REVIEW: „DER BUNKER“ (Kinostart: 21. Januar 2016)

Von Marius Rossberg
 

INHALT


Der kleine Klaus wird von seinen Eltern zuhause in einem unterirdischen Bunker unterrichtet, der im tiefsten Wald gelegen ist. Der Vater fungiert als Hauslehrer und verteilt die Strafen, die Mutter die Belohnungen. In diese scheinbare Idylle quartiert sich ein junger Student als Untermieter ein, um sich in Ruhe und Abgeschiedenheit auf eine höchst wichtige wissenschaftliche Arbeit zu konzentrieren. Die Gastfamilie empfängt ihn mit großer Freundlichkeit, anfangs scheint alles gut. Doch nach einer Weile spannen die Eltern den Studenten mehr und mehr als Hauslehrer für ihren achtjährigen Sohn Klaus ein, der bisher exklusiv vom Vater unterrichtet wurde. Der Junge soll eine umfassend gebildete Persönlichkeit und am besten später Präsident werden. Während der Student immer weniger dazu kommt, sich um seine eigene Arbeit kümmern, zeigen sich in der familiären Fassade bald Risse. Ein höchst neurotisches Beziehungsgefüge kommt zum Vorschein, unter dem vor allem der kleine Klaus leidet. Von den maßlosen Ansprüchen der Eltern völlig überfordert, bleibt ihm kein Platz für Spiel und Ausgelassenheit. Als der Student sich mit ihm gegen die herrischen Eltern verbrüdert, droht die Situation zu eskalieren.

FAZIT VON MARIUS

Der Film „Der Bunker“ ist der erste Langfilm des Regisseurs Nikias Chryssos und ein ambitionierter Versuch, unter anderem einen bizarren Kommentar auf unsere Bildungskultur abzugeben. Leider scheitert er an seinen eigenen Ansprüchen. Man bekommt den Eindruck, dass der Film sich nicht richtig traut seine Extreme bis zum Ende auszuerzählen. Es gibt immer wieder spannende Ansätze, die dann wieder fallen gelassen werden. Nur um wieder eine neue Idee zu präsentieren, welche dann auch nicht konsequent zuende gedacht wird. Was wirklich schade ist, denn Potential ist definitiv vorhanden. Zum Beispiel sieht der Film sehr gut aus.

Die Bildsprache ist gut gewählt und zusammen mit der Musik unterstreicht sie die drückende Atmosphäre des Wohnbunkers. In einzelnen Szenen gab es den Versuch mit Farben zu spielen, was aber eher halbherzig durchgeführt wurde. Die darstellerischen Leistungen sind sehr durchwachsen. Pit Bukowski spielt den Studenten souverän aber nicht herausragend, wo hingegen Oona von Maydell die Mutter mit einer schönen Unberechenbarkeit gibt. David Scheller als Vater braucht nicht viel machen um sonderbar zu wirken (sein Äusseres leistet da ganze Arbeit), während Daniel Fripan als Sohn den Zurückgebliebenen zwar an sich gut rüber bringt, mich als Zuschauer jedoch eher kalt lässt.

Ich freue mich immer wieder, wenn deutsche Filmemacher sich ins Genre-Fach wagen, aber wenn es nicht über eine Zitatesammlung großer Meister dieses Faches hinausgeht, bleibt es nur bei einem Versuch. Unterm Strich war es nett diesen Film zu schauen und ich habe auch ein paar mal den Kopf geschüttelt ob der Seltsamkeiten, aber ich bin froh dafür kein Geld ausgegeben zu haben.

Der Bunker: 5,5/10 

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