REVIEW: „TEEN WOLF“ – STAFFEL 1 (ab 31.03.2017 auf Blu-ray & DVD)

KURZINHALT

Nachdem der schüchterne Außenseiter Scott McCall von einem Wolf gebissen wird, verwandelt sich der Teenager fortan bei Vollmond in einen Werwolf. Durch seine neuen übernatürlichen Fähigkeiten wird Scott zur allseits beliebten Sportskanone an seiner Highschool. Doch um sein Geheimnis zu wahren, gerät er immer wieder in Bedrängnis. Als wäre das nicht schon genug, verliebt er sich ausgerechnet in Allison und findet kurz darauf heraus, dass sie einer langen Ahnenreihe von Werwolfjägern abstammt …

FAZIT

„Teen Wolf“ basiert lose auf dem gleichnamigen Film von Michael J. Fox aus dem Jahr 1985 – und so sind einige Elemente des Originals tatsächlich beibehalten worden. Doch ehrlich gesagt keine substanziellen: ein paar Charaktere haben dieselben Namen. Die Hauptfigur, Scott (Tyler Posey), entdeckt seine neuen Kräfte ebenfalls beim Sporteln. Dieses Mal ist es aber nicht beim Basketball sondern beim Lacrosse. Strenggenommen ist diese MTV-Serie kein Remake im eigentlichen Sinne – oder gar eine Hommage an den Film, der in irgendeiner Weise, den Geist oder Humor des Originals einfängt.

Der Movie „Teen Wolf“ war Mitte der 80er auf Grund seines absurd-komischen Charmes ein Hit. Im Mittelpunkt stand die Verwandlung seines kanadischen Hauptdarstellers Michael J. Fox zu einem Werwolf. Bei „Teen Wolf“ ging es um Dinge wie: ein Familien-Fluch, diesen Fluch für das Gewinnen eines Basketball-Spiels einzusetzen oder zum Bier-Kauf – oder zum Surfen auf dem Dach eines Autos sowie eine Cheerleaderin begrapschen zu dürfen, die das vorher nie erlaubt hätte. Am Ende versteht der jugendliche Werwolf, dass er eigentlich schon vor der haarigen Transformation cool genug für all das gewesen wäre.

Wie gesagt: absurd-komisch, doch damals war „Teen Wolf“ ein Erfolg. Der Streifen wird zugegebenermaßen trotzdem nicht in die Annalen der Filmgeschichte eingehen. Ich vermute allerdings, dass die Zielgruppe der MTV-Serie noch nie etwas von der 80er Jahre Komödie gesehen oder gehört hat – insofern wird es wahrscheinlich nicht viele entzürnte Michael J. Fox Fans geben, die sich nach einem adequaten Remake sehnen.

MTV versucht hier dagegen eine Werwolf-Serie für Teenie-Mädels zu machen, die sich für das Übernatürliche interessieren – und bereits Fans von „Twilight“ und „The Vampire Diaries“ sind. Auf diesem Niveau gesehen, ist die Show auch nicht schrecklich, sondern funktioniert sogar ganz gut. Im Piloten führte Horrorfilm-Veteran Russell Mulcahy („Highlander – Es kann nur einen geben“, „Resurrection – Die Auferstehung“, „The Hunger“, „Resident Evil: Extinction“) Regie – und er weiß, wie man Dinge visuell interessant in Szene setzt. Thematisch wird nach der Werwolf-Transformation auch schnell eine komplizierte Mythologie für Werwölfe und Werwolfjäger eingeführt – ein in meinen Augen notwendiger Bestandteil für eine moderne Horror-Serie.

„Teen Wolf“ ist zwar kein ehrenvoller Vertreter für mystische Kultshows wie „Buffy“, „Supernatural“ oder gar „The Vampire Diaries“ (die zwar im Vergleich zur Vampirjägerin und den Hunter-Brüdern als etwas qualitativ runtergeschraubt betrachtet werden muss – aber doch eine extrem liebgewonne Serie geworden ist). Trotzdem finde ich, funktioniert die Werwolf-Show von MTV auf verschiedenen Leveln und wird auf jedem Fall dem angestrebtem Publikum gerecht. Sie hat definitiv alle Zutaten, die eine gute Teenie-Serie ausmachen: einige romantische Komplikationen, eine quasi Außenseiter-Hauptfigur, die seine neuen Kräfte entdeckt – und das Mysterium rund um Werwölfe: wie viele gibt es? Was wollen sie? Was hat es mit den Jägern auf sich?

Alles in allem ist „Teen Wolf“ für mich eine verpasste Chance, denn der Sender hätte dank der Original-Vorlage dem populären Genre seinen eigenen Stempel aufdrücken können. Schade, dass die Show wie eine nicht ganz gelungene Kopie von vielen Mysterie-Serien wirkt – und es ihr nicht komplett gelingt einen eigenen Flair zu bekommen. Ich persönlich bin daher nach der ersten Staffel ausgestiegen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass die Show insgesamt sechs Seasons lang ganz erfolgreich lief, kann man wohl sagen: Mission geglückt. Richtiges Publikum erreicht. Well done, MTV!

Fazit: 6 1/2 von 10 Punkten

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