Serienkritik: MEINE GENIALE FREUNDIN

Bevor wir zur Serien Kritik kommen, hier der Kurzinhalt:

Nach der weltweit erfolgreichen Romanvorlage von Elena Verante aus dem Jahre 2011 folgt nun die Serienadaption des ersten Bandes „Meine geniale Freundin“.

Die Serie entführt die Zuschauer in das Neapel der 50er Jahre und vermittelt auf bemerkenswerte Weise die Komplexität der Gefühlswelt einer innigen Freundschaft, die ein Leben lang halten sollte.

Hier gehts zum Trailer:

Kommen wir nun zur eigentlichen Serien Kritik:

Gefühlvoller Blick in das Seelenleben zweier so unterschiedlicher Mädchen, die als Nachbarskinder in den Armenvierteln Neapels der Nachkriegszeit aufwachsen.

Beleuchtet wird dabei, beginnend mit der Kindheit, wie viel Einfluss Familienumfeld, das Fehlen von Bildung, Armut, und gesellschaftliche Verflechtungen auf das Erwachsenwerden – und auf diese besondere Freundschaft haben.

Bemerkenswert ist das Wechselspiel aus Distanz und Nähe, mit dem da zu Werke gegangen wird. Die feinfühlige Zeichnung der Charaktere,  obwohl die Umwelt für die beiden so unterschiedlichen Mädchen, roher und bedrohlicher kaum sein könnte.

Die Entwicklungen von Lila & Lenu in einer emotional eher kalten Erwachsenenwelt, die vordringlich ums Überleben kämpft und die den Wissensdurst, die Neugier und den Drang nach Selbstbestimmtheit und Freiheit der beiden Protagonistinnen weder nachvollziehen, noch unterstützen will.

Eine Ode an die Freundschaft

Wir erleben eine besondere Freundschaft, die mit ihrer eigenwilligen, traurigen Stärke einen besonderen Sog auf den Zuschauer ausübt.

Diese außergewöhnliche Buchadaption erfordert Geduld, das Einlassen auf eine langsame Erzählweise und gemächliche, behutsame Charakterentwicklungen.

Mein Tipp:  Die Serie im italienischen Original mit Untertiteln schauen, der original neapolitanische Dialekt transportiert das Gefühl dieser Geschichte perfekt und entfaltet so am besten ihre raue Kraft.

Fazit: Wer Serien wie Fast Food einatmet und sie rein als schnelle Unterhaltungsquelle für nebenher nutzt, ist bei „Meine geniale Freundin“ am falschen Platz.

10/10 Goldblums

„Meine geniale Freundin“ ist ab sofort in der Megathek von Magenta TV, dem SVoD-Angebot der Deutschen Telekom, abrufbar.

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