BERLINALE – Kulinarisches Kino: CHEF FLYNN (Review)

In der BERLINALE Sektion „Kulinarisches Kino“ feierte CHEF FLYNN seine internationale Premiere.

In der Dokumentation geht es um den 19 jährigen Flynn McGarry, der mit großer Leidenschaft kocht und mittlerweile sein eigenes Restaurant in New York City eröffnet hat.

Ich habe sie mir am Tag nach der Premiere, im ebenso fast ausverkauften IMAX angeschaut

Aufgewachsen in Los Angeles, begann Flynn mit 10 Jahren das Wohnzimmer in ein Pop-up Restaurant namens „Eureka“ zu verwandeln. Die Dokumentation zeigt viele original Filmaufnahmen, die seine Mutter selbst gedreht hat.

Mich hat begeistert, mit welcher Passion er dem Kochen und dem Lernen nachging. Er lernte viel von anderen Köchen und optimierte es nach seinen Vorstellungen. Bald wurde ihm klar, dass er zu wenig Zeit für seine Leidenschaft hatte und die Schule zu viel Zeit in Anspruch nahm, daher bat Flynn seine Mutter homeschooling machen zu dürfen (homeschooling ist in den USA u.a. in Form von Selbststudium mittels High School Programm möglich). Flynns Schwester ging weiterhin normal auf die High School und später ans College. Während Flynn viel Zeit damit verbrachte, sich jede mögliche Food Show anzuschauen und eigene Rezepte zu schreiben.

Mich hat Flynns Klarheit und Beharrlichkeit zu seinem Traum begeistert. Mit viel Liebe zum Detail kreiert er nicht nur seine Menüs, sondern wählt auch die besten Zutaten aus. Nicht nur seine Familie und Nachbarn waren begeistert, auch Starkoch Daniel Humm (Eleven Madison Park, New York City) ist von Flynn’s Können beeindruckt.

Die New Yorker Presse feierte ihn als „kulinarisches Wunderkind“. Aber, dass im Social Media Zeitalter auch viele Hater auf den Plan gerufen werden, muss Flynn leider auch erleben. Die Up’s und Down’s der Öffentlichkeit.

Flynns Mutter hilft ihm wo sie nur kann, ist lange Zeit seine Managerin und verliert sich dabei ein wenig selbst, bis sie spürt, dass auch sie wieder mehr Zeit für sich braucht.

Regisseur Cameron Yates hat die Familie 6 Jahre lang begleitet und gibt uns mit eigenem Material und den persönlichen Aufnahmen von Meg McGarry aus dem Familienarchiv, ein Portrait des jungen Stars, sowie den Herausforderungen der Mutterschaft.

Eine, wie ich finde, ganz tolle Dokumentation über die Erfolgsgeschichte eines Jungen, der selbstbestimmt seinen Weg geht. Eine Geschichte, die uns alle inspirieren kann, vorallem aber die Kids

Am Ende des Films gab es Beifall aus dem fast ausverkauften IMAX und das Filmteam samt Flynn und seiner Mutter Meg stand noch Rede und Antwort. Auch draussen vor dem Kino, stand ich noch zufällig eine Weile bei Ihnen – ein ganz normaler, symphatischer junger Mann.

 

Von mir, als Mutter von Jungs im gleichen Alter und Aktivistin für selbstbestimmtes Lernen, gibt es 10/10 Punkten

Wir dürfen auf Flynn McGarrys weiteren Weg gespannt sein. Sein erstes eigenes Restaurant GEM (was Juwel heißt aber auch rückwärts der Name seiner Mutter ist) findet ihr hier

Flynn sagt, ihm sei bei seinem Restaurant – welches aus einem Living und einem Dining Room besteht – wichtig, dass es sich anfühlt, als wäre man auf einer Dinner Party. Man soll sich wohl fühlen und kann mit anderen ins Gespräch kommen, wenn man möchte.

CHEF FLYNN

dokumentarische Form – 83 Minuten

Regie Cameron Yates
Kamera Paul Yee
Montage Hannah Buck
Musik Holy Ghost!
Sound Design Leslie Shatz
Ausführender Produzent Philipp Engelhorn
Produzentin Laura Coxson

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