Filmkritik zum Science Fiction-Thriller: I AM MOTHER

Darum geht’s in I AM MOTHER

Ein Teenager-Mädchen, genannt „Tochter“ (Clara Rugaard), lebt in einem unterirdischen Hochsicherheitsbunker und wird von einem humanoiden Roboter namens „Mutter“ (Stimme von Rose Byrne) aufgezogen. Der Androide wurde entwickelt, um die Erde nach der Auslöschung der Menschheit neu zu besiedeln. Die besondere Beziehung zwischen den beiden wird bedroht, als unerwartet eine blutüberströmte fremde Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse des Bunkers auftaucht und völlig aufgelöst um Hilfe schreit. Die bloße Existenz dieser Fremden stellt „Tochters“ komplette Welt auf den Kopf, und nach und nach beginnt sie, ihr einziges Elternteil als potenzielle Gefahr zu betrachten. In einem atemberaubenden Finale muss sich „Tochter“ der „Mutter“ von Angesicht zu Angesicht stellen, um die Wahrheit über ihre Welt und ihre wahre Mission herauszufinden.

Vor der Filmkritik kommt der Trailer

Hier nun die Filmkritik zu I AM MOTHER

Die Prämisse des Filmes ist brandaktuell, denn Formen der Künstlichen Intelligenz sind schon heute Teil unserer Gegenwart: Jeder, der Alexa oder Siri benutzt, ist mit einer künstlichen Intelligenz-Technologie bereits in Berührung gekommen.

Allerdings handelt es sich bei den beiden Vorgenannten nicht um selbst lernende Intelligenzen. Alexa und Siri nutzen Maschinen-Lern-Algorithmen, in Kombination mit Vorhersagemodellen.

Geht es nach dem Stand der Wissenschaft, wird die tatsächliche Künstliche Intelligenz, die selbst lernfähig ist, in der Zukunft einen beachtlichen Teil unseres Alltages ausmachen.

Und um diese Form der Künstlichen Intelligenz geht es in I AM MOTHER

Die Spannung der Grundidee speist sich aus dem Aufwachsen der Tochter. Je älter sie wird, desto mehr Fragen stellt sie. Einhergehend mit dem Alter, steigt zeitgleich auch die Vielschichtigkeit der Fragen.

Und genau an dem Punkt steigen die menschlichen Charaktere ob ihrer Eindimensionalität aus und der Roboter rückt in den Mittelpunkt.

Der Star des Films: Der Roboter

Die eigentliche Leistung des Filmes, ist die Komplexität der Figur des Roboters. „Mutter“ wird permanent mit ihren Entscheidungen konfrontiert, sie wägt, obgleich eine Maschine, beständig zwischen Mission, Verantwortung, Mutter-Sein und Überlebensmodus ab.

Daraus entstehen die Spannung und das Konfliktpotential. Dagegen bleiben die Menschen in ihren Aktionen seltsam blass. Das systematische Abarbeiten der gefühlt 15 minütig-anstehenden Handlungswechsel-Checkliste, geht zu Lasten von Charakterentwicklung, Thema und Erschaffen einer greifbaren, eigenständigen Welt.

Auch stellt sich in der zweiten Hälfte des Filmes vermehrt die Frage nach dem Sinn von unvermittelt auftauchenden Kampfszenen, Gepolter und Gewalt.

Der Film hat die Chance zu einer differenzierten Betrachtung Künstlicher Intelligenz und der Legitimation von simulierter bzw. künstlich hergestellter Gefühle nicht genutzt. Somit bleibt das Ergebnis flach und frustrierend, da die gesamte Produktion unförmig und unausgegoren erscheint.

Fazit

Kurzweilige Science Fiction Unterhaltung, die trotz der vielversprechenden Grundidee, an der Oberfläche kleben bleibt.

6,5/10 Goldblums

I AM MOTHER

Regie: Grant Sputore
Drehbuch: Michael Lloyd Green

Mit: Hilary Swank, Rose Byrne, Clara Rugaard u.a.

Kinostart: 22. August 2019 im Concorde Filmverleih

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