INTERVIEW: „FUCKING BERLIN“ SVENJA JUNG ÜBER LIEBE, NACKTHEIT & ABENTEUERLUST

Ab morgen (6. Oktober 2016 ) gibt es die Bestsellerverfilmung FUCKING BERLIN auf DVD, Blu-ray und VoD

Was mir Hauptdarstellerin Svenja Jung u.a. über ihre Rolle, Nacktheit und Abenteuerlust erzählt hat, könnt ihr hier nachlesen.

Laut Buch-Rezensionen haben sich viele Leser nach dem „Warum“ gefragt und auch ich musste mich während des Films fragen, warum man seinen Körper verkaufen muss. Wie ging es dir, als Du das Drehbuch gelesen hast?

Natürlich habe ich mich auch nach dem „Warum“ gefragt und gerade das fand ich spannend. Figuren die beim Lesen der Drehbücher zuerst weit weg von mir sind, machen mich umso neugieriger. Für mich ist Sonia eine sehr freie Frau die sich ausprobieren möchte und sich nicht nur aus Geldnot prostituiert, sondern weil sie ihre Grenzen austesten will, weil auch das anfangs eine Art für sie ist ihre Freiheit auszuleben, über ihren Körper zu bestimmen.

Damit ist Prostitution für Sonia auch Macht. Sonia ist mit der Zeit eine Freundin von mir geworden und ich habe gelernt sie zu verstehen. Sie selbst „schützt“ sich in gewissem Maße auch davor eine Prostituiere zu sein. Für sie ist es nicht Sonia sondern „Mascha“ die sich vor den Männern auszieht. Wichtig war für mich auch, dass Sonia durch den Film „schwebt“ und wie so viele mit der Reizüberflutung in Berlin überfordert ist. Sie sucht Halt und Liebe bei Männern (Ladja und Milan) und auch in der Prostitution. Die „Oase“ und die anderen Frauen werden zu ihrer Familie, dort findet sie Geborgenheit. Das sind nur meine möglichen Erklärungen, jeder hat nach dem Schauen des Filmes sicher seine eigenen Eindrücke.

Was war dir besonders wichtig in der Umsetzung/Darstellung deiner Rolle als Sonia Rossi ?

Der Roman ist autobiografisch und ich durfte „Sonia Rossi“(Pseudonym) mehrmals treffen. Dabei habe ich ihre Kinder kennengelernt und mich viel mit ihr über diese Zeit im Berlin unterhalten. Jemanden zu spielen der noch lebt, ist etwas sehr Besonderes. Mein Ziel war es Sonia als 0selbstbewusste Frau zu zeigen die auf der Suche nach Liebe und nach sich selbst ist, wie wir es letztendlich Alle sind, darum geht es im Leben. Für mich war es wichtig, dass es hier nicht hauptsächlich um die Prostitution geht, sondern um diese Frau die alleine nach Berlin kommt, sich verliert und zum Schluss ihren Beat in etwas findet, woran sie anfangs nie gedacht hatte.

„FuckingBerlin“ soll nicht wertend sein und auch nicht nach dem Grund suchen warum eine junge Frau anfängt sich zu prostituieren.

In der Serie „Unter uns“ warst du ebenfalls eine Studentin mit Doppelleben. Was glaubst du, macht den Reiz für junge Frauen aus, ihren Lebensunterhalt so zu verdienen?

Da hat wohl jeder andere Beweggründe, sicherlich ist es auch das schnell verdiente Geld, Kontrolle, Macht, Bewunderung spielen sicherlich eine Rolle. Das Doppelleben schenkt Sonia zudem ein Geheimnis, eine zweite Welt in der es keine moralischen Grenzen gibt.

Können Frauen Sex und Liebe genauso gut trennen wie Männer?

Da denke ich, dass es immer auf den Typ Frau ankommt und die Lebensphase in der sie sich gerade befindet. Es gibt genug Frauen die einfach nur Spaß haben wollen, da geht es nicht um Liebe. Aber wir wissen vielleicht das Sex und Liebe zusammen einfach tausend Mal schöner ist.

Haben deine Rollen deinen Blick auf Männer und Beziehungen verändert?

Nein. Ich denke, dass niemand auf Dauer wirklich glücklich ist, der nur One-Night-Stands hat. Das erkennt jeder Mann und jede Frau irgendwann gleichermaßen.

Du hast einen tollen Körper. Im Film sieht man dich oft nackt. Wie gehst du generell mit Nacktheit um?

Vielen Dank. Ich bin Schauspielerin, und mein Körper ist mein Instrument. Wenn es für mich Sinn für die Rolle macht und die Nacktheit begründet ist, habe ich damit kein Problem. Bei Florian (Regie) war ich in guten Händen und er ist sehr sensibel mit diesen Szenen umgegangen.

FB_Szene13

Der Spruch im Film „ Du kannst nichts lieben, was du nicht kennst“ siehst du das auch so?

„Du kannst nichts lieben, was du nicht kennst“. Da stelle ich mir zuerst die Frage, um welche Art von „Liebe““ es sich handelt. Wenn mir Jemand von einem tollen Ort erzählt, an dem ich noch nie war, kann ich mir in meiner Phantasie und mit Bildern trotzdem ausmalen wie es dort sein wird und anfangen diesen Ort oder dieses Land zu lieben. Das ist bei mir zum Beispiel bei Island und Neuseeland so. Oder eine Mutter die ihr Kind im Bauch hat. Sie kennt es nicht, aber sie liebt es sobald sie von der Schwangerschaft erfährt. Ich glaube auch an „Liebe auf dem ersten Blick“. Das ist ein Gefühl, was ich nicht beschreiben kann, aber du weißt einfach, dass diese Person etwas mit dir macht. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen schwärmen/verknallt sein und Liebe. Ich denke, dass du mit der Zeit erst lernst deinen Partner wirklich zu lieben, mit all seinen wunderbaren Eigenschaften und auch den Fehlern. Dafür musst du sie oder ihn kennenlernen und das braucht Zeit.

Sonia sagt im Film, sie wollte ihre Grenzen austesten und hat sie überschritten. Bist du auch ein eher abenteuerlicher Typ?

Ja. Nach meinem Abitur habe ich mehrere Monate in Australien verbracht, was für mich mit die wertvollste und wichtigste Zeit in meinem Leben war. Reisen ist für mich generell etwas Wunderbares, ich liebe es unterwegs zu sein, neue Orte zu entdecken und einfach loszufahren, ohne einen Plan. Letztes Jahr haben wir einen Road Trip durch Portugal gemacht und nächstes Jahr geht es mit dem Rucksack nach Asien. Auch durch das Schauspielen komme ich viel rum. Um ehrlich zu sein ist dieser ganze Beruf schon ein Abenteuer für sich 😀

In welchen Projekten können wir dich als nächstes sehen?

Am 10. November startet der Film „Die Mitte der Welt“ ( Regie: Jakob M. Erwa) in den Kinos. Hier spiele ich die Rolle der besten verrücken Freundin KAT. Dieser Film basiert auf einem Roman von Andreas Steinhöfel. Im Sommer habe ich eine „böse Hexe“ in der ARD Fantasie-Serie „Armans Geheimnis 2“ (Regie: Irina Popow) gespielt, die Ausstrahlung ist für Ostern 2017 geplant. Momentan bin ich an der Nordsee und übernehme die Hauptrolle einer geistig behinderten jungen Frau in der Buchverfilmung „Ostfriesenkiller“. (Regie: Sven Bohse/ZDF) Die Ausstrahlung ist für Anfang 2017 im geplant.Romanverfilmungen sind wohl mein Ding 😀

DANKE Svenja für das tolle Interview! <3

– Melly

Hier geht’s zum Interview mit Autorin Sonia Rossi !

FB_Szene3

Zum Film:

Mathestudentin Sonja (Svenja Jung) ist neu in Berlin. Die Stadt ist für sie ein Rhythmus in Endlosschleife, dem sie sich hingibt. Als sie sich in Ladja verliebt, scheint alles möglich. Beide spüren den gleichen Beat und tanzen sich durch die Nächte, bis sie pleite sind und Sonja neugierig ist, wie weit sie für Geld gehen würde. Als ‚Mascha‘ steigt sie als Web-Stripperin ein, testet ihre Grenzen aus und macht in der ‚Oase‘ bald alles mit. Ein Doppelleben beginnt…

Facebook-Seite zum Film: https://www.facebook.com/fckngberlin/
Regie: Florian Gottschick
Darsteller: Svenja Jung, Christoph Letkowski, Mateusz Dopieralski, Charley Ann Schmutzler u.v.a.
Nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Sonia Rossi

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.