Clickbait

Hate-Watching-Tipp: CLICKBAIT (Netflix)

Ich bin mal wieder etwas spät zur Party, aber Wurst. Denn die Netflix Mini-Serie CLICKBAIT startete bereits letzten August. Darin geht es um ein virales Video, einen Mord, Lügen und Intrigen. Und wie bei jedem guten Unfall kann man nicht wegsehen. 

Zum Inhalt von Clickbait

Der liebevolle Ehemann, Vater und Bruder Nick Brewer (Adrian Grenier) verschwindet eines Tages auf rätselhafte Weise. Im Internet erscheint ein Video des Mannes, der offensichtlich brutal zusammengeschlagen wurde. Er hält eine Karte in den Händen, auf der steht, dass er Frauen missbrauche und sterben müsse, wenn das Video fünf Millionen Aufrufe erziele. Handelt es sich dabei um eine Drohung oder ein Geständnis? Oder etwa beides? Als seine Schwester (Zoe Kazan) und seine Frau (Betty Gabriel) sich auf die Suche nach ihm machen, entdecken sie eine Seite an Nick, die sie bisher nicht kannten.

Die achtteilige Mini-Serie „Clickbait“ wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der spannende Thriller zeigt, wie die teils gefährlichen und unkontrollierten Impulse in uns in dieser Zeit der sozialen Netzwerke nur noch verstärkt werden und wie sich unsere virtuellen und realen Persönlichkeiten immer weiter voneinander entfernen.

Warum ihr das sehen MÜSST

Also jeder kennt ja mittlerweile Guilty Pleasure. Serien für die man sich eigentlich ein wenig schämt, weil sie so sch**e sind, aber man kann nicht aufhören hinzusehen. Mittlerweile gibt es da einen neuen Trend: Hate Watching. Emily in Paris hat’s zuerst gemacht. Eine Serie, die qualitativ betrachtet einfach nur schlecht ist. Da braucht man auch nicht mehr zu diskutieren drüber. So ähnlich ist das mit CLICKBAIT.

Die schauspielerischen Leistungen sind teilweise so… ich glaube, die Kids heutzutage sagen dazu „cringe“. Die Plot-Twists allesamt ziemlich vorhersehbar, und das Writing von vorne bis hinten einfach nur Banane. Da hat noch NIE jemand einen Polizisten arbeiten gesehen, geschweige denn auch nur eine Crime-Serie. Manchmal ist auch die Musik so unfassbar unpassend. Und viel zu laut. Wer hat sich das bitte ausgedacht??

Und. Trotzdem. Kann. Ich. Einfach. Nicht. Aufhören!1!!11!!!!
Warum kann ich nicht erklären, aber ich möchte nicht alleine leiden und stattdessen gerne andere zu ca. 8 Stunden Verderbnis animieren 🙂

Also jetzt ernsthaft: Warum?

CLICKBAIT macht viel falsch, aber auch einige wenige Sachen richtig. Die Geschichte vom vermeintlichen Frauenschänder welcher durchs Internet bloßgestellt wird. Die glaubt man zunächst zumindest ein bisschen. An manchen Stellen der Serie glaubt man komplett daran. Aber was viel schlimmer, und leider realistisch ist: Das Internet glaubt sie. Das Video, welches ihn bloßstellt, bekommt binnen Stunden seine 5 Millionen Views. Die Clickbait ist aufgegangen.

Aber ohne jetzt zu viel zu spoilern zu wollen, das Internet und seine gesamten Partizipanten werden schön an der Nase herumgeführt, denn in dem Fall ist nichts wie es zunächst scheint. Selbst als Zuschauer blickt man zwar immer so ca. 5 Twists voraus – aber den 6. und 7. – der überrascht dann doch 😉

Letzten Endes geht es in CLICKBAIT darum, nicht alles im Internet zu glauben. Das ist nun keine neue Message, aber es hilft durchaus, diese in regelmäßigen Abständen reinzuprügeln. 

Mein Fazit

Der Suchtfaktor war da, alles in allem, es ist glücklicherweise dennoch schnell genug vorbei und die Message ist unumstößlich. Dafür gebe ich CLICKBAIT 6 von 10 Punkte.

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