Lesetipp: Das Traumbestiarium des Mr. Providence

Oktober mag vorbei sein, Spooky Season geht so lange ihr es wollt! Für Fans von H. P. Lovecraft bietet die Graphic Novel DAS TRAUMBESTIARIUM DES MR. PROVIDENCE (Splitter-Verlag) vielleicht eine nötige Ladung allumfassendes Chaos. Ich hab da schon mal hereingelesen und erzähl euch was das Buch taugt!

DARUM GEHT ES IN DAS TRAUMBESTIARIUM DES MR. PROVIDENCE

Für seine Besucher ist der Park nur ein schönes Stück Natur mit Rasenflächen, Bänken und einem See. Aber für den Parkwächter Mr. Providence ist er ein Nistplatz monströser Kreaturen, die in der Dämmerung auf Opfer warten. Er ist redlich bemüht, die Bestien in Schach zu halten, um die ahnungslosen Erholungssuchenden zu beschützen.

Bedauerlicherweise zeigt die neue Parkdirektorin keinerlei Verständnis für die okkulten Ereignisse, mit denen sich Mr. Providence tagaus, tagein herumplagen muss, und ist vielmehr an Performance-Optimierungen und Teambuilding-Maßnahmen interessiert. Dann versetzt ein merkwürdiges Buch, das der Wächter aus dem See fischt, die bizarren Geschöpfe in Unruhe…

Meine Meinung zum Lovecraftian Park-Chaos

Zunächst, um meine Meinung kurz einzuordnen: Ich bin kein Lovecraft-Ultra. Ich habe keins seiner Werke je direkt gelesen, aber bin seit Jahrzehnten großer Fan von Junji Itoh, der sich ja stark von Lovecraft inspirieren ließ. Sein Lebenswerk ist mir also nicht fremd, aber Expertin würde ich mich jetzt nicht nennen.

Deswegen war DAS TRAUMBESTIARIUM DES MR. PROVIDENCE für mich vor allem eins: verwirrend. Mir fehlte hier sehr viel Kontext. Ist die Geschichte um den Parkwächter Mr. Providence jetzt ein Lovecraft Original oder stammt ganz aus der Feder von Daria Schmitt? Ich konnte das weder einfach ergooglen noch selber erschließen. Ich werte die Story aber als Hommage an den Horror-Autor.

Und stilistisch macht sie das auch echt gut. Die überwiegend schwarz-weißen-Illustrationen werden von unterschiedlichen monochromatischen Einflüssen infiltriert. Diese melden sich vor allem dann, wenn übernatürliche Elemente den harten Realismus des Park-Managements durchbrechen. Optisch kann das einiges. Die Story dagegen ist wirklich schwer zu greifen.

Die meiste Zeit hab ich nicht viel verstanden und hoffte die gesamte Zeit, dass es eins dieser Werke ist, dass einen absichtlich verwirrt und am Ende fürs treue Lesen mit Aufklärung belohnt. Doch die Aufklärung bliebt aus. Was genau geht in diesem Park vor sich, wie viel davon konnte der Wächter wirklich greifen – und warum genau wurde Olney in der eingeschobenen Lovecraft Kurzgeschichte dann genau wie Mr. Providence dargestellt?

Mein Fazit

Für echte Lovecraft-Ultras bietet DAS TRAUMBESTIARIUM DES MR. PROVIDENCE auf jeden Fall eine schöne Ergänzung zur Sammlung dar. Vielleicht macht das Ganze für euch dann auch mehr Sinn, da alles was mich verwirrte, letztlich irgendwelche Insider sind. Ich konnte der Story im Wesentlichen schon folgen, aber mir fehlten da einfach ein roter Faden und Antworten.

Woran ich mich aber auf jeden Fall wirklich sehr erfreuen konnte, ist der Zeichenstil. Daria Schmitt ist eine großartige Künstlerin und ich würde mir so manche Seiten direkt so an die Wand hängen. Für den Mix gibt es immerhin noch 6 von 10 Punkten.


DAS TRAUMBESTIARIUM DES MR. PROVIDENCE von Daria Schmitt erschien im Splitter Verlag und ist für 29,80 Euro überall da erhältlich, wo es was zum Schmökern gibt!

Bildrechte: © Daria Schmitt / Splitter Verlag

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