Marvel 616

Review: MARVEL 616 (Disney+)

Ab heute, 20. November, könnt ihr euch auf Disney+ die Dokureihe MARVEL 616 anschauen. Die 8 Folgen á 45-50min blicken auf die kleinen Leute im Marvel Universum. Die Künstler, die Editor, die Cosplayer, die Serien und Figuren die kaum einer kennt. Damit bietet MARVEL 616 Spannende Einblicke auf die Dinge an diesem riesen Mainstream-Megakonzern, die dennoch zu selten im Fokus stehen. 

Zum Inhalt von MARVEL 616

„Marvel 616“ ist eine Zusammenstellung von Dokumentationen, die die historische, kulturelle und gesellschaftliche Wirkung des Marvel Comic Universums und ihre Verbindungen zur realen Welt untersuchen. Jede einzelne Folge in dieser Serie erzählt eine fesselnde Geschichte, die den Visionen unserer Filmemacher Leben einhaucht. Insgesamt stellen diese Filme eine weite Bandbreite an Kreativität dar, die uns zeigt, wie die Marvel Comics auch weiterhin unsere Leben beeinflussen..

Die einzelnen Folgen behandeln:

Episode 1 – The Japanese Spider-Man

Japanese Spider-Man ist eine Spider-Man Serie aus Japan die außerhalb kaum jemand kennt. Sie war der Versuch Marvel Comics auf Japanische Seh-Gewohnheiten anzupassen.

Episode 2 – Higher, Further, Faster

Wer sind die Frauen in der Geschichte Marvels, wie haben sie sich repräsentiert gefühlt und welche Erfolge konnten sie dennoch in der männerdominierten Welt innerhalb Marvels feiern?

Episode 3 – Amazing Artisans

Javier Garrón und Natacha Bustos sind zwei Spanische Comiczeichner die ihre Liebe zur Kunst zum Beruf machten. Die Folge zeigt ihren Weg bis zur Karriere bei Marvel und welche Charaktere sie erschufen.

Episode 4 – Lost and Found

Schauspieler und Comedian Paul Scheer sucht nach den vergessenen Marvel Charakteren. Dabei entdeckt er einige wahrlich abstruse Figuren, manche, die wirklich am besten vergessen bleiben, und manche die ein Revival verdienen würden.

Episode 5 – Suit Up!

Die Episode ehrt die Cosplayer die Stunden und Tage an ihren Kostümen arbeiten um ihre liebsten Marvel Charaktere zum Leben zu erwecken. SUIT UP! folgt fünf Cosplayern auf ihrem Weg zur New York Comic Con.

Marvel 616

Episode 6 – Unboxed

Viele Action Figuren gelten fast als Wertanlage und werden nie aus ihren Boxen geholt. Die Folge befasst sich mit den Ideen und Werten hinter einigen dieser „Spielzeuge“.

Episode 7 – The Marvel Method

Die MARVEL METHODE ist Marvels Art Comics in Symbiose zwischen Autoren und Zeichnern zu kreiren. Oft mit Tausenden Kilometern zwischen den einzelnen Künstlern. Diese Arbeitsweise wird hier beleuchtet.

Episode 8 – Marvel Spotlight

Das MARVEL SPOTLIGHT PROGRAM unterstützt Teenager dabei Marvel Charaktere und Geschichten fürs Theater zu adaptieren.

Meine Review

MARVEL 616 ist eine tolle Dokumentation für den Marvel Fan der sich mit dem riesen Mainstream Konzern dennoch identifizieren will. Seit das MCU die Kinoleinwände der Welt erobert hat ist das Unternehmen und die ganze Geek Kultur derart in den Mainstream gerutscht, dass man die kleinen Underdogs gerne vergisst. Doch Cosplayer, Zeichner und die echten Comic-Geeks die noch die unbekannten kleinen Side-Charaktere kennen, dass sind die die den Konzern zu dem machten was er heute ist.

Man erfährt dabei abstruse aber einfach nur kultige kleine Randnotizen, wie das mit dem Japanischen Spiderman, den außerhalb Japans kaum einer kennt. Kein Peter Parker, nein Takuya Yamashiro. Sein Darsteller, Shinji Tōdō, berichtet: Also sein Vater war Paläontologe. Dann wurde er von den bösen angegriffen. Takuya wollt ihm retten, doch beim Versuch stürzte er in diese Höhle. Dort gab es Spinnen. Ahja und Garida, diesen Typen vom Spider-Planeten. Der rettete sein Leben indem er ihm das Spider-Serum injizierte. Läuft. Das ist Japan. Das ist einfach nur urkomisch und dennoch war es was in Japan funktionierte.

Besonders schön für mich als ehemalige Cosplayerin ist die Folge SUIT UP. Neben der Liebe zum Detail, welche die Cosplayer in ihre Werke stecken, sieht man hier vor allem den wahren Geist des Cosplay: Leute verbinden die allesamt sonst eher schüchtern sind. Cosplay verbindet. Denn man kann für einen Tag jemand anderes sein. So werden introvertierte Leute zu Leuten die plötzlich Freunde machen können und sich voller stolz präsentieren.

Marvel 616

Mein Fazit

MARVEL 616 zeigt wie aus kleinen Leuten, aus Underdogs, Helden des Alltags auf ihre Weise wurden und werden. Das mit Leidenschaft jeder das Potential zu Großem haben kann. Superkräfte sind nicht alles! Und eines der wichtigsten Elemente der Neuzeit ist hierbei Repräsentanz. Daher setzt MARVEL insbesondere auf einen diversen Pool aus Akteuren. Leute aller Nationalitäten, Hautfarben, Geschlechter kommen bei MARVEL zum Zug und ermöglichen es somit, dass sich heutzutage nahezu jeder identifizieren kann.

Die Doku-Reihe ist gerade für Serienfans auch ein kleines Highlight denn jede Episode ist von einem anderen Regisseur. So führte bei HIGHER, FURTHER, FASTER Gillian Jacobs (Community) Regie. Bei LOST AND FOUND saß vor und hinter der Kamera Paul Scheer (Veep). Und die Episode MARVEL SPOTLIGHT stammt von Alison Brie (Community, Glow).

Zum Titel, wer es nicht weiß: im Marvel Universum ist Erde-616 die „Standard“, praktisch „unsere“ Erde, in welcher der Hauptteil der Geschichten stattfindet. Daneben gibt es im Marvel Multiversum bekannterweise andere Erden mit anderen oder parallel entwickelten Superhelden, welche oft und gerne auftauchen. Die Zahl soll dabei darstellen wie unrealistisch es wäre, wenn der Standardwert einfach eine 1 oder 2 wäre. Warum sollten wir davon ausgehen, dass unsere Realität die erste in irgend einer Reihe sei? Wir sind ein Glied in einer langen Reihe and vielen möglichen Realitäten.

Da wir aktuell keine neuen MARVEL Blockbuster im Kino bekommen, ist die Reihe mein Tipp, um euch dennoch mal wieder daran zu erinnern warum ihr den Verein mögt! 8 von 10 Punkten!

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