Review zu ALITA: BATTLE ANGEL

Darum geht’s in ALITA: BATTLE ANGEL

Als Alita (Rosa Salazar) ohne jede Erinnerung daran, wer sie ist, in einer fremden Welt der Zukunft erwacht, wird sie von Ido (Christoph Waltz) aufgenommen. Der mitfühlende Arzt erkennt, dass sich hinter der leeren Cyborg-Hülle das Herz und die Seele einer jungen Frau mit einer außergewöhnlichen Vergangenheit verbergen. Während Alita lernt, sich in ihrem neuen Leben und den gefährlichen Straßen von Iron City zurechtzufinden, versucht Ido sie vor ihrer geheimnisvollen Vergangenheit zu beschützen.

Ganz im Gegensatz zu ihrem neuen gerissenen Freund Hugo (Keean Johnson), der ihr dabei helfen will, ihre Erinnerungen zu triggern. Aber erst als die todbringenden und korrupten Mächte, die die Stadt beherrschen, Alita ins Visier nehmen, erhält sie einen Hinweis auf ihre Vergangenheit: Sie verfügt über einzigartige Kampfkünste, die die Herrschenden um jeden Preis kontrollieren wollen. Wenn es ihr gelingt, sich von ihnen fernzuhalten, könnte sie der Schlüssel sein, um ihre Freunde, ihre Familie und die Welt, die ihr ans Herz gewachsen ist, zu retten.

Diese Featurette ist ein kleiner Sneak Peek auf das, was Euch erwartet…

Die Ära einer neuen Kick-Ass-Heldin

„I do not stand by in the presence of evil.“

Ein Satz, der mir im Film ALITA: BATTLE ANGEL Gänsehaut gemacht hat – und das in einem Cyberpunk-Actionfilm, der auf einem Manga basiert (von Yukito Kishiro). Klingt absurd. Ich weiß. Der Satz wird von der Hauptprotagonistin Alita gesprochen, die im Jahr 2019 sicherlich als weibliche Kick-Ass-Heldin von sich Reden machen wird.

Der Film katapultiert das Publikum in eine postapokalyptische Zukunft – direkt nach Iron City unter der Luftstadt Zalem. Regisseur Robert Rodriguez liefert uns eine brandneue Welt, einen Augenschmaus für Sci-Fi Fans. Für meinen Geschmack gibt es ein bisschen zu viele freaky Cyber-People, die sich mir anfänglich nicht komplett erklären. Ist das die Zukunft der Zivilisation? Ersatzteile anstelle eines menschlichen Körpers? 

Und mitten drin Alita. Nicht nur komplett Cyborg sondern dazu auch noch Marsianerin. Und trotzdem schafft Hauptdarstellerin Rosa Salazar ihrer Figur mit dem eigenwillig-großäugigen Aussehen sehr viel Gefühl und Menschlichkeit einzuhauchen. Und das obwohl sie als ehemaliger Beserker eine Kampfmaschine ist. Und gekämpft wird in dem Film eine Menge: Als Alita beginnt sich an ihre Krieger-Vergangenheit zur erinnern, schließt sie sich Ido und anderen Cyborg-Kopfgeldjägern an. Zudem beginnt sie mit dem brutalen Gladiatorsport Motorball, bei dem sich stark modifizierte Robo-Rivalen auf einer sich schnell bewegenden Rennbahn in Stücke reißen.

Aber genau bei den Action-Szenen versteht es Robert Rodriguez ein einzigartiges visuelles Feuerwerk auf die große Leinwand zu bringen. Von den detailreichen Weitwinkelaufnahmen der Stadt bis hin zu Alitas Kämpfen mit dem monströsen Killer-Cyborg Grewishka (Jackie Earle Haley): Viele der CGI-Aufnahmen des Films sind schlichtweg großartig!

Hier könnt Ihr ein Blick drauf werfen, wie ihm das gelungen ist… 

Zwei saftige Kritikpunkte

Mein größter Kritikpunkt ist, dass das Potenzial der Nebencharaktere verschenkt wird. Da kaufen sich die ALITA-Macher Hochkaräter wie Jennifer Connelly und Mahershala Ali ein – und ihre Darbietungen kratzen an der Oberfläche. Sie sind allerhöchstens Plot-Hilfen, die aber nicht genügend in die Tiefe gehen, nicht genügend Backgroundstory bieten –  und daher die Geschichte der Heldin nur bedingt nach Vorne bringen. 

Ich kenne mich nicht genug in der Manga- und Comicwelt aus: Vielleicht zollt ja auch das plakative Unterbeleuchten von Nebencharakteren der Vorlage Respekt. Für mich ist das gefühlt das größte Manko in einem ansonsten ehrgeizigen und intelligenten Film. Es stört den Flow des Actionspektakels.

Zweiter Kritikpunkt: Die kitschige Romanze zwischen Alita und Hugo. Natürlich lassen ihre Gefühle für einen Jungen sie menschlicher wirken. Das verstehe ich gut. Und darum geht’s in der Geschichte auch. Wir fühlen mit Alita, weil sie grundauf menschelnde Züge und Gefühle hat. Trotzdem erinnert die Lovestory an eine schlechtgemachte Seifenoper. Kurzum: Ich hätte drauf verzichten können! 

Popcorn-Kino Deluxe: Mein Fazit

Wir hatten das Vergnügen bereits vor ein paar Wochen in einem Special-Screening gut 30 Minuten des Films vorab sehen zu dürfen. Was ich damals als Segen empfunden habe, entpuppt sich mittlerweile als Fluch. Ich konnte nicht mehr den selben Enthusiasmus für den Film generieren, wie ich ihn nach dem Sneak Peek empfunden habe. Es fehlte dieses Mal einfach der Überraschungsmoment.

Aber ich glaube trotz aller augenscheinlichen Schwächen wird der Film viele überraschen. Es ist gut gemacht, überspitzt, plakativ – und vor allem unterhaltsam. Kurzum: Der Film gefällt mit seiner Visualität. Und wer liebt schon nicht gutgemachtes Popcorn-Kino?

Daher: 7 von 10 Punkten

ALITA: BATTLE ANGEL
mit Rosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly, Mahershala Ali, Ed Skrein, Jackie Earle Haley und Keean Johnson
Regie: Robert Rodriguez
Produzenten: James Cameron, Jon Landau
Drehbuch: James Cameron und Laeta Kalogridis und Robert Rodriguez – basierend auf der Manga-Serie „GUNNM” von Yukito Kishiro

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