High Life (c) Pandora Film

Review HIGH LIFE (Pandora Film Produktion)

Am 30.5. starte mit HIGH LIFE der erste englisch-sprachige Film der französischen Regisseurin Claire Denis in den Kinos. Der Science-Fiction Thriller wartet mit bekannten Gesichtern wie Robert Pattinson, Juliette Binoche und OutKast Sänger André Benjamin auf. Ob das Ensemble überzeugen kann hab ich mir mal vorab angesehen.

Zum Inhalt von High Life

In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs. Sie sind die einzigen Überlebenden einer Crew aus verurteilten Schwerverbrechern, die sich mit dieser Mission ohne Rückkehr von ihren Strafen freikauften und an Bord mit Experimenten der wahnsinnigen Reproduktionswissenschaftlerin Dibs (Juliette Binoche) gequält wurden. In völliger Isolation nähern sich Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.

Review

Das titelgebende High Life leben die Protagonisten des Films nun wahrlich nicht. In Rückblenden wird erzählt, wie die Crew aus Ausgestoßenen versuchte das Leben an Bord einfach nur irgendwie zu ertragen. Einen wirklichen Erfolg ihrer vermeintlichen Mission – Energieressourcen für die Erde aus dem schwarzen Loch zu ziehen – rechnet sich hier niemand aus. Die Intentionen zur Teilnahme am Projekt tangieren anscheinend eher irgendwo zwischen „rauskommen „ (aus dem Gefängnis auf der Erde – wenigstens ins Gefängnis im All!) und den Hinterbliebenen einen Gefallen tun (Wiederherstellung der Familienreputation oder sowas?).

Die Stimmung schleift also. Und da ist man als Zuschauer leider mitten drin statt nur dabei. Nicht nur Vater und Tochter nähern sich dem unausweichlichen Ziel, auch wir. Unausweichlich weil alles hat ein Ende. Das ist aber auch schon der gesamte Spannungsbogen des Films. Die entsetzliche Ruhe schafft es auf erschreckende Weise von dem harten Tobak abzulenken mit dem sich die Rückblenden zunächst beschäftigen. Ein Haufen ehemaliger Straftäter die zwar der Mission zustimmten – wahrscheinlich aber nicht den Reproduktionsexperimenten einer Frau die selbst ihre eigenen Kinder und ihren Mann umbrachte.

So sieht man zu wie junge Menschen vergewaltigt und zwangsgeschwängert werden, teilweise dabei sterben oder im Zuge der emotionalen Belastung dessen durchdrehen. Man sieht zu und ist irgendwie dennoch geneigt gelangweilt zu sein. Musik, Szenenbild, Dynamik sind einfach so tiefenentspannt, dass da einfach irgendwie keine Spannung aufkommen mag. Dazu kommt die Ziellosigkeit der Handlung. Das Ziel des schwarzen Lochs wird zwar irgendwann erwähnt, aber dass ist auch nur in etwa so spannend wie in der Straßenbahn auf die Endstation zu warten.

Moralischer Spiegel?

Vielleicht ist das ja die Intention des Films: uns den moralischen Spiegel vorzuhalten. Denn wer ist heute schon noch täglich geschockt oder tief emotional berührt von den Nachrichten und den schrecklichen Dingen die tatsächlich in der Welt passieren? Sie passieren so vor sich hin, genau wie HIGH LIFE, aber so wirklich tangieren tun sie uns selten.

Eine mögliche Interpretation dessen was ich da eben gesehen habe. Insofern kann man dem Film als Kunstwerk eine gute Leistung zusprechen. Leider neige ich persönlich dazu mich von Filmen gerne unterhalten zu fühlen. Und diese Leistung kann ich hier leider nur geringfügig verbuchen.

Deswegen von mir leider nur 4 von 10 Punkten.

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