Filmkritik: MEINE WELT IST DIE MUSIK

Darum geht’s in MEINE WELT IST DIE MUSIK:

Jeder kennt seine Musik, ihn selbst kennen die wenigsten:

Christian Bruhn ist einer der erfolgreichsten, deutschen Unterhaltungsmusikkomponisten. Sein Werkverzeichnis umfasst über 2500 Titel, darunter Hits, wie „Marmor Stein und Eisen bricht“, „Wunder gibt es immer wieder“ und „Ein bisschen Spaß muss sein“ – aber auch die Titelmusik zu TV Serien wie „Captain Future“, „Timm Thaler“ und „Heidi“  und Werbejingles wie „Milka-Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt“ ebenso wie einen Liederzyklus aus Heinrich Heine Gedichten für seine frühere Ehefrau Katja Ebstein.

Wer ist dieser Mann?

MEINE WELT IST DIE MUSIK ist der erste Dokumentarfilm über Christian Bruhn. Marie Reich (Regie und Drehbuch) und Constantin Ried (Produktion, Idee, Drehbuch) und ihr Team geben Einblick in Bruhns Leben und sein vielschichtiges Werk, das einen immer wieder überrascht. Über drei Jahre haben die Filmemacher den Komponisten, der im Oktober 2018 seinen 84. Geburtstag feierte, begleitet. Sie haben ihm bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut, sind mit ihm gereist und sind der Entstehung eines Remix seiner Filmmusik zu “Timm Thaler” gefolgt. Langjährige Begleiter wie Katja Ebstein, Erika Bruhn, Ralph Siegel, Harold Faltermeyer und Klaus Doldinger kommen zu Wort.

Hier der Trailer:

Und hier die Filmkritik:

Als ich den Namen Christian Bruhn kürzlich bei Freunden und Kollegen erwähnte, wusste zuerst niemand etwas mit dem Namen anzufangen. Ganz anders mit seiner Musik, die viele beim Heranwachsen begleitet hat. Ich kenne den Namen seit ich als Kind die Serie „Timm Thaler“ gesehen habe, weil ich damals wissen wollte, wer diese wunderschöne Musik gemacht hat. Deshalb war ich nach all den Jahren unglaublich gespannt auf diesen Film und den Menschen Christian Bruhn.

Die Dokumentation über einen der erfolgreichsten deutschen Komponisten enttäuscht nicht. Obwohl es mir in den ersten 15 Minuten erst einmal schwergefallen ist, mich auf die sehr ruhige Erzählweise des Filmes einzulassen. Wir sind es mittlerweile so sehr gewohnt, dass es immer und überall actionreich und überladen zugeht, dass ich erstmal einen Gang zurückschalten musste. Marie Reich und Constantin Ried mit ihrem Team haben es ganz unaufdringlich und dennoch unterhaltsam und charmant geschafft, diesen ruhigen, einfühlsamen und doch schlagfertigen Menschen und die Welt seiner Musik vorzustellen. Zahlreiche seiner großen Erfolge kommen auch in musikalischer Begleitung des Filmes zu „Wort“ und mir war gar nicht bewusst, wie viele bekannte Hits Christian Bruhn komponiert hat. Dieser Film ist völlig unprätentiös und stellenweise auch ungewohnt langsam erzählt, zeigt dadurch aber umso ehrlicher und authentischer den Menschen hinter der Musik.

„Mir liegt nichts daran, auf der Straße erkannt zu werden. Ich möchte auf der Straße gepfiffen werden!“

sagt der Mann der Deutschlands populäre Musik seit der Nachkriegszeit bis heute geprägt hat und prägt. Christian Bruhn komponiert aus höchster Liebe und Leidenschaft und gibt somit eine wunderschöne Botschaft weiter: Dass was man voller Liebe erschafft, kann Herzen für alle Ewigkeit bewegen.

Fazit

Hits, die seit über 50 Jahren immer präsent sind? „Come on“ – da kann man nichts hinzufügen, außer dass es sich wirklich lohnt, den Menschen hinter der Musik kennenzulernen! Ein Punkt Abzug nur wegen des etwas schweren Einstiegs.

9/10 Goldenen Schallplatten

Regie: Marie Reich
Darsteller: Christian Bruhn, Katja Ebstein, Harold Faltermeyer, Ralph Siegel, Klaus Doldinger, Erika Bruhn, Curt Kress, Toni Netzle, Johannes Bruhn, DJ Hell
Filmlänge: 80 Minuten
Verleih: Filmperlen
Kinostart: 10.1.2019

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