Niels Lauperts Liebesfilm WHATEVER HAPPENS eroberte bereits beim Filmfest München die Herzen der Zuschauer! Der Film beginnt dort, wo andere Liebesgeschichten enden und beschreibt in zwei miteinander verwobenen Zeitebenen die vermeintlich letzte gemeinsame Nacht eines Paares vor der endgültigen Trennung. An diesem Wendepunkt erinnern sich Hannah und Julian an vergangene Entscheidungen, Erwartungen und Versprechen und realisieren, dass die wichtigsten Entscheidungen im Leben immer wieder neu getroffen werden müssen und dass manchmal das Ende auch ein neuer Anfang sein kann…

Die Trennung ist beschlossen: Hannah und Julian treffen sich noch ein letztes Mal zur Wohnungsübergabe, die kurz und schmerzlos über die Bühne gehen soll. Das ist zumindest der Plan. Doch nichts verläuft wie gedacht: Die beiden sitzen ausgerechnet am Silvesterabend gemeinsam in ihrer ehemaligen Wohnung fest. Dabei müssten sie schon längst auf der Party ihrer besten Freunde sein, um einen letzten gemeinsamen Auftritt hinzulegen.

Vor sieben Jahren haben sich Hannah und Julian bei einer Wohnungsbesichtigung kennengelernt und wurden zu Mitbewohnern wider Willen. Aus den Mitbewohnern wird ein ungleiches, aber sich liebendes Paar. Während Julian beruflich zurücksteckt, startet Hannah durch. Die beiden entfernen sich immer mehr voneinander und teilen ihren Alltag zunehmend mit anderen. Am Tiefpunkt der Beziehung steht plötzlich ein ungelöster Konflikt aus der Vergangenheit im Raum und stellt alles in Frage…

Kritik

Sie ist die Karrierefrau, er kümmert sich um die gemeinsame Tochter. Diese Tatsache ansich, würde man vielleicht noch nicht als alltäglich aber durchaus akzeptabel und sehr interessant empfinden. Was stört, ist die permanente Unzufriedenheit, die über Hannah schwebt.

Sie scheint oft gedanklich abwesend zu sein, fühlt sich nicht verstanden und nicht gebraucht. Während Julian und die gemeinsame Tochter ein eingespieltes Team sind, kann Hannah ihren Platz nicht finden.

Vieles bleibt unausgesprochen. Die Kommunikation zwischen dem Paar scheint nicht wirklich gut zu funktionieren. Sylvia Hoeks (Hannah) und Fahri Yardim (Julian) setzen das grossartig um. In Dialogen, sowie im Unausgesprochenen. Überhaupt ist es für mich die bisher beste Rolle für Fahri Yardim. Wir bekommen ein weiteres Spektrum seines schauspielerischen Könnens zu sehen. Beide Hauptdarsteller harmonieren wunderbar miteinander.

WHATEVER HAPPENS hat eine etwas andere Erzählstruktur -  beginnt mit der Schlüsselszene und wechselt dann in viele Zeitsprünge. Die rasante Fahrt durch die Beziehung der Beiden bekommt so nochmal mehr Tiefe. Gewünscht hätte ich mir,  noch ein paar schöne, verbindende Familienmomente, damit man besser nachvollziehen kann, warum Hannah und Julian nicht schon eher die Flinte ins Korn geworfen haben…

Hervorzuheben ist die Filmmusik, welche ganz wunderbar ins Gesamtbild passt und Filmkomponist Michael Kamm, L’aupaire und St. Beaufort zu verdanken ist.

Mit WHATEVER HAPPENS ist Niels Laupert ein wirklich großartiger Film gelungen der authentisch zeigt, dass eine Liebesbeziehung immer auch Arbeit bedeutet und vor allem eine gute Kommunikation braucht.

Fazit: 8 von 10 Punkten für einen realen Mix aus totaler Nähe und Entfremdung

Mit Fahri Yardim, Sylvia Hoeks, David Zimmerschied, Amelie Kiefer, Bastian Hagen, Victoria Mayer, Torben Liebrecht, Alexander Beyer, Eckhard Preuss, Helena Prison u.a.
Drehbuch und Regie: Niels Laupert
Produktion: JUMPSEAT Film und VIAFILM in Koproduktion mit ARRI Media und in Zusammenarbeit mit Telepool
Kinostart: 30. November 2017 im Verleih von Universum Film

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