Requiem

Lese-Tipp: REQUIEM (Zwerchfell Verlag)

Im Mai diesen Jahres erschien im Zwerchfell Verlag das massive und verdammt edel aussehende Comicbuch REQUIEM vom Wiener Zeichner Albert Mitringer. Der Comic erzählt eine Art Heldenreise, nur dass der Held bereits all seine Taten vollbrachte und das zeitliche gesegnet hat. Und so macht REQUIEM seinem Namen alle Ehre und besingt hier weniger den Held und seine Taten, sondern viel mehr den Tod und was dann kommt.

Requiem

Zum Inhalt von REQUIEM

In einer trostlosen, toten Welt, bevölkert von Dämonen und Monstern, sucht ein gefallener Krieger nach seiner letzten Ruhestätte. Eine vorbeiziehende gemeine Wanderkrähe erweckt in dem Verstorbenen eine ferne Erinnerung an sein verflossenes menschliches Dasein. Beseelt vom Bedürfnis, mehr über sich selbst zu erfahren, folgt er dem Flug der Krähe durch die garstigen und gefährlichen Totenlande. Es liegt eine lange Reise vor ihm, aber mit jedem Schritt werden ihm Bruchstücke aus seiner früheren Existenz bewusst. Doch ein streitsüchtiger Ziegendämon hat sich an seine Versen geheftet, fest entschlossen, den Suchenden zum Duell herauszufordern.

Meine Review

Optisch machen das gesamte Buch sowie die einzelnen Seiten von REQIUEM massiv was her. Die güldenen Prägungen auf dem Einband sind ein edler Kontrast zu den sonst in schwarz weiß gehaltenen, barock anmutenden Schraffuren. Doch nicht alles ist hier schwarz weiß. In manch klarem Moment durchfahren unseren Krieger Erinnerungsfetzen an sein altes Leben. In diesen switcht nicht nur der Zeichenstil sondern auch die Kolorierung. Weichere Linien, etwas Aquarell – eben mehr mit Leben erfüllt.

Der Krieger sucht mit Hilfe einiger mehr oder minder hilfreichen Weggefährten seinen Pfad zurück zum Anfang zu finden. Die Erinnerung an das wieso, weshalb, woher.

In der Heldenreise geht es ja meistens darum, ein kataklysmisches Ereignis zu verhindern (…). REQUIEM dreht das ganze Prinzip auf dem Kopf. Es gibt keinen bösen Magier mehr oder eine Sekte an Wahnsinnigen, die versucht, das Ende der Welt herbeizubeschwören. Die Welt ist bereits geendet und unser Held ist so stark, dass er sogar dem Tod die Stirn geboten hat und als Untoter das Land durchstreift. Es geht nun darum, den Weg zurück zum Anfang zu finden, sich wieder daran zu erinnern, mit was für einer Motivation man eigentlich aus seiner Heimat aufgebrochen ist, um Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld zu verfolgen und was das eigentlich bedeutet in einer Welt, die in sich zusammengebrochen ist. (Albert Mitringer)

Der Einband verrät, dass die Geschichte frei nach dem Original von Humberto Alfonso sei. Über diesen findet man leider nahezu nichts heraus. Der vermeintlich mittelalterliche Autor wurde wohl zu Zeiten der Kreuzzüge auf Grund seiner okkultisch anmutenden Werke großzügig indiziert. Doch diese Quelle scheint nur eine von vielen Inspirationen zu sein. Denn man spürt auch deutlich, dass Mitbringer aus der Fanatsy Pen & Paper Szene kommt. Schließlich werden hier unfreiwillige Weggefährten durch eine Quest geeint zusammengewürfelt.

Mein Fazit

Ihr mögt die klassische Heldenreise, doch hättet diese gerne mit einer Prise Witz und Zynismus? Et voilá! Und noch dazu in diesem richtig coolen Zeichenstil, kann man sich hier gut und gerne für eine Weile in die Unterwelt zurückziehen. Ist eh zu sonnig drausen!

Ich gebe REQUIEM dafür 8 von 10 Punkten!

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