Gangs of London (c) SKY

1 Serie, 2 Meinungen – GANGS OF LONDON (SKY)

Von Beate Geibel und Ricarda Eichler

Das Sky Original GANGS OF LONDON ist ab 23. Juli als komplette Staffel auf Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q Abruf verfügbar und ist zeitgleich immer donnerstags ab 21.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky Atlantic HD zu sehen. Das von Sky Studios produzierte britische Sky Original basiert lose auf dem gleichnamigen Computer-Spiel. Staffel 1 enthält 9 Folgen. Beate und ich konnten schon mal für euch reinschauen.

Zum Inhalt von GANGS OF LONDON

20 Jahre lang war Finn Wallace (Colm Meaney) der mächtigste Gangster-Boss in London. Aber jetzt ist er tot – und niemand weiß, wer den Anschlag befohlen hat. An die Spitze seines Familienunternehmens, das durch Bestechung und geschickte Vernetzung Drogenimport, Geldwäsche und andere Mafia-Aktivitäten organisiert, rückt sein Sohn Sean (Joe Cole). Mit Hilfe der Familie Dumani, angeführt von Ed Dumani (Lucian Msamati), versucht er, den Platz seines Vaters einzunehmen und das plötzlich entstandene Machtvakuum zwischen den verschiedenen Banden zu füllen. Scheinbar zufällig trifft Sean dabei auf den schlagkräftigen Elliot Finch (Sope Dirisu), der ihn auf der Suche nach den Mördern seines Vaters unterstützt.

Der Cast enthält außerdem: Michelle Fairley als Marian Wallace, Jing Lusi als Vicky Chung, Narges Rashidi als Lale, Asif Raza Mir als Asif Afridi, Parth Thakerar als Nasir Afridi, Valene Kane als Jacqueline Robinson.

Was Beate sagt

Wenn Gewalt in Filmen oder TV Serien den Zweck hat, Figuren zu transportieren und deren Entwicklung bzw. Motivation zu erklären, dann gehe ich damit dacor.  Sons of Anarchy und Peaky Blinders sind nur zwei Beispiele, in denen das Zusammenspiel von bewußter Körperlichkeit, Mehrdimensionalität der Charaktere, gewaltsame Szenen und eine facettenreiche clever gebaute Geschichte eine funktionierende Balance eingehen.

Wenn, wie bei GANGS OF LONDON, Gewalt die Lücken in einem schwachen Drehbuch stopfen soll, dann geht das nach hinten los und dann reißen es auch die in Teilen guten Performances der Schauspieler nicht raus.

Fazit: Gewalt um der Gewalt willen, ist ein No Go und kriegt von mir folgende Bewertung: 4/10 Goldblums

Was Ricarda sagt

Uffta uffta… ich muss sagen, ich musste mich da echt durchquälen. Und das mag echt verwundern, denn die Zutaten sind an sich spitze! Top-Cast, krasse, hochpolierte Bilder, sehr explizite Gewalt – und das alles vermengt in einem altbekannten Rezept. Essen wie bei Muddern. Sofern Muddi Guy Ritchie heiß,  und Papa dann vermutlich Sam Raimi.

Die familiären Gang-Verstrickungen erinnern an den Klassiker der Kriminalitäts-küche: DER PATE. Doch in einem Versuch hier eine neue Fusionsküche zu kreieren, hat man es irgendwie mit dem Sriracha übertrieben. Hier würde selbst Guy Ritchie sagen „bissl drüber, wa?“.

Ich kenne das zu Grunde liegende Spiel nicht, aber wenn es etwas in die Richtung von GTA geht, erklärt das zumindest die schillernden Gewaltdarstellungen. Macht man die Augen zu denkt man glatt man hört seinem 14 jährigen Bruder bei Ballerspielchen zu. Wirklich eine eigene Note schafft sich GANGS OF LONDON maximal durch sein Londoner Setting welches von Natur aus mit einem multikulturellen Hintergrund ausgestattet ist. London, der Melting Pot of Cultures, gibt uns kriminelle Representanten von Pakistan über Wales.

Und da habe ich auch fast den einzigen positiven Aspekt in GANGS OF LONDON für mich gefunden. Narges Rashidi als Kurdische Drogenbossin Lale. Eine Bad-Ass Frau in einer Männerdomäne und BIPOC noch dazu. Und sie glänzt nicht in erster Linie durch aufreizende Klamotten oder ervögelte sich gar ihren Weg nach oben. Also wenigstens ein Lichtblick!

Ansonsten konnte mich hier wenig fesseln. Es macht bäm bäm und spritz spritz aber hat man alles schon Hundert mal gesehen. Vielleicht etwas weniger explizit. Wobei man sagen muss, dass das Graphic Department hier gefühlt die Blutspritzer aus dem Game übernommen hat, denn sie wirken allesamt etwas unnatürlich. Von der Handlung her gibt es wenige Überraschungen. Wirkliche Sympathieträger gibt es auch nicht. Wirklich unterhalten hab ich mich deswegen auch nicht gefühlt.

Dafür geb ich dann mal 4 von 10 Punkten. Der Cast und die Produktion hätte hier viel mehr machen können aber man suhlte sich lieber in blutigen Klischees.

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