Filmkritik zu IM NETZ DER VERSUCHUNG (Original: Serenity)

Worum geht’s in IM NETZ DER VERSUCHUNG?

Baker Dill (Matthew McConaughey) hat sich auf eine scheinbar paradiesische Insel zurückgezogen, wo er mit seinem Boot, unterstützt von seinem Maat Duke (Djimon Hounsou), Touristen zum Hochseefischen rausfährt. Zurück an Land stattet er meist seiner Geliebten Constance (Diane Lane) einen Besuch ab und beschließt die Abende in der örtlichen Hafenspelunke. Dies findet unerwartet ein Ende, als eine neue Figur in dem täglichen Spiel aufkreuzt: Baker Dills mysteriöse Ex-Frau Karen (Anne Hathaway). Verzweifelt bittet sie ihn um Hilfe. Baker soll ihren gewalttätigen neuen Ehemann Frank (Jason Clarke) umbringen. Karen fleht Baker an, Frank mit auf sein Boot zu nehmen und ihn für eine großzügige Entlohnung auf hoher See über Bord zu werfen. Um ihres gemeinsamen Sohnes willen…

Hier könnt Ihr einen Blick auf den Trailer von IM NETZ DER VERSUCHUNG werfen:

Was zum Teufel ist es: MOBY DICK? ENDSTATION SEHNSUCHT? INCEPTION?

Was haben sich die Macher dieses Films bitte gedacht? Sorry, ich nehme es vorweg: IM NETZ DER VERSUCHUNG ist eine komplette filmische Katastrophe. Am Anfang treffen wir auf Baker Dill (Matthew McConaughey), der eigentlich Angel-Touren für Touristen anbietet. Es sei denn sie treffen auf ihn: einen enormen Thunfisch namens JUSTICE, der sich einfach nicht fangen lässt. Baker Dill ist so besessen diesen Fisch zu angeln, dass ich mich zunächst frage, ob das eine moderne Version von Moby Dick werden soll. Zu sehr erinnert mich dieser Wahn an Ahabs Jagd auf den Weißen Wal.

Da stört es mich erstmal nur ein bisschen, dass uns zurück auf der Insel ein Genre-Wechsel vorm Latz geknallt wird – als wir auf Dills Geliebte treffen. Diane Lane spielt ihre Rolle als sei sie frisch aus einem Tennessee Williams Stück entschlüpft. Sie könnte die Blanche aus Endstation Sehnsucht geben. Vor meinem inneren Auge sehe ich förmlich Marlon Brando rufen:

„Hey, Stella…!“

Vorhang auf für Anne Hathaway. Wie im klassischen Film Noir (ja, schon wieder ein Genre-Wechsel) taucht sie als Femme fatale auf, um ihren Ex (und nicht wie gewohnt ein Detektiv) anzuheuern, ihren furchtbar gewalttätigen Ehemann um die Ecke zu bringen. 

Was dann geschieht, kann ich nicht wiedergeben ohne zu viel zu spoilern. Aber der Film nimmt eine derartige absurde Wendung, die eventuell als „wir sind besonders smart“ gedacht war – aber ehrlich gesagt völlig unpassend ist. Als Zuschauer kommt man sich im Kino – sagen wir es mal gelinde – etwas verarscht vor. Ich liebe Filme, die eigen und fantastisch sind: InceptionMemento, Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Being John Malkovich. Alles Filme, die vielleicht nicht Jedermanns Sache sind – aber trotzdem unfassbar schlau und clever umgesetzt wurden – und innerhalb ihrer eigenen Logik wunderbar funktionieren. 

Mein Fazit: Der bislang schlechteste Film des Jahres!

Egal wie ich es drehe und wende: IM NETZ DER VERSUCHUNG funktioniert einfach nicht! Da hilft auch ein halbnackter McConaughey nicht weiter. Und ein paar halbgare Sex-Szenen auch nicht. Der Streifen gaukelt uns vor etwas zu sein, was er einfach nicht ist. Und erschleicht sich damit folgenden Titel: Der schlechteste Film, den ich dieses Jahr bislang gesehen habe!

Ich frage mich, wie sich die oben genannten Herrschaften dazu herablassen konnten, für diesen Film irgendeine ernstgemeinte Art von Promo zu machen. Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Diane Lane, Djimon Hounsou sind meiner Meinung nach Hochkaräter. Es müsste ihnen spätestens beim Dreh aufgefallen sein, dass der Film Schrott ist. Das alleine erklärt, warum auch keiner von ihnen mit schauspielerischer Leistung glänzen konnte. 

Fazit: Sorry, von mir gibt’s dafür nur gutherzig-gemeinte 3 von 10 Punkten. 

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