1 Film, 2 Meinungen: „BOHEMIAN RHAPSODY“ Film-Review

Am 31. Oktober ist es endlich soweit und Bohemian Rhapsody startet in den deutschen Kinos!

Wir durften nicht nur ein tolles Interview mit Darsteller Gwilym Lee führen, sondern den Film auch vorher schon beäugen – und soviel sei gesagt: they DID rock us!

Bevor wir zur eigentlichen Film-Review kommen, hier der Kurzinhalt:

BOHEMIAN RHAPSODY feiert auf mitreißende Art die Rockband Queen, ihre Musik und ihren außergewöhnlichen Leadsänger Freddie Mercury. Freddie Mercury widersetzte sich Klischees, trotzte Konventionen und wurde so zu einem der beliebtesten Entertainer der Welt.

Der Film erzählt vom kometenhaften Aufstieg der Band durch ihre einzigartigen Songs und ihren revolutionären Sound. Sie haben beispiellosen Erfolg, bis Mercury, dessen Lebensstil außer Kontrolle gerät, sich unerwartet von Queen abwendet, um seine Solokarriere zu starten.

Freddie, der sehr unter der Trennung litt, gelingt es gerade noch rechtzeitig, die Band für das „Live Aid”-Konzert wieder zu vereinigen. Trotz seiner AIDS-Diagnose beflügelt er die Band zu einem der herausragendsten Konzerte in der Geschichte der Rockmusik.

Queen zementiert damit das Vermächtnis einer Band, die bis heute Außenseiter, Träumer und Musikliebhaber gleichermaßen inspiriert.

Vor dem Film-Review, kommt der Trailer:

Kommen wir nun zum Film-Review:

Was Ricarda sagt…

Wie bereits im Fließtext vor meinem Interview verkündet, regt dieser Film absolut zum unkontrollierten mitwippen ein! Ich als bekennender Queen Fan konnte dabei natürlich jeden Song mitsingen – aber auch nicht Queen Fans sollen hier auf ihre Kosten kommen! Wenn die Band spielt, fühlt man sich einfach fast, wie als würde man Konzertausschnitte der echten Queen sehen.

Neben dem Musikfilm-Feeling ist Bohemian Rhapsody aber gleichzeitig ein bewegender biographischer Film über Queen im Allgemeinen und Freddie Mercury im Detail. Der geborene Farrohk Bulsara wird dabei vom bodenständigen Gepäckmitarbeiter am Flughafen bis zur abgedrehten Stil-Ikone und Diva einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten begleitet.

Rami Malek ist dabei, wie ich finde, wie für die Rolle gemacht! Malek wirkt in Interviews auch oft etwas „socially awkward“ und dennoch irgendwie als geborener Entertainer. Damit hat der den anderen Darstellern, welche für diese Rolle einst im Gespräch waren einiges voraus. Einem Sacha Baron Cohen oder Adam Lambert fehlt da einfach irgendwie das Bodenständige, was doch auch Freddie irgendwie zu etwas ganz Besonderem machte.

Ein witziges Gimmick des Films, ist außerdem die Besetzung von Mike Meyers als fiktiven Plattenlabel-Boss Ray Foster, welcher sich weigert Bohemian Rhapsody als Single-Auskopplung zu veröffentlichen – da

„kein Radiosender einen 6 Minuten Song spielen wird“.

Dabei ist Mike Myers im echten Leben ja quasi mitverantwortlich für den heutigen Ruhm des Songs! Die legendäre Autoszene aus Wayne’s World rief den Song 17 Jahre nach Original-Release wieder auf die Bildfläche und diente unter anderem Brian May Darsteller Gwilym Lee als Einstiegsdroge zu Queens Musik.

Mein Fazit: man tanzt, man singt mit, man lacht, man weint – was könnte man sich mehr von einem Film erwünschen?

Absolut verdiente 10 von 10 Punkten!

Was Beate sagt…

Es grenzt schon an ein kleines Wunder, das Bohemian Rapsody überhaupt zustande gekommen ist und noch dazu, in einer unglaublichen Geschwindigkeit.

Hier eine kurze Chronologie der Ereignisse:

2010 Bekanntgabe der Verfilmung durch Brian May
2011-2013 Suche nach der „richtigen“ Besetzung & Drehbuchautoren
2013 Abspringen des Freddie-Kandidaten Sacha Baron Cohen & Verpflichtung von Anthony McCarten als Drehbuchautor
11/2016 Entscheidung für Rami Malek als Freddie Mercury
6/2017 Beginn der Dreharbeiten
12/2017 Regisseur Bryan Singer wird vom Studio gefeuert und Dexter Fletcher wird für das letzte noch zu drehende Drittel der Cinematography als Regisseur verpflichtet
1/2018 Dreharbeiten beendet
Herbst 2018 Weltweite Veröffentlichung des Filmes

Also nicht die besten Voraussetzungen, das klingt nach Stückwerk, Chaos und vorprogrammiertem Scheitern.

Weit gefehlt.

Bohemian Rapsody wirkt in jeder Minute wie aus einem Guss, egal ob Kostüme, Besetzung, Kulissen oder Bildsprache und ist ein in sich schlüssiger Film geworden.

Es ist eine prachtvolle Homage an eine der einflussreichsten Bands aller Zeiten und ihren einzigartigen Zeremonienmeister, Freddie Mercury.

Man hätte den Fokus des Filmes auch zugunsten der düsteren Seiten des Privatlebens der Mitglieder verschieben und die gesellschaftlichen Auswirkungen von AIDS im Kontext mit Mercury’s eigener Erkrankung beleuchten können.

Echte Hardcore Queen Fans werden zudem sicherlich inhaltliche Kritikpunkte in Bezug auf Authenzität finden.

Der Entschluss, die Band und ihre Musik in den Mittelpunkt dieses Biopics zu stellen, ist auf jeden Fall die Familien freundlichere Variante; er wird dadurch ein breiteres Publikum ansprechen.

Mich hat der Film vor allem dann überzeugt, wenn er ganz leise wurde, wenn die Musik in den Hintergrund tritt, um dem Menschen mit all seinen Dämonen den Raum zu überlassen.

In diesen Momenten wird aus prächtigem Entertainment ohne echte Tiefe, ein aufwühlendes Stück Wahrhaftigkeit, das im Inneren einen Widerhall findet.

Außerdem wird sich Rami Malek für seine einfühlsame Performance über Nominierungen bei den Baftas, Emmys und dem Oscar freuen dürfen.

Fazit: Prächtige Unterhaltung, die berührt und verführt, nicht nur für Queen Fans.

Daher: 10/10 Goldblums

PS. Hier ein kleines Gooddie: Unser Interview mit einem der Hauptdarsteler Gwillym Lee:

 

 

Bildmaterial (c) Twentieth Century Fox

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