The Umbrella Academy Comic Review – Band 1

Es gibt keine Schublade, in die ich den Comic The Umbrella Academy stecken kann oder auch will. Die Charaktere sind schräg – und die Welt in der sie sich bewegen, ist so schön absurd, dass immer wieder neue Fragen aufkommen. Ich kann jetzt schon sagen: Ich werde die Weltuntergangs-Suite mit Sicherheit öfter als ein Mal lesen.

Die Geschichte: Nach dem Tod von Sir Reginald Hargreeves finden sich seine Adoptiv-Kinder erneut zusammen. Jeder von ihnen hat außergewöhnliche Fähigkeiten und es gilt das Ende der Welt zu verhindern. Wie oder warum der Weltuntergang kurz bevor steht, müssen Vanya, Space(boy), Allison aka Rumor, Séance, Nummer Fünf und Diego aka Kraken herausfinden. Wenn neben alten Feinden, die Familie sich dabei gegenseitig nicht im Weg stehen würde, wäre dies mit Sicherheit einfacher.

Die Identität von The Umbrella Academy

Die liebe Kollegin Ricarda hat in ihrem Review zur Serien-Adaption The Umbrella Academy den Vergleich zu Watchmen schon einmal gezogen (vielen Dank auch!). Daran musste ich auch beim Lesen denken. Dies ist allerdings nur ein Anhaltspunkt, um zu verdeutlichen, in welche Richtung es geht. Schließlich hat der Comic seine eigene Identität – und was für eine!

Im Kern der Identität stehen die Charaktere. Jeder hat seine eigene Last, die er/sie mit sich herumschleppt. Oben drauf kommen dann noch die gestörten Beziehungen, entstanden durch eine Vaterfigur, die keine war. Die unglaublichen Fähigkeiten und allgemein die verrückte Welt (mit sprechenden Affen und seltsamen Wesen) machen den Comic zu einer runden Sache.

Insgesamt kommt The Umbrella Academy einer Achterbahn gleich… Mist, auch hier war Ricarda wieder schneller. Nur, weil mein Artikel später online geht, sieht das natürlich nicht gut aus für mich, deshalb muss ich mir jetzt extra was Neues einfallen lassen… Ein Rauf und Runter an Gefühlen? Hmm, das ist ja auch wieder eine Achterbahnfahrt.

GUT.

RICARDA.

DU HAST GEWONNEN.

Es ist eine Achterbahnfahrt und Du hattest die Idee zuerst. Grund hierfür sind die verschiedenen Handlungsstränge, die – wie die Familie selbst – die meiste Zeit nie wirklich zusammen sind, aber am Ende doch zueinander finden.

The Umbrelly Academy – Ein Comic von dem man sich mehr Antworten wünscht!

Das ist natürlich nicht der einzige Kritikpunkt, den ich habe. Das sagt aber schon viel Positives über den Comic aus. Es wurden bereits Andeutungen gemacht, aber ich wünsche mir noch mehr Geschichten aus der Ausbildungszeit, mehr Informationen über Sir Reginald Hargreeves und mehr crazy Feinde.

Am Sprecher-Dialog könnte auf jeden Fall gearbeitet werden, da er zwischenzeitlich sehr aufgesetzt wirkt.

Mein größter Kritikpunkt aus Band 1 ist, dass mir bis zu diesem Zeitpunkt Vanyas Motivation schleierhaft bleibt. Auch wird Séance und sein Charakter kaum ins Rampenlicht gestellt. Schade eigentlich – schließlich spielt er solch eine entscheidende Rolle. Auch würde mich interessieren, was zum Teufel mit dem Assistenten von Sir Reginald Hargreeves ist? Wer ist er?

Und der wichtigste Punkt zum Schluss: WAS MACHEN DIE GANZEN SPRECHENDEN AFFEN HIER?

The Umbrella Academy als Serie – Ist die Adaption gelungen?

In der Serie wurde zum Beispiel an meinem Kritikpunkt von Vanyas Motivation gearbeitet. Besonders glaubwürdig empfinde ich diese jedoch nicht, auch wenn Ellen Page ihre Sache gut macht.

Es wurde insgesamt die „Weirdness“ des Comics abgeschwächt, damit das Publikum sich besser in die Welt hinein versetzen kann. Spaceboy scheint nicht ganz so stark in der Serie und Sèance kann im Comic seine Fähigkeiten wesentlich besser kontrolllieren, was ihn aber auch wenig Entwicklungsspielraum für seinen Charakter gibt. Diese Entscheidungen kann ich also durchaus nachvollziehen.

Die „Weirdness“ wurde von der Serie gut aufgenommen, aber ich vermisse ein bisschen das düstere und blutige Element aus dem Comic.

Ich werde den Comic und die Serie in Zukunft weitestgehend getrennt betrachten, aber im Großen und Ganzen hat sich hier aus einer tollen Comic-Vorlage eine gute Serien-Adaption entwickelt —  mit hoher Qualität und noch höherem Potential!

Fazit: 9/10

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