Filmkritik: LOBSTER SOUP (ab 14.10.2021 im Kino)

Darum geht’s in LOBSTER SOUP

Ein Café in der kleinen Ortschaft Grindavik in Island entwickelt sich zum Zufluchtsort für Fischer, Islands einzigem Ex-Boxer, Musiker und Fußball Fans.

Die dort verkaufte Hummersuppe wird von Gastrokritikern weltweit gefeiert und die Geschichten über diesen Ort sind so authentisch, dass der Zustrom an Touristen jeden Tag größer wird.

Das Café wird profitabel – prompt tauchen dort erste Investoren aus Reykjavik auf, die das Gebäude samt Café kaufen wollen.

Kann die Seele des Cafés gerettet werden ?

Zum Trailer geht es hier entlang:

Hier nun die Filmkritik zum Kinostart von LOBSTER SOUP

Als Mensch, der in einer Millionen Metropole lebt, ist der Geräuschpegel, der einen als Großstadtbewohner umgibt, allgegenwärtig.

Um einen herum wuseln Menschenmassen, wirklich allein mit seinen Gedanken, ist man nur in den eigenen vier Wänden.
Erster Gedankenimpuls, der mir beim Anschauen dieser Doku in den Kopf kam:

So wenig Menschen, so viel Zeit, Weite und Stille.

Es hat ein wenig gedauert bis ich mich und meine Gedanken entschleunigt hatte, denn das schafft der Film, wenn man denn bereit ist, sich auf seine langsame Erzählweise einzulassen.

Gemächlich und behutsam erzählt er vom Leben der Bewohner, die unaufgeregt ihre Lebensgeschichten miteinander teilen. Mittel- und Treffpunkt bildet dabei das Café, dort werden Alltagsprobleme besprochen, um sie dann gemeinsam anzugehen.

Der Regisseur verzichtet bewusst auf einen durch den Film führenden Erzähler. Stattdessen fungiert das Einblenden der Zwischenüberschriften als eine Art „Roter Faden“ – den Rest überlässt er Bildern und Dialogen.

So bekommt man als Zuschauer einen kleinen Einblick in eine andere Welt, die ruhig und ohne Stress und Hektik auszukommen scheint.

Fazit

Der Dokumentarfilm LOBSTER SOUP ist „Entschleunigungskino“ in Reinkultur. Ein wohltuend unaufgeregter und liebevoller Blick auf die Menschen Islands, der uns vor Augen führt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

10/10 Goldblums

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