Review zur britischen Mystery-Serie „Harlan Cobens – The Five“

THE FIVE: 4 Freunde, 1 Totgeglaubter und die Suche nach der Wahrheit

Die 10-teilige Mystery-Crime-Serie aus der Feder von Bestsellerautor Harlan Coben erscheint am 8. Februar in Deutschland!

Bevor wir zu meiner Review kommen, hier kurz zum Inhalt der Serie „The Five

Beim Spielen im Park verlieren die vier Freunde Mark, Pru, Danny und Slade den kleinen Bruder von Mark, Jesse. 20 Jahre später taucht die DNA des totgeglaubten Jesse an einem Tatort auf. Die erste TV-Produktion des 10-fachen New York Times Bestseller-Autoren Harlan Coban überzeugt durch seinen messserschafen Sinn für Humor und eine fesselnde Crime-Story.

Als Kinder sind Mark, Pru, Danny und Slade unzertrennlich. Die vier Freunde sind 12 Jahre, als sie im Park spielen und Marks kleiner Bruder Jesse ihnen folgt. Genervt von dem 5-jährigen schicken sie ihn weg, ohne zu ahnen, dass sie ihn nie wieder sehen werden. Jesse rennt weg und taucht nie wieder auf. 20 Jahre später ermittelt Danny, mittlerweile Polizist, in einem Mordfall und bekommt eine schockierende Nachricht: Jesses DNA wurde am Tatort gefunden. Das heißt Jesse lebt und ist irgendwo da draußen…

Meine Review zu „The Five“ oder aller Anfang ist schwer…

Die Serie beginnt mit der Szene, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Story durchziehen wird: Vier Jugendliche im Wald, schicken einen weinenden Fünfjährigen weg, weil er sie nervt. Ich habe lange überlegt, wie geschickt ich es finde, mit dieser Schlüsselszene anzufangen – ohne Vorlauf, ohne Erklärung. BÄM! Close-Up auf einen verheulten, verrotzten kleinen Jungen, der nach Hause geschickt wird. „Du kennst den Weg nach Hause,“ sagt der große Bruder Mark.

Um meine Anfangsfrage mit einer kurzen und knappen Antwort auf den Punkt zu bringen: Nein! Ich empfinde es nicht als besten Einstieg. Ich sehe diesen Jungen und finde es unmöglich, dass man einen Fünfjährigen alleine nach Hause schickt. Ich verstehe zu diesem Zeitpunkt auch die Motivation noch nicht. Und so fühlt es sich an als wolle man bei der Produktion mit so einem Blitzeinstieg Zeit sparen, um dann doch hurtig mit der eigentlichen Geschichte der Crime-Show anzufangen. Was die Serie aber tatsächlich damit innerhalb von Minuten schafft, ist, dass ich eine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufbaue – und sei es, dass ich empört bin.

Fälle über Fälle – und ob es sich trotzdem lohnt in diese britische Mini-Serie reinzuschauen

Dass Jesse spurlos verschwindet und man nie weiß, was mit ihm passiert ist, macht allen noch zwei Jahrzehnte lang später zu schaffen. Dabei stehen die Freunde längst im Leben: Mark ist mittlerweile ein gestandener Anwalt (Tom Cullen), der immer noch vom schlechten Gewissen geplagt wird. Pru (Sarah Solemani) ist Ärztin und Mutter. Slade (Lee Ingleby) kümmert sich um schutzbedürftige Mädchen und aus Danny (O. T. Fagbenle) ermittelt in einer Mordkommission.

Als dann beim Tatort neben eine Frauenleiche auch DNA-Spuren gefunden werden, die dem Täter gehören könnten – aber beim Datenbank-Abgleich auf den verschwunden Jesse deuten – sind alle gleichzeitig verwirrt und auch voller Hoffnung. Es sind solche Momente, die unter die Haut gehen. Als stilistisches Mittel wird hier ein Piepsen wie bei einem Tinnitus die Stimmung unterlegt. Es funktioniert. Bei diesem einen Moment.

Doch die Serien-Macher entscheiden sich, dieses Stilmittel immer und immer wieder zu nutzen. Weniger wäre hier tatsächlich mehr gewesen. Zurück zur Story: Während ich bei dieser Erkenntnis noch verstehe, dass Danny diese Nachricht mit seinen Freunden teilt, finde ich es im Laufe der Folgen unfassbar unglaubwürdig, dass ein Polizist gefühlt alle mit so vielen Ermittlungsdetails auf dem Laufenden hält. Aufgrund dieser Informationsflut entstehen wieder neue Situationen und werden von den Freunden neue Spuren verfolgt. Das hinterlässt bei mir den Eindruck, dass die Serie zu viel will, was ihr so nicht gelingt.

Aber dann wird aus der crime-igen Seifenoper doch noch ein runderes Paket als es nicht nur um diesen Fall geht, sondern andere Fälle in die eigentliche Storyline feingewebt werden.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Obwohl „The Five“ mit mir als Zuschauerin einige Anfangsschwierigkeiten hatte, catched mich die Serie plötzlich, weil sich einiges fügt – und am Ende sogar funktioniert.

Fazit: Die Serie „The Five“ ist trotz allen Mankos packend und glänzt mit einigen Überraschungsmomenten. Daher: 6,5 von 10 Punkten

 

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