1 FILM, 2 MEINUNGEN: REVIEW „AMERICAN HONEY“ (Kinostart: 13.10.2016)

von Melly Ulrich und Beate Geibel

Kurzinhalt

Star (Sasha Lane) ist gefangen in einem Leben, dass sie sich so nicht erträumt hat. Als sie eines Tages Jake (Shia LaBeouf) sieht, ist sie fasziniert. Er ist der vermeintliche Kopf einer Gruppe unbeschwerter Jugendlicher, denen sie in einem Supermarkt begegnet. Unvermittelt lädt er sie ein, sich ihnen anzuschließen. In Star keimt der Gedanke, alles hinter sich zu lassen. Jake hat ihr den Kopf verdreht und so stürzt sie sich ins Abenteuer, in die Freiheit und das Gefüge einer Gruppe mit ganz eigenen Regeln – tagsüber ziehen sie von Haustür zu Haustür, um halb-legal Magazine zu verkaufen, und nachts feiern sie wild und zügellos. Ein Roadtrip in das Herz Amerikas und der Beginn einer rohen jungen Liebe, die ihre Grenzen sucht …

Fazit Melly

163 Minuten und keine Sekunde langweilig, wirklich keine! Ich kam total geflasht aus dem Kino. Selten hat mich ein Film auf so unterschiedlichen Ebenen mitgerissen.

Großartige schauspielerische Darbietung von Sasha Lane als Star und Shia LaBeouf als Jack. Als Star auf Jack und die Anderen der Drückerkolonne stößt, sieht sie für sich die Möglichkeit ihrem gegenwärtigen Leben zu entkommen. Ausdrucksstark spüren wir, wie fasziniert Star sofort von Jack ist und diese Spannung zwischen den beiden wird von den Darstellern durchweg gehalten.

Jack, ist schwer greifbar für mich als Zuschauerin. Er ist Star zugetan und dann wieder unnahbar. Es fiel mir schwer Sympathien oder Antipathien zu entwickeln, gleiches gilt für Star, die selbstbestimmt und stark aber dann eben doch auch wieder sehr naiv daherkommt.

Vielleicht ist genau das der Punkt, warum American Honey einen so fasziniert, weil Andrea Arnold es schafft, einen Rausch und eine ständige emotionale Bewegung auszulösen. Nicht zu vergessen, die sehr intimen Sexszenen, die so sehr authentisch sind und dank der Kameraführung den Zuschauer nah heranlassen.

Weit entfernt vom ‚Amerikanischen Traum‘ erfahren wir also, wie junge US-Amerikaner versuchen ihren Weg trotz schwieriger Kindheiten zu finden. Von den Villen an denen sie vorbeifahren, wagen sie nicht einmal zu träumen. Ein eigener Trailer wäre schon das größte Glück.

Der Song von Rihanna und Calvin Harris „We found love in a hopeless place“ der immer wieder ertönt, ist Programm. Es wird nichts beschönigt in American Honey. Trotz vermeintlicher Hoffnungslosigkeit ein Film, der einen fast 3 Stunden lang bewegt, keine Sekunde zu lang vorkommt und auch im Anschluss nicht sofort wieder loslässt.

Dominanter, sehr gut gewählter Soundtrack!

AMERICAN HONEY – ein absolutes Filmhighlight! 9/10 Punkten

 

Fazit Beate

We found love in a hopeless place!

American Honey ist ein beeindruckendes Road Movie, ein berauschender, unkonventioneller, bewegender Ritt, der Dich völlig absorbiert und nicht mehr loslässt.

Ein rebellisches Meisterwerk: 10/10 Punkten

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