Serienkritik zum Start von MOSKITO KÜSTE (Apple TV+)

Bevor wir mit der Serienkritik von MOSKITO KÜSTE loslegen, hier eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes

Die Serie zeigt ein spannungsgeladenes Charakterdrama um den brillanten Erfinder und radikalen Idealisten Allie Fox (Justin Theroux), der kurzerhand seine Familie entwurzelt und sich mit seiner Frau (Melissa George) und seinen zwei Kindern (Logan Polish, Gabriel Bateman) auf eine gefährliche Reise nach Mexiko begibt, als sie sich plötzlich auf der Flucht vor der US Regierung befinden.

Hier kommt der Trailer

Hier nun unsere Serienkritik: MOSKITO KÜSTE

„Wenn man sich an einer Neuadaption versucht, hat man künstlerische Freiheiten,“

sagt Neil Cross, Ideengeber der Show. Ins gleiche Horn bläst Justin Theroux, Hauptdarsteller der Serie, zudem Neffe des Schriftstellers Paul Theroux, der das Original Buch geschrieben hat.

Übersetzt heißt das:

Freiheiten, die Geschichte so umzugestalten, dass sie auch für eine jüngere Zielgruppe, die weder Buch noch Filmversion kennt, interessant wird – und somit einfacher zu vermarkten ist.

Wirtschaftlich ein nachvollziehbarer Ansatz, rein inhaltlich, not so much. Denn diese Freiheit spricht einen nicht davon frei, inhaltlich sauber zu arbeiten.

Somit ergibt sich folgende Kernfrage:

Warum besteht die komplette erste Staffel aus einem Handlungsstrang, der fast nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat?

Er bringt einem weder die Motivation, noch die Charaktere als solche näher und hat gefühlt nur einen Zweck: Die Legitimation der Actionszenen. Der Zuschauer wird erzähltechnisch bewusst lange im Dunkeln gehalten, damit er dranbleibt.

Das Frustrierende dabei, wenn die Story lange so ziellos ist und einem die Charaktere nicht nahegebracht werden, warum dann dranbleiben?

Hauptkritikpunkt ist allerdings ein anderer:

Es fehlen die Schlüsselelemente der Buch- und Filmvorlage, die Konsum- und Gesellschaftskritik, die Antriebsfeder der Hauptfigur. Diese Kritik fungiert hier bestenfalls ab und an als Stichwortgeber, was für diesen komplexen und anspruchsvollen Themenkreis entschieden zu wenig ist.

Was das Ganze hingegen aufwertet, ist der Spannungsbogen, die beeindruckende Visualität und ihre Schauspielriege, die einen sehr guten  Job macht.

Hoffen wir auf die Staffel 2 und darauf, dass die eigentliche Geschichte dort endlich erzählt wird.

Fazit: Eine visuell beeindruckende und spannende, aber in der 1. Staffel erzähltechnisch enttäuschende Neuadaption von Paul Therouxs preisgekröntem Roman von 1981, die an der Oberfläche bleibt.

Daher 6/10 Goldblums

Seit dem 30.04. bei Apple TV+

 

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