STarzplay - Now Apocalypse

Review NOW APOCALYPSE (Starzplay)

STARZPLAY zeigt ab heute, zeitgleich mit den USA, um 21.00 Uhr exklusiv die neue Serie von Indie-Veteran Gregg Araki (“Kaboom”, “Mysterious Skin”), der auch ausführender Produzent ist. Schnell, sexy und vibrierend inszeniert lässt das Millenial-Palooza aber auch einige Fragen offen.

Zum Inhalt von NOW APOCALYPSE

In NOW APOCALYPSE erleben wir Avan Jogia (“Tut”, “Twisted”) als Ulysses, der seinen Weg im für ihn surrealen und verwirrenden Los Angeles sucht. Kelli Berglund (“S3 – Stark, schnell, schlau”) als Carly, Beau Mirchoff (“Awkward”) als Ford und Roxane Mesquida (“Kaboom”, “Gossip Girl”) als Severine sind wie Ulysses auf der Suche nach Liebe, Sex und Ruhm. Doch zwischen seinen sexuellen und romantischen Dating-App-Abenteuern erwacht Ulysses schon seit Wochen aus Unheil-kündenden Träumen, die ihn eine dunkle, grausige Verschwörung vermuten lassen. Kann aber auch sein, dass er einfach zuviel Gras raucht.

Millenial APOCALYPSE

Der Name der Serie ist selbstverständlich eine Anspielung an den großartigen Apocalypse Now – der Klassiker der damals ernsthafte Weltuntergangsängste im Zuge des Vietnam-Krieges und dessen Auswirkungen verbildlichte. Im hier und jetzt gibt es neben der Erderwärmung und allem was Orange Trump tut eher wenige ernsthafte Weltuntergangs-Szenarien. Einer der Gründe, warum die jungen Generationen (Millenials, Gen-Z, Gen-Y und wie sie alle heißen) oft so von der Welt überfordert sind – sie haben keine so weltbewegenden Probleme wie Generationen vor ihnen. Es geht ihnen verhältnismäßig (!) zu gut, sie überdenken Kleinscheiß und stürzen sich in beknackte Verschwörungstheorien (Obama ist ein Eidechsenmann! Beweisführung dank Youtube und reddit).

Die anstehende Apokalypse spielte in den ersten 5 Folgen, die ich zur Sichtung erhielt, eher eine sehr marginale Rolle – ich vermute aber, dass es dabei bleiben wird. Schließlich ist sie nur ein Sinnbild für den Geltungsdrang und die Suche nach einem Sinn im Leben. Den Sinn finden die Protagonisten in erster Linie in der Auslebung ihrer persönlichen sexuellen Vorlieben und der Findung ihrer Identität.

NOW Identity-Crisis

Ulysses hat keinen Job, sucht sich Typen via Dating-Apps und sieht sich dank seiner Träume irgendwie mit der Apokalypse verbunden. Der Gedanke gibt dem täglichen Aufstehen wohl wenigstens irgend einen Sinn. Sein Mitbewohner Ford ist ein Paradebeispiel für muskelbepackte Hohlbirne, aber wenigstens mit einem guten Herzen. Er denkt er sei Drehbuchautor. Der Produzent der ihm seine Karte gibt scheint aber offensichtlich mehr an seinem Körper interessiert. Netter Gender-Twist.

Seine Freundin Severine ist Wissenschaftlerin und weiß vermeintlich am meisten über die Apokalypse oder was zu dieser werden könnte. Sie wirkt emotional komplett abwesend und nutzt Fords göttlichen Körper praktisch nur als Dildo. Dann ist da noch Carly. Wie alle in LA will sie natürlich Schauspielerin werden, auch wenn sie sich die halbe Zeit eigentlich selbst fragt wieso sie das tut. Sie verdient sich nebenbei etwas Geld als Cam-Girl und findet sichtlich Spaß daran ihre Dominanz auszuleben.

Fazit

Allzu viel Plot darf hier niemand erwarten. Die Serie wirkt stellenweise wie ein Sex and the City für Gen-Y. Hippe, junge Leute die Sex haben und darüber reden. Es geht um mehr oder minder alltägliche Erlebnisse. Das ganze natürlich überdreht und chaotisch. Was ich der Serie auf jeden Fall sehr hoch anrechne, ist die positive Darstellung der LBGTQ-Szene, Sex-Arbeit und auch Sex mit Behinderung. Das freut mein liberales Hippie-Herz!
Alles in allem überdrehte Unterhaltung, jedoch ohne viel Wiederholungs- oder Suchtpotential.
Ich gebe 7 von 10 Punkten.

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