Review zum Film „Die Nacht der Nächte“ der Samdereli Schwester

Worum geht’s in „Die Nacht der Nächte?“

Zusammen. Ein Leben lang. Wer kann das schon? Wer will das noch? Was uns heutzutage wie ein Kuriosum erscheint, war für die Generation unserer Großeltern die Normalität. Gefühlvoll und gleichzeitig humorvoll, dokumentiert das neue Werk der Samdereli Schwestern (ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND) die Liebesgeschichten vierer Paare auf drei Kontinenten.

Ein indisches Ehepaar, das gegen das Kastensystem geheiratet hat und deshalb mit ihren Familien brechen musste. Ein japanisches Ehepaar, das zwangsverheiratet wurde und sich sehr schwer tat mit dem Lieben. Ein knorriges Nachkriegspaar aus dem Ruhrgebiet. Und zwei homosexuelle Männer aus den USA, die erst heiraten durften, nachdem sie schon fünf Jahrzehnte beisammen waren und die damit verbundenen rechtlichen Probleme lösten, in dem der eine den anderen adoptierte.

Vier Paare aus drei Kontinenten erzählen offen und ehrlich, was es heißen kann, 55 Jahre und länger zusammen zu sein. Was auch immer sie zusammenführte, ob Liebe oder arrangierte Ehe, sie alle haben gemeinsam, dass sie sich ein komplettes Leben dieser Beziehung gewidmet haben. Im Guten, wie im Schlechten. Vielleicht nicht immer glücklich, ganz sicher nicht ohne Kämpfe – aber trotzdem zusammen. Und was steht da am Ende, wenn man sich nach einem ganzen Leben in die Augen blickt?

Ist es tatsächlich vom Glück abhängig, den richtigen Partner zu finden?

Die Nacht der Nächte ist eine sehr schöne Dokumentation über die Liebe und das jahrelange Zusammenleben verschiedener Paare. Jedes Paar erzählt seine ganz eigene Geschichte vom ersten Kennenlernen, gemeinsamen Schwierigkeiten und Freuden des Lebens.

Der Mensch hat 3 Naturinstinkte: Hunger – Schlaf – Sex

Auch wenn der Titel „Die Nacht der Nächte“ heißt, so geht es im Film um weit mehr als die Hochzeitsnacht.

Die Unterschiede zu respektieren und gegenseitige Wertschätzung sind Schlüssel einer langen Partnerschaft. Es ist erfrischend zu sehen, dass gemeinsam viel gelacht wird aber auch Streitigkeiten und Krisen dazugehören, ohne gleich das Handtuch zu werfen.

Sehr berührt hat mich, dass selbst eine arrangierte Ehe sich gefühlsmäßig verändern kann. Nach der Geburt der Kinder und als sie sah, was für ein liebender Vater er war, haben sich ihre Gefühle verändert.

Ein Film der zum Nachdenken anregt.

Die Nacht der Nächte ist eine liebevolle und humorvolle Dokumentation, die ihr euch anschauen solltet

8/10 Punkten

Ab 05. April 2018 im Kino

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