Jupiter's Legacy

Review: JUPITER’S LEGACY (Netflix)

Ooooh toll, mal wieder ne neue Superhelden Comic Verfilmung. Hooray und Hubba hubba zoot zoot. Denkt ihr auch? Selbst ich als Nerd*In bin mit dieser Einstellung an Netflix‚ neueste Serie herangegangen. Was können die mir schon bieten, was ich nicht schon hatte? Doch tatsächlich schaffte es JUPITER’S LEGACY irgendwie, mich in seinen Bann zu ziehen. Am Freitag, 7. Mai, startet die Serie, basierend auf Graphic Novels von Mark Millar und Frank Quitely, beim Streamingdienst.

Zum Inhalt von JUPITER’S LEGACY

Nachdem sie sich etwa 100 Jahre lang um die Sicherheit der Menschheit gekümmert haben, muss die erste Generation der Superhelden dafür sorgen, dass ihre Kinder ihr Vermächtnis weiterführen. Allerdings sind Spannungen vorprogrammiert, als die jungen Nachwuchshelden ihre Fähigkeiten beweisen wollen, es aber schwer haben, in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern zu treten und die Erwartungen an sie zu erfüllen. JUPITER’S LEGACY erzählt von den Abenteuern der Superhelden in einem komplexen Spannungsfeld zwischen Familie, Superkräften und Loyalität über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Meine Review

Zugegeben, der Einstieg fiel schwer. Sicherlich war dies meinen eher geringen Erwartungen geschuldet. Ich kenne die Graphic Novels nicht und die Kostüme auf den Vorab Bildern sehen eher nach billigem Faschingseinzelhandel-Ensemble aus. Auch ist das Sub-Genre „wir nehmen Superhelden – aber machen sie menschlich!“ inzwischen etwas übersättigt. Aber nicht nur die Erwartungshaltung macht es schwer. Auch der Plot ist am Anfang etwas undurchsichtig gestaltet.

Was man gleich mitbekommt: es geht zentral um eine Superhelden Familie mit Generationskonflikten. Doch das ganze drumherum ist irgendwie wirr: wer ist hier wer? Woher kommen die Superkräfte und wer hat jetzt alles welche? Was sind die Motive von Helden sowie Bösewichtern? Das ist ein Einstieg der ein gewisses Vertrauen abverlangt, dass das Ganze irgendwann Sinn macht. Erinnert mich jüngst an WANDAVISION. DOCH mit dem großen Unterschied, dass MARVEL sich das Vertrauen, für so ein Wagnis, vorab verdient hat. So etwas mit einem recht unbekannten Comic zu machen verlangt schon Eier aus Stahl.

Mit der Zeit nimmt die Handlung aber Fahrt auf. In Rückblicken in die 30er erfährt man die Vorgeschichte des zentralen Heldenpapas Utopian / Sheldon Sampson (Josh Duhamel), seines Bruders Walter (Ben Daniels) und seiner zukünftigen Frau Grace (Leslie Bibb). Auch wenn das zunächst etwas belanglos scheint, denkt sich der geschulte Seriast natürlich, dass wir hier irgendwann den Ursprung der Superkräfte erklärt sehen. Alles in allem, sind die konkreten Superkräfte oder irgendwelche tiefgründigeren Motive der Supervillains aber wirklich nur Hintergrundhandlung. Der Fokus von JUPITER’S LEGACY liegt klar auf einem: Familie und der Druck der auf Kindern liegt, das Vermächtnis der Eltern zu wahren.

Mein Fazit

Und da liegt echt die Stärke von JUPITER’S LEGACY. In Sachen Superhelden blabla kann die Serie uns einfach nichts wirklich neues bieten. Und dessen ist man sich hier klar bewusst. Viel mehr geht es, wie in vielen anderen Superhelden Medien der letzten Jahre, zunehmend darum Superhelden in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Früher waren Superhelden Ikonen, Symbole, etwas, was Konsumenten von ihrem tristen Alltag ablenken sollte. Doch genau wie wir inzwischen wissen, dass auch reale Stars und Sternchen durch den Mediendruck und Perfektionsdruck zerstört werden, so würden auch Superhelden in der Realität an diesem Druck zerbrechen.

Das Ganze noch gemixt mit dem Generationsdruck: sollten Kinder immer hinter dem Vermächtnis ihrer Eltern stehen? Wie sollen junge Menschen (oder hier Superhelden) sich jemals selbst finden und vielleicht sogar einen eigenen Namen, ein eigenes Vermächtnis aufbauen, wenn sie immer nur an ihren Eltern gemessen werden?

Wichtig noch: vielerorts wird die Serie gerade als Netflix‘ Alternative zu THE BOYS etabliert. Das sehe ich absolut gar nicht so und halte es für reines Marketing (=schlechtes). Bis auf die graphische Gewalt erinnert hier rein gar nichts an THE BOYS (ok, die Schauspielerin von Robin spielt mit..). Eher sehe ich hier noch Vergleichsmöglichkeiten zu AVENGERS: CIVIL WAR. Denn eine zentrale Frage ist auch hier: was dürfen Superhelden. Ist töten legitim? Schließlich dürfen selbst Soldaten im Gefecht töten, dennoch scheint Utopian in JUPITER’S LEGACY seinesgleichen an einen extrem hohen Moral Kodex zu binden.

JUPITER’S LEGACY hat mich echt positiv überrascht. Ich war nach 3-4 Folgen doch sehr im Bann und wollte Antworten. Leider hofft die Serie anscheinen vorab sehr auf eine Verlängerung, denn: viele Antworten gibt es nicht. Ich habe vorab die gesamten 8 Folgen gesehen. Und am Ende habe ich weiterhin viele Fragezeichen im Kopf. Also BITTE schaut zahlreich, damit wir eine Staffel 2 bekommen! 😀

Ich vergebe 8 von 10 Punkte (Abzüge für schweren Einstieg und offen gebliebene Fragen, aber der Hype macht dies relativ gut wett!)

P.S. für Sie gegoogled: JUPITER’S LEGACY hat übrigens rein gar nichts mit dem eher furchtbaren Sci-Fi Film Jupiter Ascending zu tun! 😀

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