Bombshell

1 Film, 2 Meinungen – Filmkritik zu BOMBSHELL (DVD)

Von Dominique Derix und Ricarda Eichler

Am heutigen 4. Juni 2020 erscheint der Film BOMBSHELL auf DVD und Blu-Ray bei EuroVideo Medien. Gewinnen könnt Ihr eine davon bei unserem Gewinnspiel hier. Wer zunächst wissen will, worum es geht – und was wir vom Film halten, bitte folgen!

Zum Inhalt von BOMBSHELL

Megyn Kelly (Charlize Theron) ist das Aushängeschild von Fox News: blond, attraktiv und sexy. Schöne Beine sind bei Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) gefragter als investigativer Journalismus. Als ihre gestandene Kollegin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) sich weigert, länger die TV-Barbie zu geben, wird ihr gekündigt, woraufhin sie Ailes wegen sexueller Belästigung verklagt. Megyn bleibt zunächst verdächtig neutral und die ehrgeizige Redakteurin Kayla Pospisil (Margot Robbie), die hinter Rogers Bürotür aufgestiegen ist, schweigt. Aber wie lange noch?

Dominiques Meinung

In den Momenten, in denen die Frauen zweifeln und merken, dass sie handeln müssen – für sich und für andere – ist BOMBSHELL für mich am packendsten. Das sind die Momente, in denen der Film die wichtige Botschaft rüber bringt, dass man niemals wirklich alleine ist und sich auch nicht alles gefallen lassen muss und schon gar nicht sollte. Leider fällt es mir den ganzen Film über nicht so einfach mich in die Hauptfiguren hineinzuversetzen. Dies liegt zum einen an den Charakteren selbst, die mir nicht so recht sympathisch werden wollen, aber auch am Schnitt des Films.

Sehr schade, denn die Botschaft wäre sicher etwas tiefer verinnerlicht worden, wenn man mitfühlt. An der schauspielerischen Performance der Hauptcharaktere ist für mich nichts auszusetzen, die Rollen habe ich jedem Einzelnen abgenommen. In der Masse war der Film mir leider etwas zu hektisch. Man verpasst leicht ein kleines, aber wichtiges Detail und man kann sich in keine Geschichte tiefer hineinversetzten.

Dominiques Fazit

Trotz allem empfinde ich BOMBSHELL als einen sehenswerten Film, mit wichtiger Botschaft und guten Schauspielern. Jedoch ist mir an manchen Stellen der Schnitt einfach zu hektisch, wodurch ich das Gefühl hatte Infos zu verpassen. Daher 7 von 10 Punkten.

Ricardas Meinung

Der Film BOMBSHELL schlägt ein wie eine Bombe – und erfüllt damit schon mal seine Ausgangsbehauptung. Der Skandal um Roger Ailes galt nicht umsonst als einer der frühen Startpunkte der #METOO Bewegung. Diesem Moment und seiner Tragweite gerecht zu werden ist keine leichte Aufgabe. Jay Roach hat sich dieser dennoch mit Bravour gestellt.

Der Film strahlt eine sehr beklemmende Atmosphäre irgendwo zwischen Doku und Re-Inszenierung aus. Das meiste was wir sehen, inklusive der meisten Charaktere beruht auf wahren Begebenheiten. Die größte kreative Freiheit besteht in Margot Robbies Charakter Kayla. Doch steht sie letztlich für eine Vielzahl an „kleineren“ FOX Mitarbeiterinnen.

Interessanterweise fiel mir zu Beginn des Films noch das positive Arbeitsklima bei FOX auf: Endlich mal Frauen die Frauen unterstützen. Die nett zueinander scheinen statt sich hinterrücks zu erstechen, wie man es in der Medienwelt erwarten würde. Doch diese Fassade bröckelt schnell. Sobald die erste der drei Leading Ladies ihre „Anschuldigungen“ gegen Ailes veröffentlicht, wird mit allen Mitteln versucht sie nieder zu machen. Und so geht es zunächst auch ihren zögerlichen Nachfolgerinnen.

Wer Macht und Geld hat, dem fällt es leicht Beweise verschwinden oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dagegen kommt eine Anschuldigung schwer an. Dagegen kommen auch noch zehn Anschuldigungen schwer an. Die Opfer werden zu den Schuldigen gemacht, welche nur auf Geld und Aufmerksamkeit aus sind. Frauen, die sich erst später trauen sich anzuschließen, sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert wie

„Warum fällt denen das jetzt erst ein?“.

Ich möchte da eigentlich nur im Strahl brechen.

Ricardas Fazit

Es gibt viele Gründe im Strahl zu brechen. Sexismus. Sexuelle Gewalt. Rassismus. Trump…
Der Film BOMBSHELL ist keiner davon. Das Format der Fast-Doku sowie die schauspielerischen Leistungen können auf voller Linie überzeugen. Mit einem phänomenalen Cast wie diesem konnte da auch wenig schief gehen. Auch wenn ich Charlize Theron fast nicht erkannt hätte! Um ihren realen Vorlagen so ähnlich wie möglich zu sehen wurde da schon recht arg getrickst!

Bewegender Film, den man gesehen haben sollte! 9 von 10 Punkten (1 Punkt Abzug wegen durch die Thematik hervorgerufener allgemeiner Aggression).

P.S. Wer es in dem Zuge tatsächlich noch nicht gesehen haben sollte, schaut sich spätestens jetzt bitte Joko & Claas letzte 15 Minuten an:

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