Filmreview zum Kinostart von ATOMKRAFT FOREVER

Darum geht’s in ATOMKRAFT FOREVER

2022 steigt Deutschland endgültig aus der Atomkraft aus.

Das letzte Atomkraftwerk wird abgeschaltet, weil die Erfahrung von Fukushima gezeigt hat, dass das Risiko zu hoch ist und die Technik nicht beherrschbar.

Doch dass damit unser nukleare Problem gelöst wäre, erweist sich bei genauerer Betrachtung als Illusion: Zigtausende Tonnen radioaktiver Müll, dessen Lagerung völlig unklar ist. Gefährlicher Rückbau der Kraftwerke, der Jahrzehnte dauern und viele Milliarden Euro verschlingen wird.

Und europäische Nachbarn, die an der vermeintlich sauberen Kernenergie festhalten: Von 27 EU-Staaten betreiben 13 Atomkraftwerke – und der Ausbau geht weiter.

Hier der Trailer…

 

Meine Filmkritik

Der Kino-Dokumentarfilm ATOMKRAFT FOREVER von Carsten Rau („Wadim“, „Willkommen auf Deutsch“) wirft einen ebenso profunden wie beunruhigenden Blick auf die Atomkraft in Deutschland, gezeigt mit den Bildern von Kameramann Andrzej Król.

Die sechs miteinander verwobenen Episoden erzählen Erstaunliches:

Vom irrwitzigen Aufwand beim Abriss eines Atomkraftwerkes, über die Suche nach einem Endlager, das 1 Million Jahre und die nächsten 10 Eiszeiten überstehen soll – bis hinein in die französische Atomindustrie, die dem deutschen Ausstieg mit Unverständnis begegnet und noch mehr Kraftwerke bauen will und wird, denn auf kurze Sicht im Hinblick auf den Klimawandel scheint die Kernenergie sauberer zu sein als die Kohleverstromung.

Protagonisten:

Zu Wort kommen Menschen, die in einem dieser Atomkraftwerke arbeiten, Bewohner aus den umliegenden Gemeinden, Lobbyisten, Politiker und Aktivisten.

Für mich als nicht neutraler Beobachter, da Atomkraftgegnerin seit 40 Jahren, ist es immer wieder erstaunlich, wie man auch im Jahre 2021 noch davon sprechen kann, Atomkraft sei saubere Energie und Atomkraftwerke sicher.

Die berührendste Szene fast ganz zum Schluss: Die Aussagen des Mitarbeiters, der für die Abwicklung des Rückbaus des Atomkraftwerkes verantwortlich ist, der reflektiert hat und jetzt zu einer anderen Sichtweise bezüglich Atomkraft kommt.

Fazit:

2022 mag das Jahres des für Deutschland geplanten Atomausstieges sein, der Rückbau und die Endlagerung des Atommülls hingegen, ist eine Aufgabe, die noch mehrere Generationen beschäftigen wird, denn die finale Endlagerung ist erst für das Jahr 2080 geplant.

7/10 Goldblums

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