Serien-Review: GODFATHER OF HARLEM (MagentaTV)

Von Beate Geibel

Gangster-Clans im Kampf um die Vorherrschaft in New York

Nach wahren Begebenheiten: GODFATHER OF HARLEM erzählt die Geschichte des berüchtigten Gangster-Bosses Bumpy Johnson. In den frühen 60ern kehrt er nach zehn Jahren aus der Haft zurück. Das Viertel, das er einst beherrschte, versinkt im Heroinsumpf. Seine eigene Tochter ist drogenabhängig. Da die Straßen von der italienischen Mafia kontrolliert werden, muss Bumpy ein Bündnis mit dem radikalen Prediger Malcolm X schließen, um die Genovese-Familie zu bekämpfen und die Macht zurückzuerlangen.

Chris Brancato (Co-Creator von „Narcos“) schrieb die packenden Drehbücher, Forest Whitaker spielt die Hauptrolle und produzierte die Serie.

Hier könnt Ihr den Trailer sehen!

Schuster bleib bei denen Leisten!

Inspiriert von einer realen Geschichte, beginnt die Serie, erdacht und geschrieben von den “Narcos“-Machern Chris Brancato & Paul Eckstein mit dem Tag (Anfang der 60er Jahre), an dem Ellsworth “Bumpy” Johnson (Forest Whitaker) nach Verbüßen einer zehnjährigen Haftstrafe in Alcatraz zurück nach New York kommt.

Schnell stellt er fest, dass die italienische Mafia inzwischen die Macht in seiner Nachbarschaft übernommen hat.

“Bumpy“ versucht die Kontrolle über “seine“ Straßen wieder zu erlangen und ist gezwungen, ungewöhnliche Allianzen mit Anführern von Bürgerrechtsorganisationen (u.a. Malcolm X und Adam Clayton Powell Jr.) einzugehen.

Die an sich klassisch simple Gangster-Story wird eingebettet in die großen sozialpolitischen Kämpfe dieser Zeitperiode, man spürt in jeder Minute den Versuch, den hohen Ambitionen des Projektes zu gerecht zu werden.

Und genau hierin liegt das Problem. Man ist versucht „Schuster bleib bei deinen Leisten“ den Machern zuzurufen. Deren hohe Ambitionen des anspruchsvollen Themenkomplexes (u.a. Rassen-Diskriminierung, konkurrierende Religionen, Politik), kollidieren permanent mit den Klischees, die das Genre mit sich bringt.

Dadurch gerät die eigentliche Geschichte ins Stolpern, denn anstatt beim Erzählen der einfachen Gangster Geschichte zu bleiben, versucht die Serie tiefgründig, gesellschaftspolitisch relevant und philosophisch zu sein.

Auch sind die Langatmigkeit mit der die Geschichte erzählt wird, der vollgestopfte Handlungsbogen und die zum Teil sperrigen Charaktere, ein Problem.

Fazit 

Zu viel Ehrgeiz und zu wenig Konzentration aufs Wesentliche.
Ein Pluspunkt ist die wie gewohnt auf hohem Niveau agierende All-Star Schauspielriege.

Interessant für Fans des reinen Gangster-Drama-Genres. Für alle anderen eher schwierig, da umständlich und schwer.

6/10 Goldblums

Seit dem 14. November ist die erste Staffel von „Godfather of Harlem“ in Deutschland angelaufen. Alle zehn Episoden gibt es exklusiv und ohne Aufpreis bei MagentaTV.

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