelangen, den er als Minderjähringer gar nicht in Empfang nehmen kann? Ein spannendes Sozialdrama, auf ebenso überraschende wie originelle Art nicht via Zeichnungen sondern durch Infografiken erzählt!

Beates Meinung als Microfazit 

 

Und Ricardas Meinung

Ich muss Beate da vollkommen widersprechen – schwer zu lesen? Das ganze Gegenteil. Es sind Infografiken und demnach ist jede Seite eigentlich wirklich aufs wesentliche runtergebrochen. Man muss Acht geben – auf die Farbe der Dinge. Und selbst das ist so runtergebrochen, wie es nur geht. Die kleinen Kreise, die für die einzelnen Protagonisten stehen, haben Farben. Ihre Rahmen haben Farben. Alle Farbschemata sind fest definiert. Selbst beim Eintreten neuer Handlungselemente, wie einer Waffe oder einem Taser wird diese zunächst per Infografik auseinander genommen. Wie in einer Anleitung.

Panchaud ist Dyslektiker und braucht daher für sich selbst diese Art der Gestaltung – mehr Bild als Text, aber nicht genug Bild, um ein reiner Comic zu sein. Doch dank der Unterstützung seines Verlags und Teams gelang es ihm dennoch eine spannende Geschichte zu erzählen, bei der man durchaus mitfiebert wie sie endet. Was hat es jetzt mit diesem verdammten Wal auf sich? Und macht Geld nun eigentlich glücklich? Ist alles wirklich so simpel wie es anfangs scheint?

Wenn ihr bei Ikea-Anleitungen einen Koller bekommt – dann ist das sicher nichts für euch. Doch wer sich darauf einlassen kann und will, dem liegt hier ein wahnsinnig spannendes und innovatives Buch vor.

Dafür geb ich 10 von 10 Punkten.
Bin gespannt was Panchaud als nächtes raus haut!

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