Straight Family

Review STRAIGHT FAMILY (funk)

Am 11. September startet die queere Webserie STRAIGHT FAMILY bei funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF.  Das spannende Projekt entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), funk, und MANEO – dem schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin. Nach jeder Folge wird dem Zuschauer dabei die Möglichkeit geboten, sich an einer Diskussion zum jeweiligen Kernthema der Folge zu beteiligen.

Zum Inhalt von STRAIGHT FAMILY

Leo (Ben Münchow) betreibt mit seinem Freund Mehmet mit viel Herzblut eine queere Eckkneipe und köchelt ganz nebenbei im Keller psychedelischen Schnaps. Eigentlich läuft das Geschäft ganz gut, doch es gibt einen Haken: Leos erzkonservative Großmutter Magda (Us Conradi), die nichts von der modernen Ausrichtung ihres Familienbetriebs wissen darf, gehört die Eckkneipe noch. Als sie sich zum Familientreffen in ihrer alten Wirkungsstätte anmeldet, droht das Versteckspiel aufzufliegen. Zu allem Überfluss ist Leos Schwester Lara (Luise Helm) auch noch fest entschlossen, das Familientreffen für ihr eigenes Coming-Out zu nutzen. Der Showdown beginnt …

Review

Das Medium der Webserie hat leider den entscheidenden Nachteil der arg begrenzten Zeitfenster. In nur 5-6 Minuten pro Folge den wirklich wichtigen Themen UND der fortlaufenden Handlung gerecht zu werden, ist dabei eine echte Meisterleistung. Sieben Autoren waren an der Konzeption von nur fünf Folgen beteiligt. Ich finde, die Meisterleistung ist ihnen dabei ganz gut geglückt. Die Handlung wirkt chaotisch auf Grund ihres Inhalts – der ist halt einfach Banane, nicht aber wegen ihrer Struktur.

Dennoch empfinde ich, die stark übertrieben satirische Handlung leider als etwas über das Ziel hinaus geschossen. Ich verstehe den Gag. Aber es ist einfach ein wenig too much of everything. Die spanische Austauschschülerin, die eingebaut wurde, um noch irgendwie die Themen Rassismus und Alkoholkonsum bei Minderjährigen aufzugreifen, hätte für mich ruhig eingespart werden können. Die Thematik des Coming Out und der Akzeptanz dessen in der Familie ist schließlich namensgebend für die Serie – hätte man sich nicht erstmal darauf konzentrieren können?

Der Vorteil des Formats ist wiederum ganz klar die Möglichkeit der Interaktion, die hier sehr gut eingesetzt wird. Jede Folge hat ein Kernthema: Coming Out, Ehrlichkeit gegenüber Familie & Freunden – sowie deren Reaktionen, Drogenkonsum. Dazu wird zur Diskussion in den Kommentaren aufgerufen, welche dann hoffentlich Woche für Woche brennen werden!

Fazit: Gut geschauspielert, gut umgesetzt, tolles Studentenprojekt mit kleinen Mängeln.
Für mich 7 von 10 Punkten!

Gucken könnt ihr das Ganze ab heute bei funk direkt oder hier bei Youtube!

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