REVIEW: „THE LADY IN THE VAN“ (KINOSTART 14.04.2016)

Von Beate Geibel 

Die zweifache Oscar®-Gewinnerin Maggie Smith, bekannt aus der britischen TV-Erfolgsserie Downton Abbey, bringt in THE LADY IN THE VAN ihre berühmte Bühnenrolle „Miss Shepherd“ auf die große Leinwand. Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd „vorübergehend“ ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer innigen Freundschaft, die die Leben der beiden für immer veränderte.

Alan Bennett adaptierte für diese Komödie sein erfolgreiches Theaterstück, das auf seinen Memoiren beruht. Der Film wurde in der Straße und dem Haus gefilmt, in denen Bennett und Miss Shepherd jahrelang lebten.

Regie führte Nicholas Hytner, der bereits mit Bennett bei „King George – ein Königreich für mehr Verstand“ zusammen arbeitete. Produziert wurde der Film von Kevin Loader, Damian Jones und Regisseur Nicholas Hytner. In weiteren Rollen sind unter anderem Oscar®-Gewinner Jim Broadbent, Alex Jennings („The Queen“), Frances de la Tour („Harry Potter“) und Roger Allam („Die eiserne Lady“) zu sehen.

 

FAZIT

In Zeiten wie diesen, in der fast wöchentlich der Tod eines großen Künstlers, Schauspielers oder Musikers verkündet wird, ist man versucht auszurufen:
„Schnell schnell, Ihr Cineasten, versammelt Euch, lasst uns einen dichten Wall errichten um solch alt-ehrwürdige Schätze wie Sir Ian McKellen, Michael Caine und Maggie Smith zu beschützen!”.
Besagte Maggie Smith gibt hier die Protagonistin, eine auf den ersten Blick heimatlose, verwahrloste, äußerst unfreundliche, geistig verwirrte alte Dame, die trotz ihrer Lebensumstände eine schräge Freundschaft mit einem Herrn (Alan Bennett) eingeht, in dessen Einfahrt sie Ihren Bus parkt.
Diese ungewöhnliche “Freundschaft” führt zu absurden, wie tragisch-komischen Situationen, die eine manchmal aberwitzige, oft traurige, dann wieder schräge Stimmung kreieren, die den ganzen Film mit einer Aura von Wehmut und stolzem Trotz umgibt.
Smith spielt diese Rolle der schrulligen, kratzbürstigen Alten mit so viel Anmut, Ernsthaftigkeit und Würde, daß es weh tut. Maggie Smith ist eine Naturgewalt des britischen Films und sucht ihresgleichen.
Ihr gegenüber steht Alan Bennett, er brilliert ebenso in seiner Doppelrolle als mit sich selbst sprechender Drehbuchautor, der es als einziger versteht, zu seinem unfreiwilligen Gast eine Art Beziehung aufzubauen und ihr nach und nach Details über Ihre Vergangenheit zu entlocken.
Ein feines, kleines, überaus behagliches, wenn auch wehmütiges Vergnügen, daß wirklich nur die Engländer hinkriegen.
Fazit: 8/10

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