Filmkritik: DEM HORIZONT SO NAH

Was, wenn du die Liebe deines Lebens triffst und weißt, dass dir nur wenig Zeit bleibt?

Die 18-jährige Jessica ist jung, liebt das Leben und hat Aussichten auf eine vielversprechende Zukunft, als sie sich eines Tages Hals über Kopf in Danny verliebt. Er ist gutaussehend, charmant und selbstbewusst, doch hinter der perfekten Fassade liegt ein dunkles Geheimnis. Und schon bald muss Jessica einsehen, dass es die gemeinsame Zukunft, von der sie geträumt hat, so nicht geben wird. Doch eins ist für sie klar: Sie glaubt an diese Liebe und an Danny. Und sie wird für ihn und diese Liebe kämpfen. Denn am Ende kommt es nicht darauf an, wie lange man geliebt hat, sondern wie tief

Nicht einfach nur eine Liebesgeschichte – Mein Fazit:

Große Gefühle, eine dramatische Geschichte – so kennen wir das Genre ABER hier handelt es sich um eine wahre Geschichte. Echte Gefühle die damals zwischen Danny (Jannik Schümann ) und Jessica ( Luna Wedler) waren, echte traumatische Erfahrungen die Danny und Tina ( Luise Befort) machen mussten und echte, viel zu schwere Entscheidungen, die Jessica in so jungen Jahren traf.

Wer das Buch von Jessica Koch nicht kennt, der darf sich über einige spannende Momente freuen. DEM HORIZONT SO NAH hat alles, was wir uns in dem Genre auf der Kinoleinwand wünschen.

Ein Schauspieler-Ensemble das ganz wunderbar harmoniert, eine richtig gute Story, große Emotionen und einen fantastischen Score, für den Michael Kamm verantwortlich war. Tim Trachte führte Regie und Ariane Schröder adaptierte den Roman in ein wundervolles Drehbuch.

Die Geschichte um Jessica, Danny und Tina zeigt uns, dass es sich lohnt anderen Menschen offen gegenüber zu sein. Oft verbirgt sich viel mehr hinter dem was sie uns zeigen. Danny hat zwar Gefühle für Jessica, will oder kann es aber nicht zulassen. Die Kontrolle über alles in seinem Leben zu haben, ist für ihn ein Überlebensmechanismus. Er muss sein Schutzschild erst öffnen, um Liebe zu zulassen. Das er schlimmste Erfahrungen in seiner Kindheit gemacht hat, weiß Jessica da natürlich nicht. Auch nicht, warum Tina sich ihr gegenüber scheinbar so feindselig verhält. Jessica bahnt sich mit ihrer Stärke und Humor einen Weg zu den beiden.

Etwas mehr über die Rollen von Tina und Danny könnt Ihr in meinen Interviews erfahren, die ich mit Luise Befort und Jannik Schümann geführt habe.

Neben den Beiden und Luna Wedler, gehören auch Frederick Lau als Betreuer, Victoria Mayer als Jessicas Mutter und Stephan Kampwirth als ihr Vater zum Cast.

Für mich persönlich wurde Tina durch Luise Befort sehr stark und überzeugend gespielt. Sie blieb mir nachhaltig in Erinnerung. Es wäre schön gewesen noch etwas mehr über Tina zu erfahren und auch über Danny aber dann hätten wir wahrscheinlich einen Arthouse Movie gehabt und weniger Mainstream, obwohl es mit „Systemsprenger“ in der Masse gut funktioniert hat.

Denn wenn man sich die Geschichte von Danny und Tina anschaut, dann könnte man die Chance nutzen, um psychische Störungen aufgrund traumatischer Erlebnisse zu thematisieren und da traut sich stofflich wahrscheinlich keiner ran und fokussiert sich auf die Liebesgeschichte. Was okay ist, aber sehr schade, weil hier die Möglichkeit verloren geht ein wichtiges Thema anzusprechen, was zu mehr Offenheit und Verständnis gegenüber den Betroffenen hätte führen können.

Dennoch kann ich Euch die Romanverfilmung von DEM HORIZONT SO NAH nur sehr ans Herz legen, denn so ist das Leben. Lieben und Loslassen. Stark sein und schwach. Nichts bleibt uns für immer und trotzdem sollten wir uns drauf einlassen.

Es kommt nicht darauf an wie lange man liebt , sondern wie tief

9/10 Punkten

 

KINOSTART: 10. OKTOBER 2019 IM VERLEIH VON STUDIOCANAL

 

 

Der Roman „Dem Horizont so nah“ erschien im März 2016 im FeuerWerke Verlag und im August 2016 im Rowohlt Taschenbuch Verlag. Offen und ehrlich berichtet Autorin Jessica Koch von wahren Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit und bringt dabei mehr als ein Tabuthema zur Sprache. Teil 2 („Dem Abgrund so nah“) und Teil 3 („Dem Ozean so nah“) der sogenannten „Danny“-Trilogie von Jessica Koch sind ebenfalls bereits erschienen.

 

 

 

 

 

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