Das Leben meiner Tochter (c) Camino Filmverleih

Review: DAS LEBEN MEINER TOCHTER

DAS LEBEN MEINER TOCHTER – die bewegende Geschichte eines Vaters, der mit allen Mitteln versucht, ein Spenderorgan für seine herzkranke Tochter zu bekommen,  startet am 06. Juni 2019, und damit kurz nach dem offiziellen „Tag der Organspende“ (1. Juni), in den Kinos. Wir durften schon reinschauen und ich schreibe gleich weiter nachdem ich ein paar Katzenbabies umarmt habe…

Zum Inhalt von DAS LEBEN MEINER TOCHTER

Jana ist ein lebensfrohes und aufgewecktes 8-jähriges Mädchen, als im Familienurlaub plötzlich ihr Herz stehen bleibt. Sie überlebt, doch braucht dringend ein Spenderherz. Als nach einem Jahr – und viel Hoffen und Bangen – auf offiziellem Weg noch immer kein passendes Organ gefunden ist, schwinden bei Vater Micha Geduld und Vertrauen. Schon bald werden die Werte des voll im Leben stehenden Familienvaters auf eine sehr harte Probe gestellt. Als sich Micha auf eigene Initiative und gegen jegliche Warnungen der Ärzte und den Willen seiner Frau Natalie an einen illegalen Organhändler wendet, setzt er alles aufs Spiel. Wie weit wird der liebevolle Vater letzten Endes gehen, um das Leben seiner Tochter zu retten? Eine gefährliche Achterbahnfahrt der Emotionen beginnt …

Zwischen Moral und Gesetzeslage

Ich führte kurz nach dem Film ein Gespräch mit einer guten Freundin (ebenfalls Mutter), in dem ich ihr kurz schilderte was ich eben gesehen habe.

Sie „Bitte was? Wer denkt sich denn sowas aus??“
Ich „Ich befürchte, dass muss sich niemand ausdenken. Das wird viel zu oft Realität sein“
Sie „Ich mag keine Realität.“
Ich „Wer tut das schon…“

Es ist einfach nur todtraurig was man da sehen muss und hier und da muss man sich selbst schon gründlich moralisch hinterfragen. Würde man, wenn man wirklich in dieser Situation stecken würde, nicht vielleicht auch die Schritte zumindest erwägen, die Micha (Christoph Bach) da geht? Er wird hier und da von seiner moralischen Stütze Natalie (Alwara Höfels) ausgebremst. Sie und die Ärztin Dr. Benesch (Barbara Philip) geben ihm nicht nur die moralischen sondern auch klipp und klar die gesetzlichen und medizinischen Gründe, die dagegen sprechen.

Es mag schwer sein hier auf ein System zu vertrauen, dass einen mitunter jahrelang warten lässt. Das selbstverständlich auch mal versagt. Aber dabei sollte man sich immer vor Augen halten: Um sein Kind in diesem Moment zu retten – müsste ein anderes sterben. Und nur weil vielleicht hier und da Organe verfügbar werden, heißt dass noch lange nicht, dass diese zum eigenen Kind passen. Die Ärzte tun ihr möglichstes, aber sie können nicht zaubern.

Noch schwerer mag dies scheinen, wenn man unmoralische Angebote aus dem Ausland bekommt. Und diese zwielichtigen Organisationen wissen schon wie sie ein verzweifeltes Elternteil rumkriegen. So sagt der „Vermittler“ Markus Dale (Erik Madsen) bewusst, er wüsste nicht, wann er Micha wieder so ein Angebot machen kann. Und nutzt somit gezielt Zeitdruck und Verzweiflung aus, um den Deal zu sichern. Welcher Vater würde da nicht zweifeln und vielleicht ebenso handeln?

Mein Fazit

Stark gespielter deutscher Film, der einen traurigen und, sagen wir es mal wie es ist, einfach beschissenen Zustand beleuchtet. Es ist kein Zustand an dem man was ändern kann. Selbst wenn die deutsche Gesetzeslage anders wäre, so spielen Zeit, Wartelisten und medizinische Kompatibilität eine zu große Rolle, als dass zwielichtige Angebote aus dem Ausland nicht dennoch für verzweifelte einen Reiz haben könnten.

Das einzige was ein jeder von uns tun kann, ist sich als Organspender zu registrieren! In Deutschland gilt hier die Entscheidungslösung – nur wer sich vor seinem Tod explizit dazu entschieden hat, dessen Organe werden gespendet. Kinder können sich rechtlich ab dem 16. Geburtstag hierzu entscheiden. Bei einem Tod davor, obliegt die Entscheidung den Eltern.

Weitere Infos zum Thema Organspende und einen Organspenderausweis findet ihr hier!

Dem Film kann ich nur ganz klare 10 von 10 Punkten geben!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.