Inhalt

Wir befinden uns im Jahre 1983 in Texas. Die Personal Computer Industrie steckt noch in den Kinderschuhen. Joe McMillan, ein ehemaliger IBM Mitarbeiter, der inzwischen für Cardiff Electric, einer in Texas beheimateten Software Firma arbeitet, hat die Vision, den ersten tragbaren PC zu entwickeln.

Auf der Suche nach Mitstreitern, stößt er auf Gordon Clark, einen genialen, wenn auch desillusionierten Ingenieur und Cameron Howe, eine junge Programmiererin, die zwar ebenfalls begnadet, aber auch unberechenbar, aufbrausend und eigensinnig ist.

Der Rest der zentralen Cast wird vervollständigt durch Donna Clark, Gordons Frau, die, wie ihr Mann mit einem Diplom der Berkeley Universität ausgestattet, in einem Computerunternehmen arbeitet und John Bosworth, dem Vertriebsleiter bei Cardiff Electric.

Zusammen versuchen sie den Wettlauf um den ersten portablen Computer zu gewinnen.

Fazit

Wir befinden uns im Goldenen Zeitalter der intelligenten, mit melancholischen Untertönen ausgestatteten TV-Serien,  deren Speerspitze sich in “The Leftovers“, “Mindhunter“, “A Handmaids Tale“, “Better Call Saul“, “Godless“, “The Americans” und eben “Halt And Catch Fire” manifestiert.

Allesamt Ensemble Cast Shows, bei denen die eigentliche Geschichte in den Hintergrund tritt, um den Figuren Raum zur Entfaltung zu geben und bei denen die Beziehungen der Charaktere zueinander den Reiz der Serie ausmachen.

Ganz im Geiste von Serien wie “Northern Exposure“, “Queer as Folk” und “Sons of Anarchy“, auf die diese Attribute ebenfalls zutreffen.

Halt and Catch Fire” ist das aktuelle Flaggschiff dieser Sparte, weil es über ein Figuren-Kollektiv verfügt, das eine solch starke Chemie besitzt, dass man nach den ersten Folgen bereits für jede Hauptfigur Empathie empfindet und sie quasi adoptiert.

Möglich machen diese Chemie die herausragenden schauspielerischen Leistungen von Lee Pace (Joe), Davis Mackenzie (Cameron), Scoot McNairy (Gordon),  Kerry Bishé (Donna), Toby Huss (Bos) und das fabelhafte Drehbuch, bei dem vor allem die Dialoge vollständig überzeugen.

Womit wir schon beim sechsten “Mitglied” der Crew sind: Der Musik.

Normalerweise ist das musikalische Intro einer Serie nach der dritten Folge nervig und man möchte am liebsten vorspulen.

Bei ”Halt and Catch Fire” dagegen hab ich mich mit jeder neuen Folge auf das Intro gefreut, es ist musikalisch weit vorne: 80er Synthie Sounds und das Jahre, bevor genau dieser Sound mit “Stranger Things” massentauglich wurde.

Mit sehr viel musikalischem wie dramaturgischen Sachverstand ausgewählt, die die Serie mit einem perfekten Klangteppich begleitet, ist die Musik  ein Traum -  übrigens ist sie mit den Charakteren zugeordneten Spotify Playlisten ausgestattet.

Auch die Austattung, der gesamte Look, der die Serie von den 80er Jahren im Laufe der vier Staffeln bis in die 90er trägt, ist stimmig und mit viel Liebe fürs Detail gestaltet.

Was ”Halt and Catch Fire” aber so unwiderstehlich macht und weshalb ich eine uneingeschränkte Serienempfehlung ausspreche, ist, dass die Autoren verstanden haben, die Fehlschläge der Protagonisten als Vehikel für das Wachstum der Charaktere zu nutzen und ihnen somit etwas zu verleihen, was sie für den Zuschauer so kostbar macht: Menschlichkeit.

Zwar braucht die Serie, genau wie die anderen oben genannten, Zeit um sich zu entfalten, sie ist an manchen Stellen von der Erzählgeschwindigkeit, langsam, aber genau das ist notwendig, um die Charakterentwicklung zu ermöglichen und die Figuren glaubhaft zu machen.

Die Figur des Joe McMillan ist ein Paradebeispiel dieser außergewöhnlichen Charakterentwicklung. Vom unterkühlten, aus reinem Kalkül handelnden, arroganten Egoisten, hin zu einem reflektierten, nachsichtigen und erwachsenen Mann.

Und genau diese Entwicklung der Figuren ist der rote Faden, das Herzstück der Serie, quasi “The thing, that gets you to the thing”.

Vor allem die 3. und 4. Staffel hat Episoden hervorgebracht, die zum Besten gehören, was ich jemals in der weltweiten TV-Landschaft gesehen habe. Es gab Folgen, die mich tief berührt und noch Tage danach beschäftigt haben.

Halt and Catch Fire“ ist ein Meisterwerk, das zu den am meisten unterschätzen Serien der letzten 20 Jahre gehört und in der jede Minute kostbar ist.

Fazit: 10 von 10 Goldblums für diese Serienempfehlung

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