RAMY (c) Jerry Chang

Review: RAMY (STARZPLAY)

Am 12.12. startet die preisgekrönte neue Serie RAMY auf STARZPLAY! Die Serie feierte ihre Premiere Anfang des Jahres in den USA und Großbritannien und zählte zu den Hits beim SXSW-Festival. Der aufstebende muslimische Stand-Up-Comedian Ramy Youssef brilliert hier in einer Doppelrolle als Hauptdarsteller und Produzent.

Zum Inhalt von RAMY

Der gleichnamige Protagonist ist Sohn ägyptischer US-Einwanderer in seinen 20ern, der sich auf einer spirituellen Reise in seinem politisch geteilten New Jersey-Viertel befindet. RAMY eröffnet neue Blickwinkel auf die Herausforderung, zwischen zwei Stühlen zu stehen: auf der einen Seite die muslimische Gemeinschaft, die das irdische Leben als moralischen Test ansieht – auf der anderen Seite die Generation der Millennials, die sorglos und ohne Angst vor Konsequenzen lebt.

Neben Youssef zählen auch Mohammed Amer, Hiam Abbass, Amr Waked, May Calamawy, David Merheje, Laith Nakli und Steve Way zum Cast der Show. Die Serie wurde kürzlich um eine zweite Staffel verlängert, deren Dreharbeiten noch in diesem Monat beginnen.

Meine Review

In 10 Folgen erzählt Ramy nicht nur seine eigene Geschichte sondern auch die seiner Familie. So erfährt man nicht nur wie es für einen 9 jährigen Muslimen war zu Zeiten von 9/11 in New York zu leben, auch seine Schwester und das Thema Dating finden hier ausreichend Platz. Bekanntermaßen ist dies für Anhänger des Islam, insbesondere Frauen, nicht unbedingt ein leichtes Feld. Dennoch findet es in TV und Film bisher selten eine Repräsentation.

Über die gängigen Klischees (Terrorist oder angestellter in einem Service-Betrieb wie Taxi, Imbiss, Späti) hinaus sieht man Muslime nicht oft. Insbesondere fürs amerikanische Fernsehen ist die Serie RAMY also ein mutiger Schritt. Vielen Amerikanern fällt es da vermutlich einfach schwer über den Tellerrand dessen zu blicken, dass ihnen kulturell eingetrichtert wurde. Der Islam stellt für den erzchristlichen, erzkommerzialistischen Bilderbuch-Ami nun mal meistens einen argen Kontrast dar.

Für den liberalen Europäer ist da oft weniger zu lachen. Comedy ist also relativ. Meine Emotionen lagen hier meist eher zwischen Mitleid und Unverständnis. Das liegt nun an mir, dennoch würde ich behaupten Comedy ist hier übergreifend eher ein loser Sammelbegriff. Viele Szenen sollen durch deutliche Überspitzung natürlich parodieren. Doch sie stellen dennoch eine Realität dar. Eine Realität der es bisher einfach verdammt nochmal an Repräsentanz im TV fehlte.

Ich freu mich auf mehr von Ramy und vergebe daher sehr gute 8/10 Punkten!

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