REVIEW: „ER IST WIEDER DA“ (Kinostart: 8. Oktober 2015)

Timur Vermes stellte 2012 in seinem Bestseller „Er ist wieder da“ die provokante Frage: „Was wäre, wenn …?“ – und sorgte weltweit für Aufsehen. Nach 20 Wochen auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste, über 2 Millionen verkauften Exemplaren in Deutschland und Lizenzen in 41 Sprachen kommt die Erfolgssatire um den wiedererwachten Adolf Hitler am 8. Oktober 2015 im Verleih der Constantin Film auf die große Kinoleinwand.

Inhalt

Er ist wieder da, der Führer. Knapp 70 Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang erwacht Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Angela Merkel und vielen tausend Ausländern startet er, was man am wenigsten von ihm erwartet hätte: eine Karriere im Fernsehen. Denn das Volk, dem er bei einer Reise durch das neue Deutschland begegnet, hält ihn für einen politisch nicht ganz korrekten Comedian und macht ihn zum gefeierten TV-Star. Und das, obwohl sich Adolf Hitler seit 1945 äußerlich und innerlich keinen Deut verändert hat.

FAZIT

„Er ist wieder DA“ ist keine Romanverfilmung im üblichen Sinne. Denn Hauptdarsteller Oliver Masucci begegnet als Adolf Hitler neben fiktionalen Szenen auch in dokumentarischen Elementen dem normalen Bürger auf der Straße, außerdem Kleintierzüchtern, Unternehmern, Prominenten, Jungpolitikern, Journalisten, Nipstern und Neonazis. Der Film arbeitet dabei stark mit humoristischen Elementen. Denn ja, man muss beim Schauen lachen. Oft. Adolf Hitler in der Gegenwart passieren bizarre aber urkomische Dinge. Doch am Ende bleibt das Lachen im Halse stecken – und dann wird die Kehle noch gnadenlos zugedrückt. Das gelingt vor allem durch diesen kleinen wiederkehrenden Doku-Block: Überwältigt, geschockt, entsetzt und von Traurigkeit übermannt schaue ich mir diesen Teil der Verfilmung an. Als ob sie alle auf einen zweiten Hitler warten würden, vertrauen sie ihm ihre Ansichten an, die dabei so kleinkariert, simple und dumm sind, dass man eigentlich nur darüber lachen kann. Eigentlich.

Ganze 380 Stunden Filmmaterial brachte der Regisseur David Wnendt von dieser ungewöhnlichen Hitler-Reise durch Deutschland mit. Zu Sehen bekommen wir nur einen kleinen Teil.

Für mich einer der bedeutendsten Filme des Jahres. „Er ist wieder da“ hält uns auf erschreckend lustige Art und Weise den gesellschaftlichen Spiegel vor. Für mich bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer genau erkennen, worum es hier geht: eine bitterböse Satire, die den Puls der Zeit trifft.

Beide Daumen nach oben!

 
ER IST WIEDER DA ist eine Produktion von Mythos Film in Co-Produktion mit Constantin Film. Produzenten sind Christoph Müller und Lars Dittrich, Executive Producer sind Oliver Berben und Martin Moszkowicz. Der Film wurde gefördert von MBB, FFA, Film- und Medienstiftung NRW sowie DFFF.
 
Kinostart: 8. Oktober 2015 im Verleih der Constantin Film
Darsteller: Oliver Masucci, Fabian Busch, Christoph Maria Herbst, Katja Riemann, Franziska Wulf, Lars Rudolph, Michael Kessler u.v.a.
Produzenten: Christoph Müller, Lars Dittrich
Associate Producer: Sergej Rubinstein
Executive Producer: Oliver Berben, Martin Moszkowicz
Regie: David Wnendt

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