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Review zu „Letztendlich sind wir dem Universum egal“

Am 31. Mai startet der Film „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ endlich hierzulande in den  Kinos. Der gleichnamige Roman von David Levithan gewannt 2015 den deutsche Jugendliteraturpreis. Haben wir hier den nächsten Young Adult Hit vorliegen? Ich hab für euch reingeschaut!

Zum Inhalt

Rhiannon ist 16 und muss sich mit den alltäglichen Widrigkeiten des Teenager-Lebens herum­schlagen: Liebeskummer, Unsicherheit, Gefühlschaos. Doch dann verliebt sich das Mädchen in eine mysteriöse Seele namens „A“, die zufälligerweise im Körper ihres Freundes Justin landet. „A“ bewohnt jeden Tag einen anderen Körper eines 16-jährigen Jungen oder Mädchens, was es für Rhiannon sehr schwierig macht, sie wiederzufinden. Doch die beiden spüren eine einzigartige Verbindung zueinander und versuchen mit aller Kraft, sich nicht zu verlieren. Je stärker ihre Liebe zueinander wird, desto mehr spüren sie die unmittelbare Herausforderung, die „A“s täglicher Körperwechsel mit sich bringt. So stellt ihre einzigartige Liebe Rhiannon und „A“ vor eine der schwierigsten Entscheidungen, die sie je in ihrem Leben treffen mussten.

Meine Review 

Der Film ist eine zuckersüße Metapher auf die ultimative Identitätskrise die das Teenager-Alter mit sich bringt. Die Seele „A“ ist jeden Tag in einem anderen Körper – Junge, Mädchen, dick, dünn, weiß, schwarz, komatös oder lebendig. Und Rhiannon ist durch ihre Liebe an jede dieser Personen gebunden. Ihre Liebe ist dabei stärker als jedwede Grenze oder Überwindung die manch einen dabei hemmen würde. Und auch „A“ ist tagein tagaus in einer neuen Identität und erlebt deren Leben und Probleme.

Ich weiß, wie die Menschen sich unterscheiden und wo – rin wir uns alle gleichen. Ver stehst du, ich kenne die Farbe Blau in fünfzig ver – schie denen Varianten durch fünfzig verschiedene Paar Augen.“ („A“ als James)

Was die Situation besonders grenzwertig für die beiden macht, ist die Tatsache, dass jede Person die „A“ belebt für diesen einen Tag natürlich nicht sie selbst ist. Die Person verliert einen Tag ihres eigenen Lebens und hat danach nur vage Erinnerungen daran was er/sie da getan hat. Verpasste Termine, versemmelte Prüfungen – alles mögliche Konsequenzen denen „A“ diesen Personen damit aufbürdet. Da sich „A“ dieser Verantwortung bewusst ist kommen vermeintlich einfache Lösungen, wie sich einfach einen festen Körper zu suchen und in diesem zu verweilen, nicht wirklich in Frage.

Dieser starke Charakter von „A“ der mit Rhiannon (Angourie Rice – Spiderman Homecoming) aber auch eine große Schwäche hat findet sich wunderbar in den vielen Jungdarstellern wieder die ihn/sie verkörpern. Jeder dieser Schauspieler spielt sich selbst. Sie sind Vic (Ian Alexander –The OA), Nathan (Lucas Jade Zumann), Xavier (Colin Ford – Under the Dome) oder Justin (Justice Smith – The Get Down) – aber an diesem einen Tag sind sie auch „A“. Besonders spannend ist das an dem einen Tag an dem „A“ in Rhiannon selbst aufwacht!

Fazit

Tolle schauspielerische Leistungen. Eine zunächst etwas verwirrende Grundprämisse – die es aber schafft zu fesseln. Ihre Liebe zu dieser spezifischen Seele zwingt den zuvor unbesorgten Teenie Rhiannon dazu mal etwas mehr nach links und rechts zu gucken. So sieht sie auf einmal Personen, die sie sonst nie gesehen hätte, da sie sich nicht direkt in ihrem sozialen Zirkel befanden. Das regt vermutlich nicht nur die jungen Zuschauern dazu an, selbiges Mal im eigenen Umkreis zu machen.

7 von 10 Punkten

Lest hier das Interview der Schüler der Berliner NewSchool mit Filmstar Angourie Rice.
Und hier der tolle Podcast der Berliner NewSchool Talents zum Film.

 

Foto© Orion Pictures

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