Film Review: PASSAGIER 23 (auf RTL)

Darum geht’s in PASSAGIER 23:

Der Polizeipsychologe Martin Schwartz (Lucas Gregorowicz) hat vor fünf Jahren seine Frau und seinen Sohn während einer Reise auf dem Kreuzfahrtschiff Sirius verloren. Niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Nun holt ihn die Vergangenheit ein. Wieder sind eine Mutter und ihr Kind auf hoher See an Bord der Sirius verschwunden. Und obwohl Martin nie wieder einen Fuß auf ein Schiff setzen wollte, folgt er dem mysteriösen Hinweis, denn etwas ist diesmal anders: Das Kind ist wieder aufgetaucht-mit dem Teddy von Martins Sohn im Arm!

Der Film entstand nach der Vorlage des Thrillers von Sebastian Fitzek. Produziert wurde „Passagier 23“ von Barbara Thielen (Zieglerfilm Köln, „Die Puppenspieler), Regie führte Alexander Dierbach („Tannback-Schicksal eines Dorfes“). Das Drehbuch stammt von Miriam Rechel („Doc meets Dorf“). Gedreht wurde der 116-minütige Thriller an Bord eines Kreuzfahrtschiffes und in Köln und Berlin.

Vor der Filmkritik kommt der Trailer:

Hier nun die Filmkritik:

Eines vorweg: Ich persönlich habe den Thriller von Sebastian Fitzek weder gelesen, noch ist mir eine der Theateradaptionen der Geschichte bekannt. Von daher habe ich den Film völlig unbeeinflusst und ohne Kenntnis der Handlung gesehen.

PASSAGIER 23 lebt in erster Linie von einem starken Hauptdarsteller (Lucas Gregorowicz) und guten Bildern. Auch dass der Film weitestgehend auf einem Kreuzfahrtschiff gedreht wurde übermittelt durch den realen Bezug sowohl den Flair als auch die Gewaltigkeit eines solchen Schiffes und unterstützt die Stimmung des Geschehens. Zudem wird der Zuschauer an Orte des Schiffes geführt, die man in der Regel nicht sieht.

Die Figurenzeichnung hingegen ist teilweise schwach, so auch die Dialoge. Die Figur der Thriller-Autorin oder besser gesagt die Idee der Figur der Thriller-Autorin wird von Judy Winter meist gewollt und bemüht verkörpert. Ebenfalls die Figur der Naomie Lamar (Kim Riedle) Mutter der kleinen Anouk (Annalee Ranft). Ihre Konfliktsituation wirkt nach Schema, zu einseitig und macht die spätere Erklärung leider nicht überraschend sondern eher unglaubwürdig. Auch die Dialoge zwischen Julia Stiller (Liane Forestieri) und ihrer Tochter Lisa (Mercedes Müller) fühlen sich teilweise sehr konstruiert an, wobei ich das dem Drehbuch zuschreibe, nicht den Darstellern. Es sind eher diese typischen Mutter/Tochter Problemsätze, die man schon so oft gehört hat und die abgedroschen klingen. Im Verlauf der Geschichte machen es leider die zum Teil harten Schnitte und Sprünge im Drehbuch zunehmend schwerer, der Geschichte bzw. deren Auflösung zu folgen, die Dramaturgie ist abgehackt und nicht im Fluss.

Dennoch hat Alexander Dierbach insgesamt die Geschichte spannend, bildgewaltig und qualitativ hochwertig inszeniert. Der Spannungsbogen erhöht sich stetig und man bleibt dran. Lucas Gregorowicz schafft es mühelos, den Film zu tragen und die Entwicklung der Hauptfigur bleibt glaubhaft.

Insgesamt bietet PASSAGIER 23 also auf jeden Fall gute Unterhaltung zur besten Sendezeit.

Fazit: Empfehlenswert! Trotz gelegentlichem Flachwasser spannend.

7/10 Punkten

Wo? PASSAGIER 23 – Verschwunden auf hoher See am Donnerstag, 13. Dezember 2018, um 20.15 Uhr auf RTL

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