Al Gore, der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten (1993-2001 unter Bill Clinton) hat sich seit vielen Jahren dem Klimaschutz verschrieben und ist unter anderem mit mehreren Programmen weltweit unterwegs um auf die globale Erwärmung, deren Ursprung und Folgen aufmerksam zu machen und die Verfahren alternativer Energien aufzuzeigen. Regisseur Davis Guggenheim verarbeitete Gores Thematik bereits 2006 zu der ebenso inspirierenden wie aufrüttelnden Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“, die sogar den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewann. Im folgenden Jahr 2007 erhielt Al Gore zudem für seinen Einsatz den Friedensnobelpreis.

Die Filmemacher Jon Shenk und Bonni Cohen haben ein Jahrzehnt später nun Gores Spur wieder aufgenommen und seine immer noch unnachgiebigen Bemühungen um eine bessere Welt in „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“ protokolliert. Der Ex-Politiker steht in dieser neuen Dokumentation stark im Fokus, wird begleitet wie er durch Metropolen und Provinzen reist um die Menschen vor Ort von den Gefahren der globalen Erwärmung zu überzeugen und zu entsprechendem Handeln zu animieren. Er zeigt auf, dass jeder Bürger die Möglichkeit hat, in seinem Bereich (sei es der Arbeitsplatz, der Verein, die Schule etc.) etwas zu verändern und macht selbst keine leeren Worte indem er sich mit Staatschefs trifft und diese bekniet, erneuerbaren Energien eine Chance zu geben. Und er hat Erfolg.

Die Dokumentation läuft dramaturgisch auf das Ereignis der Weltklimakonferenz 2015 zu und dies sollte wohl ursprünglich das Finale des Films darstellen. Dort haben die 175 einflussreichsten Staaten der Erde nach vielen vergeblichen Anläufen erstmals etwas vielversprechend Konkretes verabschiedet und vereinbart. Ein Triumph für Gore. Mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump als Leugner der Klimaerwärmung erlebt Gore allerdings direkt einen heftigen Rückschlag.

Fazit

Ohne den ersten Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von 2006 gesehen zu haben merkt man, dass dieses Thema Al Gore´s Lebensinhalt ist und er scheinbar nie ermüdend mit Vorträgen und Interviews und unter Einbeziehung seiner weltweiten Kontakte trotz herber Rückschläge weiter gegen die globale Erwärmung und für erneuerbare Energien kämpft. Eine gelungene Dokumentation, an deren Verlauf man dranbleibt. Dennoch in der Gesamtlänge etwas zu lang. Auf jeden Fall aber informativ, authentisch, inspirierend und auffordernd. Gemäß Gore´s Worten: „Use your choice“ „Use your voice“!

Fazit: 8,5/10 Punkten

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