Korra Revierkämpfe (c)Cross Cult

Review: KORRA – REVIERKÄMPFE (CrossCult)

Faule Sonntage laden zum Lesen ein: ich hab mich darum endlich mal an dieses Prachtexemplar gemacht! KORRA – REVIERKÄMPFE – der Premiumsammelband der dreiteiligen Geschichte, welche direkt ans Ende der Serie anknüpft erschien bereit letzten September im CROSSCULT Verlag. Ich geh davon aus, dass jeder der dies hier liest über Korra Bescheid weiß, dennoch ein kurzer Rückblick über das Vermächtnis einer der großartigsten Animationsserien aller Zeiten (in meinen Augen).

Rückblick: Avatar – Die Legende von Korra

Die Serie DIE LEGENDE VON KORRA lief in den USA zwischen 2012 und 2014 und setzte die bereits großartige Erfolgsgeschichte von AVATAR – HERR DER ELEMENTE fort in welcher wir dem Avatar Aang folgten. Während sich Aangs Geschichte, allein schon wegen des Alters des Protagonisten, an ein eher jüngeres Publikum richtete, begleitete Korra die Heranwachsenden direkt weitere in die schwierige Zeit der Jugend.

Nebst typischen Jugend-Problemthemen wie Beziehungsdrama, Sexualität sowie Findung des eigenen Wegs, scheute die Serie dabei auch nicht davor zurück politisch zu werden. Die 4 „Bücher“ von Korra – Luft – Geister – Veränderung – und Gleichgewicht haben jeweils einen zentralen Antagonisten welcher eine politische Bewegung herbeibringt, welche wir aus unserer realen Geschichte kennen.

Von Kommunismus über Theokratie zu Anarchie zu Faschismus. Jeder dieser Antagonisten hat dabei durchaus nachvollziehbare Beweggründe. Wo Aangs Feindbilder noch stets schwarz/weiß gezeichnet waren, sind Korras Feinde grau. Die Zuschauer sind alt genug zu verstehen, dass es Differenzierungen gibt.

Und auch Korra war zu keiner Zeit eine perfekte Heldin. Anfangs zunächst fast arrogant und zu streitsüchtig, hatte sie später mir harten Rückschlägen und gar PTSD zu kämpfen. Neben all diesen harten und sehr realen Elementen vermochte DIE LEGENDE VON KORRA aber auch eins idealistischer zu zeichnen als es unsere Realität vermag: Girl Power und weibliche Führungsrollen. Diese waren in der Serie stets präsent und wurden nie von irgendwem in Frage gestellt.

Zur Handlung von REVIERKÄMPFE

Der Comic schließt genau da an, wo die TV-Serie aufgehört hat: Korra und Asami kehren aus der Geisterwelt zuruck und finden Republica im Chaos vor. Ein aufgeblasener Unternehmer plant die Geisterwelt in einen Freizeitpark zu verwandeln und damit die bereits zerbrechliche Verbindung mit den Geistern weiter schädigen. Am Rande der Stadt kämpfen Zhu Li und Tenzin darum, den Flüchtlingsströmen zu helfen, die sich dort niedergelassen haben. Unterdessen ist der rücksichtslose neue Führer der Triade der Dreifachgefahr, Tokuga, entschlossen, die anderen Triaden unter seiner Herrschaft zu vereinen, egal was es kostet.

Um das alles zu überstehen, schwören Korra und Asami, aufeinander aufzupassen – aber zuerst müssen sie als Team besser werden!

Meine Review von KORRA – REVIERKÄMPFE

REVIERKÄMPFE bietet in alter KORRA Tradition graue Feindbilder und sehr prägnante politische Thematiken. Den Unternehmer Keum bewegen dabei in erster Linie kapitalistische Motive, den Bandenführer Tokuga wohl eher reiner Größenwahn. Keum besitzt das Grundstück auf dem das neu errichtete Portal zur Geisterwelt steht und er möchte aus diesem Umstand profit schlagen. Es geht ums Geld, die Geister und der Frieden sind ihm egal.

Tokuga ist dagegen ein etwas anderer Feind als sonst. Man möchte meinen da steckt mehr dahinter, doch leider erfährt man zu keiner Zeit etwas über seine Vergangenheit und Beweggründe. Offiziell kam er neu zur Triade der Dreifachgefahr und stieg flink zum Anführer. Er ersucht die Alleinherrschaft nicht nur über sämtliche Triaden, sondern auch Republica. Das schreit nach Machtgeilheit. Ein Rückschlag, welchen ich an der Stelle nicht spoilern möchte, macht seine Härte danach etwas verständlicher. Dennoch bleiben seine ursprünglichen Motive eher unklar.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt in REVIERKÄMPFE ist die Beziehung zwischen Korra und Asami. Diese kam am Ende der Serie für viele Zuschauer mehr oder minder aus dem nichts. Auch wenn sie durchaus einen sehr langsamen und dezenten Aufbau erlebte. Es ist schön zu sehen, dass die prinzipielle Fantasy-Welt des Avatar-Universums dennoch eine mit der unseren Welt vergleichbare LBGTQ-Historie aufweist. Also nicht schön für die die diese erlebten – aber schön für die Leser. Denn diese können sich so in Korra und Asami hineinversetzen! Das bietet einfach mehr Identifikationspotential als wenn die gleichgeschlechtliche Beziehung in dieser Welt einfach überhaupt kein Thema darstellen würde.

Und so sehen wir wie beide Charaktere damit hadern ihre Beziehung öffentlich zu machen, da sie einfach soziale Repressionen fürchten. Doch nach und nach öffnen sie sich ihrem Umfeld und auch zunehmend einander.

REVIERKÄMPFE ist für mich ein toller Comic der eine fantastische Serie auf stetem Niveau fortsetzt. Es gibt Spannung, es gibt Witz es gibt alles was man an Korra liebte aber mehr davon! Dafür 10 von 10 Punkten!

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