Motherland: Fort Salem

1 Serie, 2 Meinungen: MOTHERLAND: FORT SALEM (Prime)

Von Nele Hilgenstock und Ricarda Eichler Motherland: Fort Salem

Seit dem 20. November könnt ihr auf Amazon Prime die neue Serie MOTHERLAND: FORT SALEM sehen. Die moderne Hexenserie zeigt eine alternative Realität in der die Hexen ihre einstige Verfolgung durch einen Pakt mit der US-Regierung beendeten. Heute trainieren sie als Teil des Militärs um ihr Land zu verteidigen. Neuer Teenie Klamauk oder feministischer Zündstoff? Nele und ich haben schon mal reingeschaut!

Zum Inhalt von MOTHERLAND: FORT SALEM

Zwischen Magie, Freundschaft und tödlichen Gefechten: In einem alternativen Amerika haben Hexen vor 300 Jahren ihre Verfolgung beendet, indem sie mit der US-Regierung einen Pakt schlossen, für ihr Land zu kämpfen. Motherland: Fort Salem begleitet in der Gegenwart drei junge Frauen von der Grundausbildung in Kampfmagie bis zu ihrem ersten Einsatz. Die Mädchen trainieren in „Fort Salem“ und entwickeln dort neben ihren Fähigkeiten in der Kriegsführung auch eine tiefe Freundschaft.

Die Welt um „Fort Salem“ ist voller Magie, abseits von traditionellen Geschlechterrollen oder Machtgefügen und mit mächtigen Frauen an der vorderster Front. Der Kampf und terroristischen Bedrohung, dieser Welt bevorsteht weißt auffallende Parallelen zu unserer Gegenwart auf – die Gefechte werden aber mit übernatürlichen Taktiken und Waffen ausgetragen.

Was Nele sagt …

Ich war wirklich gespannt und auch etwas hyped. Endlich wieder Hexen und Übernatürliches. Ich bin ein großer Fan von The Magicians gewesen oder etwa Spin Offs wie The Originals, wo auch Zauberei und Hexen immer mehr im Fokus standen. Meine Erwartungen an MOTHERLAND: FORT SALEM war also groß und wurden.. leider nicht erfüllt.

Am Anfang dachte ich: „Zum Glück keine komischen Special Effects, wie Blitze aus den Fingern, die sehr billig wirken!“ Aber dann kamen die Kräfte und die Aktivierung dieser und da war es dann irgendwie vorbei für mich. Schrille Töne, Chorgesänge und Singsang-Proben haben es mir schwer gemacht, die Serie gut zu finden oder ernst zu nehmen. Auch die Charaktere finde ich sehr eindimensional und vorhersehbar. Eine junge Hexe aus gutem Elternhaus mit Geschichte, ein Underdog, der eigentlich nicht da sein möchte, aber überraschend gut ist und natürliche die leidenschaftliche Hexe, die alles für ihre Ausbildung am War College geben würde und ihre militärische Ausbildung als Berufung sieht.

Es ist natürlich nicht alles schlecht. Die Storyline klingt interessant. Es geht um Terroristen (Die Plage), die die Menschen und die Welt untergehen sehen wollen. Anschläge werden verübt, die militärischen Hexen versuchen alles in ihrer Macht stehende, um dem Einhalt zu gebieten. An Action mangelt es nicht. Aber die Dialoge bleiben flach, die Story geht für meinen Geschmack schleppend voran und unsere Hauptcharaktere sind vorhersehbar.

Bis einschließlich Folge 3 bin ich gekommen. Leider hat es so gar nicht meinen Geschmack getroffen. MOTHERLAND: FORT SALEM ist eher was für regnerische Tage, an denen man nebenbei vielleicht die Wohnung putzt.

Mein Fazit: 3/10 blauen Luftballons

Was Ricarda sagt …

Und so unterschiedlich können Meinungen sein 😀 Ich habe auch ein kleines Faible für die Hexenkunst. Nebst Klassikern wie Buffy und Charmed mochte ich AHS: Coven sehr, und selbst das Teenielastige The Secret Circle fand ich unterhaltsam. Meine Erwartungen an MOTHERLAND: FORT SALEM waren ebenfalls hoch. Doch im Gegensatz zu Nele, wurden diese bei mir auch überwiegend erfüllt.

Es heißt Mutterland, nicht Vaterland, duh!

MOTHERLAND: FORT SALEM bringt nämlich wirklich frischen Schwung in viele rostige Klischees. Was natürlich nicht heißt, dass es hier und da nicht selber welche nutzt. So ist die Konstellation unserer drei Heldinnen natürlich etwas althergebrachtes. Doch drumherum ist soviel bei dem ich dachte „Wow, und das bei ner US-Serie?“. Gerade das Thema Feminismus ist da ganz groß geschrieben. ABER eben nicht auf diese klischeemäßige Guuuurl Power Schiene. Die Serie spielt einfach in einer Realität in der Frauen, von vornherein anerkannter sind und sich nicht stets beweisen müssen!

Wahrscheinlich liegt dass einfach da dran, dass ein nicht zu verachtender Teil der weiblichen Weltbevölkerung Hexen ist. Und so sehen wir ganz selbstverständlich eine weibliche US-Präsidentin. Aber auch die ebenfalls existierenden männlichen Hexer, dienen eher der Dekoration und dem Bau der Waffen für ihre weibliche Beschützer. Auch Sexualität wird hier ganz anders, ganz offen gelebt. So sehen wir in den P16 Sexszenen einfach mal mehr männliche Haut als weibliche, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt.

In vollkommen anderen Kontexten wären die Szenen vielleicht nicht viel. Aber bei vielen Szenen dachte ich mir, wenn die Szene nun in einer anderen Realität spielen würde, dann würde SIE hier gerade ihren Arsch in die Kamera halten. Doch stattdessen leben diese jungen Frauen ihre Sexualität mit voller Selbstverständlichkeit und Unverfrorenheit aus. Dreier? Läuft bei ihr. Sex mit einem verheirateten Mann? 404 – slut shaming not found.

Da wir hier 3 junge Hexen auf der Militärakademie sehen, hat MOTHERLAND: FORT SALEM natürlich hier und da einen Hauch von High School Serien Charme. Doch dieser ist, zum Glück, eher gering. Und dieser wird auch wenn er auftaucht dennoch mit einer gänzlich anderen Tonalität gezaubert. Schließlich ist es dennoch Militär. Dass es um Leben und Tod geht wird deutlich gemacht.

Mein Fazit

MOTHERLAND: FORT SALEM hat mich tatsächlich wirklich gefesselt als erwartet. Wenn ich sagte, „nur noch eine Folge“, wurden es eher noch zwei. Die 10 Folgen dieser Staffel schafften es, eine Welt aufzubauen in der mich die Charaktere interessierten. Geringfügiger Spoiler zum Staffelverlauf (bitte markieren zum lesen): Staffel 1 endet bereits mit dem Abschluss der Militärakademie. Damit hat uns diese den wichtigen Teil der Ausbildung unserer Heldinnen gezeigt aber gleichzeitig den Weg geebnet, ,für eine noch erwachsenere Staffel 2, dann ohne Ansatz von High School Serien Charme.

Man kann zu Ende kaum glauben was da alles jetzt ernsthaft in nur 10 Episoden passiert ist, denn die Reise wird in Staffel 2 definitiv eine andere sein. Und das schaffen ja nicht viele Serien. Oft wird zu lange auf der Stelle getanzt anstatt wirklich voranzukommen. Ich gebe MOTHERLAND: FORT SALEM 9 von 10 Punkten und freu mich wirklich auf Staffel 2!

2 Kommentare

    1. Das ist relativ üblich, da die Vorab Screener die wir erhalten oft nur die ersten paar Folgen einer Serie enthalten. Aber es hätte wahrscheinlich nicht viel an Neles Meinung geändert. Ich war nach 3 Folgen bereits Feuer und Flamme – sie eben nicht. Geschmäcker sind verschieden 🙂

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