Minari

Review zum Oscar-Gewinner MINARI

Endlich wird man hierzulande in den Genuss kommen, den phänomenalen Film MINARI – WO WIR WURZELN SCHLAGEN im Kino zu sehen. Ab dem 15. Juli 2021 wird MINARI bundesweit in den Kinos zu sehen sein wird. Der Film wurde dieses Jahr mit einem Golden Globe® in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet. Zudem freute sich die koreanische Schauspielerin Yuh-Jung Youn bei der Oscar®-Verleihung über die Auszeichnung als „Beste Nebendarstellerin“.

Zum Inhalt von MINARI

Jacob (Steven Yeun) beschließt, mit seiner koreanisch-amerikanischen Familie aus Los Angeles auf eine kleine Farm in Arkansas zu ziehen. Während er die wilden Ozarks als das gelobte Land ansieht, fühlen sich seine Frau Monica (Ye-Ri Han) und die Kinder David (Alan Kim) und Anne (Noel Kate Cho) fremd in der neuen Heimat. Das Zusammenleben der Familie wird urplötzlich auf den Kopf gestellt, als die schlaue, schlagfertige und unglaublich liebevolle Großmutter Soon-ja (Yuh-Jung Youn) ihre Heimat Korea verlässt und zu ihnen in die USA zieht. In ihrem neugierigen, aufmüpfigen Enkelsohn David findet Soon-ja mit der Zeit einen Verbündeten. Zusammen gelingt es ihnen, das magische Band zwischen den Familienmitgliedern trotz aller Rückschläge und Schwierigkeiten immer wieder neu zu knüpfen und ihnen dadurch den Weg in eine hoffnungsvolle gemeinsame Zukunft zu ebnen.

Meine Review zu MINARI

Ich war mega gespannt, MINARI, endlich sehen zu dürfen, nachdem die diesjährigen Awards den Film so gefeiert haben. Der Film baut sich zunächst sehr ruhig und langsam auf. Mehr Stillleben als ständig rasender Plot. Doch genau das hilft ungemein, die Familie Yi und die Landschaft des Ozark-Plateau einfach erstmal aufzunehmen und tief einzuatmen. Der Einzug der Oma, welche die Kinder zuvor noch nie gesehen haben ist dabei nicht der einzige Stolperstein. Auch läuft das Farmgeschäft deutlich schlechter als erhofft.

MINARI – WO WIR WURZELN SCHLAGEN – der Titel ist sehr passend. Denn das Minari-Kraut, welches Großmutter Soon-ja im Wald pflanzt, stiftet die koranischen Wurzeln für den amerikanischen Traum der Yis. Die Wurzeln schlagen jedoch nicht nur Pflanzen sondern letztlich auch die Familie Yi. Ihre Schwierigkeiten liegen dabei weniger im Kulturellen. Eheliche Streitigkeiten, Arbeit vs. Familie, Erziehungsfragen – alles Themen die kulturell übergreifen Familien prägen. Und so sehen natürlich auch Zuschauer aller Herkünfte, dass letztlich alle Familien an ähnlichen Problemen wachsen.

Positiv überrascht hat mich persönlich dabei ja wirklich, dass eine asiatische Familie im amerikanischen Hinterland mit keinerlei rassistischen Anfeindungen zu kämpfen hatte. Klar gab es den ein oder anderen dummen Kommentar, gerade Seitens der Dörfli-Kinder. Doch von Anfeindungen keine Spur.

Mein Fazit

Die Geschichte von MINARI ist eine Geschichte über eine Familie die neue Wurzeln schlagen will. Die ihre Kultur mitbringt und sie in neuen Boden verpflanzen will. Überwiegend unaufgeregt erzählt, kommt die Wendung im dritten Akt umso dramatischer, da man sich durch die Ruhe am Tisch der Familie Yi niedergelassen hat und in Sicherheit wog.

Ein einfühlsamer und schöner Film, der den Zuschauer trotz allem hoffnungsvoll und glücklich berührt zurücklässt. Ein Film der Probleme im Leben einer Familie aufgreift, ohne aggressiv zu werden oder zu machen. Ich kann MINARI wirklich nur wärmstens empfehlen und gebe dafür 9 von 10 Punkten!

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