Dexter: New Blood

1 Serie, 2 Meinungen – DEXTER: NEW BLOOD

Von Beate Geibel und Ricarda Eichler  Dexter

Er ist wieder da! 2013 endete die phänomenale Serie DEXTER mit einem eher schwachen Serienfinale. Das wollte man nun ausbessern und Fans zeigen, was unser liebster Serienkiller mittlerweile so treibt. Die zehn Folgen umfassende neue Serie DEXTER: NEW BLOOD wird ab 22. November auf SKY ausgestrahlt. Beate und ich durften schon einmal reinschauen und sagen euch, ob das ne gute Idee war oder eher doch nicht!

Zum Inhalt von DEXTER: NEW BLOOD

10 Jahre ist es her, dass Dexter Morgan in einem Hurricane verschwand und nie wieder gesehen ward. Unter einem Decknamen lebt er in der Kleinstadt Iron Lake ein ruhiges Leben. Doch dann taucht ein unerwarteter Besucher aus Dexters Vergangenheit auf. Darüber hinaus zieht ein Verbrechen die Kleinstadt in ihren Bann und Dexter sieht sich erneut mit seinem Dark Passenger im Zwiegespräch.

Was Beate sagt….

Zur Info: Diese Review basiert auf den ersten vier Folgen, die uns vorab zur Verfügung gestellt wurden.
Dexter Fan zu sein, war, ob der auszuhaltenden Ambivalenz, für mich immer eine Art moralisches Dilemma. Einerseits ein Serienmörder, andererseits eine Serienfigur, der ich gerne gefolgt bin und für die ich tatsächlich Sympathien hegte. Und für vier volle Staffeln war ich im Team Dexter. Leider wurde die Serie ab Staffel 5 qualitativ immer schlechter, bis zum bitteren, unerträglichen, wie unbefriedigenden Ende.

Mit DEXTER: NEW BLOOD wagt man nun also eine Art Neuanfang. Weg vom Glamour und dem Stadtleben von Miami, hinein in die kleinstädtische Provinz von Iron Lake im Staate New York. Mein Gedankengang nach den ersten beiden Folgen: Wozu braucht es diese neue Serie? Das ist langweilig, da wird künstlich eine Geschichte am Leben gehalten, die sich bereits in der alten Serie totgelaufen hatte.

Und dann bewahrheitete sich wieder einmal die alte Regel, wer nach zwei Folgen einer neuen Serie schon aufgibt, dem entgeht manchmal etwas. Denn ab der Folge 3 wird es spannend, und zwar so, dass man auf jeden Fall dabeibleiben möchte. Ausgezahlt haben sich Produktionsseitig, drei clevere Schachzüge:

1. Die Verpflichtung des ehemaligen Showrunners, Clyde Phillips.
2. Den Charakter von Dexters Schwester, Debra, wiederzubeleben, ihre Rolle zu modifizieren und zu intensivieren.
3. Der unerwartete Besucher, der ebenfalls einen „Rucksack“ aufhat, über den ich nichts sagen darf, denn das wäre ein Spoiler.

Beates Fazit

Und so finde ich mich zurück im eingangs erwähnten moralischen Dilemma, ich mag Dexter dabei zuschauen, wie er sich fragt: Zerstöre ich mein Leben, weil ich dem Dämon nachgegeben und gemordet habe oder weil ich viel zu lange nicht ich selbst war, als ich versuchte, den dunklen Passagier zu unterdrücken?

#TeamDexter – 7,5/10 Goldblums

Was Ricarda sagt….

Wir durften wie gesagt die ersten vier Folgen vorab sehen, was nun nicht unbedingt ein umfassendes Bild erlaubt, aber besser als nichts. Zunächst hat mich der Grundgedanke der Serie ja eher abgeturnt, denn Dexter war (bis Staffel 4, mit etwas Gnade geht Staffel 5 noch durch) eine phänomenale Serie und ich bin kein Fan vom unnötigen Cash Cow melken. Die ersten beiden Folgen haben diese Annahme zunächst auch eher bestätigt. Das fühlte sich einfach nicht nach Dexter an.

Ein großer Teil dessen ist vermutlich das Ausbleiben von Dexters internen Dialog mit seinem Dark Passenger. Ohne diesen ist das irgendwie nicht Dexter. Das ist die Geschichte von Jim Lindsay, der in einer Kleinstadt mit seiner Freundin zum Line Dance geht und in einem Outdoor-Laden arbeitet.

Die Folgen 3 und 4 ändern langsam die Richtung und verändern den Fokus weg vom Kleinstadt-Jimbo hin zu Dexter – einem Mann, der über sein eigenes Trauma nicht hinweg kommt – und nahezu obsessiv davon überzeugt ist, diesem nicht entkommen zu können. Und somit verschiebt sich der Fokus auch generell etwas, weg von Dexter hin zu seinem Besuch…

Ricardas Fazit

Die Richtung, die sich dabei herauskristallisiert, gefällt mir deutlich besser und ich hoffe dabei bleibt die Staffel. Zwar bleibe ich generell bei meiner Meinung, dass eine Fortsetzung nicht nötig gewesen wäre. Aber so eine psychologische Nachbetrachtung darüber, was die Traumata der Hauptserie für Narben hinterließen, finde ich dennoch durchaus spannend. Der sich im Hintergrund entwickelnde Kriminalfall wirkt dagegen eher nach Kleinstadt-Krimi-Schema-B. Aber vielleicht hält ja auch dieser noch Überraschungen in der Hinterhand.

Ich vergebe DEXTER: NEW BLOOD soweit erstmal 7 von 10 Punkten.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.