Review zu IT’S A SIN (Starzplay)

Starzplay bringt die 5-teilige Dramaserie IT’S A SIN ab 20. Juni exklusiv nach Deutschland. Die von RED Production Company im Auftrag von Channel 4 produzierte Serie wurde vom mehrfachen BAFTA-Gewinner Russell T Davies („Queer as Folk“, „A Very English Scandal“, „Years and Years“) geschrieben. Ich gucke ja viel Serien, aber IT’S A SIN hat mich wirklich sprachlos gemacht. Ich kann mich nicht erinnern, wann mich eine Serie jemals zu so einem emotionalen Wrack gemacht hat… Schnappt euch Taschentücher, ein Interview mit Omari Douglas gibt’s auch!

Zum Inhalt von IT’S A SIN

Die mit aufstrebenden und etablierten Schauspielerinnen und Schauspielern besetzte Serie erzählt vom Entdecken von Freundschaft und Liebe während der AIDS-Krise der 1980er-Jahre. Das fünfteilige Drama folgt den schwulen jungen Männern Ritchie (Olly Alexander), Roscoe (Omari Douglas) und Colin (Callum Scott Howells), als sie gerade ein neues Leben in London beginnen. Die Jungs und ihre beste Freundin Jill (Lydia West), werden zusammengewürfelt, sind sich zunächst fremd, erleben aber schon bald gemeinsame Abenteuer.

Doch ein neuer Virus ist auf dem Vormarsch, und schon bald werden alle auf eine Probe gestellt. So hart, dass sie es sich nie hätten vorstellen können. Während das Jahrzehnt vergeht und sie im Schatten von AIDS aufwachsen, sind sie entschlossen, zu leben und zu lieben, intensiver als je zuvor. Zur Besetzung gehören außerdem Keeley Hawes („Bodyguard“, „The Durrells“, „Line of Duty“, „The Missing“), Shaun Dooley („Gentleman Jack“, „Broadchurch“), Neil Patrick Harris („How I Met Your Mother“, „Gone Girl – Das perfekte Opfer“), Stephen Fry (Oscar Wilde, Gosford Park) und Tracy Ann Oberman („Friday Night Dinner“, „Toast of London“, „After Life“).

Meine Review

Stellt euch vor: Euch wird diese fantastische Gruppe neuer Freunde vorgestellt. Ihr verbringt die Zeit eures Lebens miteinander. Hemmungsloser Sex, Parties, lieben und geliebt werden, einfach das Leben genießen. Und dann kommt dieses Monster um die Ecke (no Monster bashing intended). Nicht nur, dass es eure neuen Freunde, die mittlerweile fast eure Familie sind, vor euren Augen langsam und qualvoll tötet. Danach nimmt es sich euch vor und reißt euch, während ihr zuseht das Herz heraus. Mit Essstäbchen. Stück, für Stück, für Stück.

Das beschreibt in etwa die Erfahrung die ihr innerhalb von nur fünf (!!!) Folgen IT’S A SIN machen werdet. Ich habe echt lange nicht beim Serien schauen geheult, aber Alter Verwalter, was diese Serie mir angetan hat… Sorry ich versuch mal wieder die Countenance zu finden…

IT’S A SIN ist einfach so eine Achterbahnfahrt der Gefühle, da kommt gerade gefühlt keine andere Serie mit – also vor allem in dem Tempo. Die ersten zwei bis drei Folgen zeichnen sich durch Partystimmung, den Vibe der 80er und eine wundervolle gewählte Familie aus Freunden aus. Doch nebst hektischen Cuts, Glamour und Knick-Knack schleicht sich dieses Monster im Hintergrund herum. Wir im heute, wissen wie das Monster heißt. Doch die Protagonisten wissen nur was sie hören. Und das ist zunächst nichts. Dann bekommt das Monster einen Namen: „Die Schwulen-Krankheit“.

Die Stigmatisierung, welcher Homosexuelle in dieser Zeit ausgesetzt waren, ist kaum zu fassen. Infizierte sowie Verdachtsfälle werden behandelt als hätten sie die Pest. Kommt einem heute fast bekannt vor in Zeiten von Corona. Das Unwissen der Menschen, die nicht vorhandene Aufklärung, die Verteufelung aus den Reihen der Religion. All das führt dazu, dass auch unter den Betroffenen eine stetig wachsende Unsicherheit aufkeimt. Niemand ist sich mehr sicher. Habe ich es? Hat er es. Werden wir bestraft? Hat der Priester Recht gehabt? Stecke ich meine Freunde an, wenn ich sie umarme?

Mein Fazit

IT’S A SIN ist eine unsagbar wichtige und aufwühlende Serie. Cinematographisch und musikalisch ist jede Szene eine Granate. In den Reihen der Schauspieler wurde hier natürlich auf Authentizität gesetzt. Denn Repräsentanz schaffen ist nur der erste Schritt. Diese auch durch authentische Schauspieler zu schaffen, leider noch nicht Gang und Gäbe. Ich kann auch wirklich nicht sagen, was genau es am Cast ist. Aber ich wollte einfach von der ersten Sekunde zur Clique gehören.

Wir können unsagbar froh sein, dass die Medizin inzwischen so viel erreicht hat – und Menschen mit HIV heutzutage ein nahezu normales Leben führen können. Die Krankheit ist weiterhin nicht heilbar, aber immerhin behandelbar. Niemand muss mehr isoliert leben. Jüngst öffnete sich erst der Schauspieler Billie Porter über sein Leben mit dem Virus.

Und so bleibt mir nur zu sagen: IT’S A SIN ist das Beste, was ich dieses Jahr und seit langem gesehen habe und erhält von mir 20 von 10 Punkten (kein Typo).

Und nun ab zu meinem Interview mit dem phänomenalen Omari Douglas HIER!

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