REVIEW: „RAUM“ (Kinostart: 17.03.2016)

Kurzinhalt

RAUM – ein Leben zu zweit auf 9m2. Es ist die außergewöhnliche Geschichte von Jack (Jacob Tremblay), einem lebhaften Fünfjährigen, um den sich seine liebende Mutter Ma (Brie Larson) kümmert. Wie jede Mutter will sie, dass Jack glücklich und sicher ist. Sie zieht ihn liebevoll auf, spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten – doch ihr beider Leben ist alles andere als normal. Sie sind gefangen in diesem Raum. Ma hat daher ein ganzes Universum innerhalb des Raums für Jack erschaffen und wird vor nichts Halt machen, um sicherzugehen, dass Jack auch in dieser tückischen Umgebung in der Lage ist, ein vollkommenes und erfülltes Leben zu führen. Aber als Jack immer mehr Fragen über ihre Situation stellt und Ma an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stößt, beschließen sie eine riskante Flucht. Erfolg oder Misserfolg hängen nun von Jack ab…

RAUM erforscht auf eine einzigartige und unerwartet sensible Weise die grenzenlose Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind, die unter grauenhaften Bedingungen leben. Dabei ist RAUM extrem spannend und zutiefst emotional. Es ist eine Erzählung von Gefangensein und Freiheit, eine fantasievolle Reise in die Wunder der Kindheit und ein umfassendes Portrait der Bindungen und Stärken einer Familie.

RAUM basiert auf dem preisgekrönten, weltweiten Bestseller von Emma Donoghue. Regisseur Lenny Abrahamson (FRANK) bleibt dem Roman treu, während er Jack, Ma und ihre ganz und gar einmalige Welt, auf intensive Art zum Leben erweckt. Neben Brie Larson und Jacob Tremblay spielen auch die dreifach Oscar®-nominierte Joan Allen und der Oscar®-nominierte William H. Macy.

FAZIT

Ich erinnere mich noch genau, wann ich Brie Larson zum ersten Mal als Schauspielerin wahrgenommen habe: als sie die aufmüpfige Teenager-Tochter Kate in der großartigen Serie „United States of Tara“ spielte. Fünf Jahre später ist Brie Larson nicht nur erwachsen geworden, sondern beweist in RAUM, was für eine großartige Schauspielerin sie ist. Nicht umsonst hat sie gerade einen Oscar als beste Hauptdarstellerin mit nach Hause nehmen dürfen. Verdient!

Ich wage die mutige Behauptung zu sagen: im Film RAUM stimmt alles. Es wird eine fesselnde Geschichte aus der Perspektive eines kleinen Jungen erzählt – und das unfassbar liebevoll, schockierend, spannend und traurig zugleich. Ich selbst wusste nicht viel über den Film als ich ihn mir im Kino angesehen habe. Ehrlich gesagt, war das für mich genau richtig. So konnte ich mich auf diese emotionale Geschichte einlassen ohne zu wissen, was für eine Achterbahn der Gefühle mich erwarten würde. Um es nur kurz auf den Punkt zu bringen: es handelt sich um eine Entführungsgeschichte à la Natascha Kampusch. Ich applaudiere dem Regisseur Lenny Abrahamson, dass er das Thema auf eine hochgradig sensible Art und Weise umgesetzt hat. Manchmal ist die Vorstellungskraft schlimmer als jede Szene, die man hätte zeigen können. Der Verzicht auf explizite Bilder tun dem Film extrem gut – er verliert dadurch auch überhaupt nicht an Spannung. Im Gegenteil. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: ich mag auch sehr, dass der Film dort weitermacht, wo andere Filme geendet hätten. Wir erfahren: was passierte dann?

Was den Film neben der Story und der Inszenierung überragend macht, sind die perfekt eingesetzten Schauspieler – allen voran die bereits erwähnte Brie Larson und der 9-Jährige Jacob Tremblay. Es ist erstaunlich, wie talentiert dieser kleine Junge diese schwierige Rolle spielt. Man darf gespannt sein, was wir in Zukunft noch von ihm zu sehen bekommen. Aber auch jede kleinste Nebenrolle ist mit bedacht gecastet worden. Bravo!

Und zuletzt muss ich den RAUM selbst erwähnen, denn man hat beim Schauen das Gefühl, das dieser RAUM ein Eigenleben hat. Mal ist er klein, mal groß, mal weit, mal beengend. Großartig inszeniert und dem RAUM wahrhaftig Leben eingehaucht…

Alles in Allem: Ein Must-See-Film! Das ist neben „Spotlight“ bei weitem der beste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe!

„RAUM“: 10/10

media-title-Raum_
Besetzung: Brie Larson, Jacob Tremblay, Sean Bridgers, Joan Allen, William H. Macy
Regie: Lenny Abrahamson
Drehbuch & Buchvorlage: Emma Donoghue   
Produzenten: Ed Guiney, David Gross
Ausführende Produzenten: Andrew Lowe, Jeff Arkuss, Jesse Shapira

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.