Orange is the New Black ©Netflix

Vom Buch zu Netflix: Orange is the New Black (OITNB)

Am 19. November erscheinen die finale Staffel von ORANGE IS THE NEW BLACK sowie die Serien Gesamt-Edition auf DVD und Blu-Ray. Damit bekommen die unter euch die kein Netflix Abo haben auch noch die Chance, diese tolle Serie endlich sehen zu können. Bis 22. November könnt ihr diese dann sogar bei uns gewinnen! Doch wenn ihr noch gar nicht wisst ob und warum ihr „OITNB“ gucken solltet, hab ich hier mal ein paar Gründe zusammengetragen.

Zum Inhalt von ORANGE IS THE NEW BLACK

Piper Chapman ist weiß, kommt aus gutem Hause, hat einen Verlobten und einen guten Job. Sie lebt ein durch und durch privilegiertes Leben. Bis sie die Sturm und Drang Tage ihrer Jugend einholen. Vor 10 Jahren hatte sie eine wilde Beziehung zu einer jungen Frau welche offensichtlich Drogen schmuggelte. Der Reiz des Verbotenen und die junge Liebe führten dazu, dass Piper ein einziges Mal einen Koffer transportierte. Ein Fehler welcher sie nun einholte und in die Realität eines Frauengefängnisses schmiss.

In sieben Staffeln erleben wir die Geschichten der Frauen welche sie dort trifft. Ihre Hintergründe und teils auch ihre weiteren Pfade. Ihre Leben hinter Gittern. Mit Witz und Liebe zum Detail schafft OITNB eins: soziale Missstände aufwühlen. Nicht nur im Gefängnis, welches privat geführt und somit quasi ein wirtschaftliches Unternehmen ist. Auch außerhalb der Gefängnismauern wird deutlich gemacht, dass viele der Insassinnen kaum andere Chancen hatten.

TV Show is the new Book

Die Geschichte basiert auf der Biographie von Piper Kerman, welcher genau diese Geschichte so in etwa zugestoßen ist. Doch im Gegensatz zu dein meisten verfilmten Büchern, ist OITNB ein absolutes Paradebeispiel dafür, dass manchmal die Verfilmung um Welten besser sein kann. Manchmal hat ein Buch zwar einen guten Inhalt, der aber durch die Länge einer Serie einfach so viel weiter erforscht werden kann. Manchmal reicht es eben, wenn ein Buch nur die Idee zur Serie stiftet.

So ist hier definitiv der Fall. Ich sah zuerst die Serie und wollte daraufhin das Buch lesen. Man erkennt im wesentlichen die Charaktere aus der Serie wieder. An manchen stellen merkt man zumindest welche reale Person im Buch Inspiration für ein oder mehrere Charaktere der Serie war. Da Autorin Piper Kerman sich inzwischen stark für die Rechte von Verurteilten einsetzt und hier und da beratend für die Serie tätig war, kann man auch davon ausgehen, dass die tiefergehenden Geschichten der Serie zumindest grob auf wahren Schicksalen beruhen.

Doch zum Buch. Leider kann ich absolut nicht nachempfinden, wer oder was Mrs. Kerman dazu geraten hat zu schreiben. Oder gar wer ihr empfahl heutzutage Narrative Nonfiction zu unterrichten! Ihr Schreibstil ist pure Folter. Das Buch liest sich wie als wären ihre Gedanken live im Gefängnis auf Klopapier verfasst und nie editiert wurden. Unstrukturiert und fadenloser als ein seemless Schlübber.

Im wesentlichen verfolgt das Buch Pipers Weg von der jungen Wilden, zur privilegierten Erwachsenen, mit Umweg übers Gefängnis und wieder heraus. Ihre Erfahrungen nutzt sie inzwischen um die Situation von Frauen zu verbessern. Dabei hat sie sogar die Serie instrumentalisiert und so beispielsweise bei einer Anhörung Szenen einer Geburt innerhalb des Gefängnisses als Beispiel abgespielt. Szenen, welche sie fast so live im echten Gefängnis erlebt hat. Ihr Weg und die Erfahrungen die sie dabei gemacht hat also in allen Ehren. Vielleicht gibt es ja eines Tages eine Kommentierte Fassung des Buches.

DVD is the New Netflix?

Anyway. Das Buch kann ich euch getrost empfehlen zu überspringen. Schaut euch lieber direkt die Serie an! Und das Beste – wenn ihr kein Netflix habt könnt ihr die Gesamtedition HIER bei uns gewinnen! OITNB erschien erstmal 2013 und war praktisch der erste große Streaming Hit. DIE Serie die die Netflix Ära einleiten sollte. Die zeigte, dass unabhängige Streamingdienste wie Netflix mit etwas Mut zur unkonventionellen Thematik genau das sind, was die Welt braucht. Um eben die Geschichten zu erzählen die zu familienunfreundlich, zu edgy, zu frauenlastig, zu LBGTQ und letztlich zu real für Sender wie ABC, CW und Co. sind.

Doch nebst ernsten Themen und Sozialkritik wartet OITNB auch mit unsagbar viel Herz und Humor auf. Denn um das Gefängnis zu überleben sind enge Freundschaften wichtig und oft auch etwas Leichtigkeit um dem tristen Alltag zu entfliehen. Nebst Freundschaften entstehen dabei natürlich auch Liebschaften, und die nicht nur zwischen den Insassinnen.

OITNB hat für jeden etwas und am Ende der siebten Staffel ist man nahezu traurig Litchfield hinter sich zu lassen. Man will sehen wie es weitergeht mit diesen Frauen die einem so ans Herz gewachsen sind. Und das ist doch alles was man von einer guten Serie erwarten kann.

Ich gebe OITNB 9 von 10 Punkten. Es ist eine tolle Serie die man sich immer wieder ansehen kann, die perfekte Balance aus Leichtigkeit und Tiefgang.

Bildrechte: ©Netflix

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