Die dunkle Seite des Silicon Valley: Eine Review der Sci-Fi-Serie DEVS (FOX)

FOX präsentiert die neue Thriller-Serie „Devs“ ab 19. August 2020 immer um 21.00 Uhr als deutsche TV-Premiere.

Darum geht’s in DEVS

Nach dem mysteriösen Tod ihres Lebensgefährten Sergei Pavlov (Karl Glusman) stellt Softwareingenieurin Lily Chan (Sonoya Mizuno) auf eigene Faust Nachforschungen an. Sie kann nicht glauben, dass er Selbstmord begangen haben soll. Bei ihren Recherchen stößt sie bald auf ein dunkles Geheimnis ihres gemeinsamen Arbeitgebers, eines Hightech-Konzerns namens Amaya.

Im Science-Fiction-Thriller „Devs“ setzt sich Alex Garland („Ex Machina“) mit einer Frage auseinander, die angesichts allgegenwärtiger Überwachungssysteme, künstlicher Intelligenz und der Entwicklung leistungsfähiger Quantencomputer immer drängender wird: Was wird aus dem freien Willen, wenn sich das Handeln eines Menschen im Voraus berechnen lässt?

Die Besetzung von DEVS

Getragen wird die achtteilige Miniserie von einem erstklassigen Ensemble, allen voran Hauptdarstellerin Sonoya Mizuno („La La Land“). An ihrer Seite spielen unter anderem Nick Offerman („Fargo“) als von seiner Arbeit besessener Amaya-CEO Forest und Zach Grenier („Fight Club“, „The Good Wife“) in der Rolle des eiskalten Sicherheitschefs Kenton. Cailee Spaeny gibt die brillante junge Programmiererin Lyndon, und als ebenso geistreiche wie skrupellose Projektleiterin Katie wirkt Alison Pill („American Horror Story“) mit. Für DEVS arbeitete Alex Garland erneut mit seinem Chefkameramann Rob Hardy zusammen, mit dem er schon „Ex Machina“ und „Auslöschung“ drehte.

Hier könnt Ihr einen Blick auf den Trailer werfen

Hat alles einen Sinn?

Ich hatte letztens ein philosophisches Gespräch mit meiner Schwester:

„Was, wenn alles einen Sinn hat? Was, wenn wir den Sinn einfach nur nicht verstehen, weil uns der Abstand oder gar die Kapazität dazu fehlt?“ fragte ich sie.

Nein,“ sagte sie vehement. „Manche Dinge sind sinnlos!“ – und meint damit einen Todesfall in der Familie, der vor wenigen Monaten passiert ist. Ein Cousin von uns, ein paar Jahre jünger als wir, ist urplötzlich verstorben. Unerklärlich. Sinnlos. Viel zu früh.

Und an genau diese tatsächliche Szene mit meiner Schwester, an diesen Dialog, fühle ich mich bei der Serie DEVS erinnert. Die Wissenschaftlerin Katie, eigentlich eine Nebenrolle – vielleicht aber die Strippenzieherin der ganzen Geschichte – sitzt mit der Hauptdarstellerin Lilly in der Küche. Und sie versucht ihr zu erklären, was DEVS ist. Mit der provokanten These:

„Alles passiert aus einem bestimmten Grund.“

Und dann werden sämtliche Dinge, die im Leben passieren, die Lilly als grund- oder sinnlos empfindet, am Küchentisch analysiert. Ein Kleinkind, das an Leukämie stirbt: Ein genetischer Defekt. Ein Stapel voller identischer Bücher und wir wählen ein Bestimmtes: Das Untere hatten weniger in der Hand, das ist neuer. Ereignisse um Ereignisse aufgedröselt. Ursache, Wirkung. Nichts passiert ohne Grund. Auch wenn es kein guter Grund ist – oder ein zufriedenstellender. 

Und das ist DEVS (kurz für Developers). Jede mögliche Kausalität, jedes Ereignis gesammelt in einem Quantencomputer, der das Universum simuliert – oder am Ende gar das Universum ist. 

Das Leben ein Replay? Mein Fazit… 

Wenn alles einen Grund/Sinn hat, entstehen schnell tiefgründige, philosophische, spirituelle und praktische Fragen, wie: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Oder ist alles vorbestimmt und ist die Zukunft damit unveränderbar? 

Matt Kahn, ein spiritueller Lehrer, den ich sehr schätze, hat in einem Vortrag mal erklärt:

„Das Leben ist ein Replay. Wir durchleben gerade das erneut, was ohnehin schon passiert ist. Nur unser Verstand weiß das noch nicht.“

Auch an diese Theorie hat mich die Serie DEVS erinnert – und diese Vorstellung würde stellenweise einige Szenen der Miniserie erklären.

DEVS ist keine Feel-Good-Serie, man muss sie aufmerksam sehen. Sie fordert unseren Verstand und unsere Vorstellung auf unfassbare Weise heraus. Querdenken, Umdenken, die Komfortzone verlassen ist hier angesagt. Think outside of the Box, würde der Ami sagen.

Erzählt wird abwechselnd mit langsamen, leisen Bildern und als krasser Kontrast kommen dann wieder harte, gewalttätige Szenen. Untermalt wird das ganze von einer dringlichen, hastigen und extrem atmosphärigen Musik. Die Melodie wird teilweise nur gehaucht oder gesummt. Diese Musik erweckt Beklemmungen in der Brust und lässt einen nicht mehr los. 

Fazit

Serienerfinder Alex Garland hat mich mit seinem Werk überzeugt. Perfekt gecastet, perfekt gespielt. Das Drehbuch glänzt mit Originalität und die visuelle und audiophile Umsetzung wird diesem Gerecht!

DEVS setzt sich wie ein unheimliches Puzzle zusammen und ist ein Paradebeispiel für tiefgründiges Science-Fiction. Bravo! Von mir gibt’s 9 von 10 Punkten! 

Sendetermine

  • Miniserie „Devs“ als deutsche TV-Premiere ab 19. August 2020 immer mittwochs um 21.00 Uhr exklusiv auf FOX 
  • Wahlweise im englischen Original oder der deutschen Synchronfassung
  • Alle acht Episoden im Anschluss auch über Sky Go, Sky On Demand, Sky Ticket, in der Megathek auf MagentaTV sowie Vodafone Select und GigaTV verfügbar 
Foto: © 2019 FX Productions, LLC. All rights reserved

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