Review zur Serie SWEETBITTER (STARZPLAY)

Seit Ende Mai könnt Ihr bei Prime ja den Sender STARZPLAY – den Streamingkanal des US-Senders Starz – abbonnieren. Eine der Starz Eigenproduktionen, die ihr da gucken könnt, ist SWEETBITTER. Junges Mädchen – New York – Kellnerjob, aber hey, sie will ja gar nicht Schauspielerin werden? Was die Serie außerdem noch hervorhebt lest Ihr hier.

Zum Inhalt

Basierend auf dem Bestseller von Stephanie Danler, erzählt die Geschichte der jungen Tess, die als 22-Jährige nach New York zieht und durch ihren Job in einem edlen Restaurant auch in die durchaus schrägen Seiten des Nachtlebens eintaucht.

Foodie Show oder Junk Food? 

Was anfängt wie gefühlt Drölftausend Serien zuvor, wird auf einmal doch interessant, als Tess (Ella Pumell) im Jobinterview mit Restaurantbesitzer Howard (Paul Sparks aus Boardwalk Empire) auf die Frage, ob sie denn Journalistin oder Schauspielerin werden wolle, einfach mit „Nein“ antwortet. Was will sie denn dann? Das weiß sie nicht. Und das wissen doch letzten Endes die Wenigsten, die sich auf das Abenteuer Großstadt einlassen wirklich.

SWEETBITTER ist keine dieser Serien, in der die Protagonistin kellnert um sich ihren eigentlichen Traum zu finanzieren. Denn in SWEETBITTER taucht man tiefer in die Szene der professionellen Kellner, Küchenchefs und anderen Restaurantmitarbeiter ein. Tess weiß zwar anfangs nicht, was sie eigentlich wirklich will. Findet dann aber Gefallen am lockeren und ungebundenen Leben, das ihr ihre Kollegen vorleben. Sie findet Gefallen an Genuss, Sex, Drogen. Doch sie lernt auch ihre Sinne kennen und Kochkunst zu schätzen.

Ich kenne die Buchvorlage nicht, stelle sie mir aber irgendwie wie einen ausführlichen Foodie Blog vor. Wenn man sieht wie Tess Bilder vor Augen hat, um auch nur ansatzweise widerzuspiegeln, was ihr beim ersten Kosten einer Auster durch den Kopf geht, kann man sich nur vorstellen wie detailliert dies sicherlich im Roman skizziert ist. Man sieht dabei auch die zu Grunde liegende Metapher: das junge Mädchen, dass in die Welt der kulinarischen Genüsse eingeführt wird – naja und nicht nur dieser Genüsse eben. Das ist eine Erfahrung für alle Sinne. Essen, Wein, das sind auf einmal völlig neue Welten für sie.

SWEETBITTER wirft weder mit soziopolitischen Themen um sich, noch regt es groß zum Nachdenken an. Die Schauspieler sind durchaus sympathisch und oft wünscht man sich eigentlich gerne etwas mehr Fokus auf die Nebencharaktere. Insbesondere Caitlin Fitzgerald (unReal) als Simone und Daniyar als Sasha avancieren schnell zu den Highlights auf dem Bildschirm. Es ist eine süße, kurzweilige Serie, die mit ihren 6 Folgen, à knapp 30 Minuten, aber durchaus gut unterhält. In Gourmet-Sprech würde man sie wohl einen Palate-Cleanser (Gaumenreiniger) nennen – was seichtes zwischen zwei Gängen. 

Alles in allem gibt’s von mir 6 von 10 Punkten.

Bild: © Macall Polay für Lionsgate

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