Filmkritik: VAN GOGH – An der Schwelle zur Ewigkeit

Inhalt:

Vincent van Gogh (Willem Dafoe) hat schon über 100 Gemälde gemalt und doch immer noch keinen Erfolg mit seiner Kunst. Um den Zwängen des Lebens und der Gesellschaft in Paris zu entfliehen, zieht er sich mit neuer Hoffnung auf Rat seines Freundes Paul Gauguin (Oscar Isaac) in den Süden Frankreichs zurück.

In Arles wird er teils freundlich, teils brutal behandelt. Madame Ginoux, die Besitzerin eines örtlichen Restaurants, hat wegen seiner Armut Mitleid mit ihm und gibt ihm einen Band, den er mit Zeichnungen füllt. Andere dagegen fürchten seine Stimmungsschwankungen.

Von Weltschmerz geplagt und in der Erkenntnis seiner psychischen Probleme beginnt er, die Natur zu beobachten und mit seinem Pinsel auf der Leinwand festzuhalten. Paul Gauguin besucht van Gogh in seiner neuen Heimat. Nach einiger Zeit aber erdrückt ihn Vincents düstere Gedankenwelt und er verlässt ihn. Nur van Goghs Bruder und Kunsthändler Theo (Rupert Friend) unterstützt ihn wo er kann, schafft es aber nie, auch nur ein einziges Gemälde Vincents zu verkaufen.  Meistens ist der Künstler alleine mit sich und seinen unberechenbaren Stimmungsschwankungen. Seine mentalen Dämonen lassen ihn nicht los und treiben Van Gogh in eine psychiatrische Anstalt, bis er im Jahr 1890 unter rätselhaften Umständen stirbt…

VAN GOGH ist ein biografisches Drama über die letzten Jahre des Künstlers. Der Originaltitel des Films ist die englische Übersetzung des Titels des Gemäldes An der Schwelle zur Ewigkeit von Vincent van Gogh aus dem Jahr 1890. Das Gemälde gilt als ein Ausdruck von Depression. In Arles hatte sich Van Gogh angeblich selbst sein Ohr abgeschnitten.

Trotz der Skepsis, des Wahnsinns und Krankheit hat Vincent van Gogh einige der am Meisten beeindruckenden und gefeierten Kunstwerke der Welt erschaffen. Und wie so viele Künstler war auch er seiner Zeit voraus und wurde zu Lebzeiten gesellschaftlich ausgestoßen und missbilligt.

Hier gibt´s den Trailer:

Filmkritik:

Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit einer Kameraführung empfangen, die zuerst einmal anstrengend für das Auge ist. Extrem nah und verwackelt, in kaum auszuhaltender Bewegung zum einen. Andererseits ist es genau das, was dem Zuschauer dadurch die Realität und die Stimmung des Künstlers und seiner Gedanken ungewöhnlich nahebringt. Auch weitere, eher ungewöhnliche Kameraeinstellungen, wie in einer Szene Van Goghs Ausziehen seiner Schuhe und auch die beindruckenden Aufnahmen der Natur aus der Sicht des Künstlers, ziehen den Zuschauer in ihrem Bann. Die ganze Bildgestaltung gleicht einem großen Gemälde. Man lebt, atmet und leidet mit Van Gogh. Julian Schnabels Film nimmt den Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise in den Körper und Geist Vincent van Goghs.

Ein hochkarätiges Ensemble von Darstellern, allen voran Willem Dafoe, der es sehr einfühlsam versteht, dem holländischen Künstler seine besondere Seele zu geben.

Man merkt in jedem Moment des Films, dass es ein Künstler ist, der diesen Film erschaffen hat und der einen anderen Zugang zu Vincent van Gogh hat, als so viele, die es vor ihm versucht haben.

Als Zuschauer überkommt einen unweigerlich das Gefühl, dass Vincent van Gogh vielleicht wahnsinnig war, vielleicht aber auch das Wesentliche des Seins entdeckte. Folgt man seinem Geist, seiner Geschichte und vor allem seinen Bildern, dann spürt man, wo Van Gogh sich in all dem befunden haben mag – an eben jener Schwelle zur Ewigkeit. Somit hat Julian Schnabel mit dieser Verfilmung nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein spirituelles Werk geschaffen, dass seinen besonderen Zauber hinterlässt.

Mein Fazit:

Äußerst beindruckend, künstlerisch, inhaltsvoll und inspirierend-eine absolute Bereicherung für Seele und Sinne!10 von 10 Punkten!

Ab 18. April 2019 in deutschen Kinos

 

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