Kaiserschmarrndrama

Review zum Heimkinostart von Kaiserschmarrndrama

Am 21. Dezember, und damit pünktlich zur Feiertags-Fernseh-Pause nach dem Mittagessen und vor dem Kaffeekranz, erscheint der siebte Film der Eberhofer-Reihe, KAISERSCHMARRNDRAMA, auf DVD und Blu-Ray. Mit gewohnt urigem Charme widmen sich die Bayern-Cops aus Rita Falks Erfolgsbüchern mal wieder irgend nem Mordfall zwischen all dem Familienchaos drumherum. Ist da irgendwie langsam irgendwie die Luft raus oder geht da noch was?

Zum Inhalt von Kaiserschmarrndrama

Die Idylle des niederbayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist in Gefahr. Das liegt weniger daran, dass das dorfbekannte Webcam-Girl ermordet wurde – diesen Fall geht der Franz mit der gewohnten Tiefenentspanntheit an. Ausgerechnet jetzt sitzt sein aufdringlicher, aber stets hilfreicher Co-Ermittler Rudi (Simon Schwarz) nach einem Unfall im Rollstuhl und gibt natürlich Franz die Schuld dafür. Als Rudi sich dann auch noch auf dem Hof einnistet und eine Rundumbetreuung von Franz erwartet, ziehen erste dunkle Wolken im Paradies auf.

Richtig bedroht wird Eberhofers Ruhe aber durch Dauerfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff), die sich mit Franz‘ verhasstem Bruder Leopold (Gerhard Wittmann) verbündet hat, um neben dem Hof ein Doppelfamilienhaus mit Gemeinschaftssauna zu bauen – was auch Papa Eberhofer gehörig gegen den Strich geht. Und als wäre das Dorfleben mit einer rebellischen Motorradgang und Marihuana- Fleischpflanzerln nicht schon bunt genug, muss Franz auch noch entdecken, dass seine Freunde Simmerl (Stephan Zinner) und Flötzinger (Daniel Christensen) Stammkunden beim Mordopfer waren.

Meine Review

Puh – normal mag ich die Eberhofer Reihe. Die Filme zeigen die typisch deutsche Dorf-Idiotie, nehmen sich selbst nicht allzu ernst und versuchen nicht auf Krampf etwas zu sein, dass sie nicht sind. Diese Formel funktioniert in meinen Augen für deutsche Produktionen am besten, denn zu häufig verstricken sich deutsche Filmschaffende in, nennen wir es mal „Hommagen“ ans US-Kino. Doch beim KAISERSCHMARRNDRAMA weiß ich nicht so recht. Da war mir irgendwie alles etwas zu viel.

Kollege Rudi sitzt auf Grund eines Unfalls im Rollstuhl, Steilvorlage für Behindertenwitze. Eberhofers verhasster Bruder ist auf einmal da, samt seiner wesentlich jüngeren, asiatischen Katalogbraut – sorgt für die Prise Rassismus und Sexismus. Aber wem das nicht reicht, dem bietet sich mit dem Mordopfer – einem Webcam-Girl noch hinreichend potenziell für weitere sexistische Abgründe. Bin ich jetzt so ein feminist buzzkill geworden? Ich befürchte fast. Aber wirklich zum Lachen hab ich da nicht viel entdeckt.

Zumal der eigentliche Fall neben dem ganzen Familiendrama um Hausbau, Bruder, Vater, Hund, Freundschaft und und und…irgendwie total nebensächlich wirkte und zu keinem Zeitpunkt auch nur die leiseste Spannung aufkam.

Mein Fazit

Irgendwie hatten die Eberhofer-Filme mal mehr Charme. Vielleicht hat man hier doch ein wenig zu sehr versucht von der Erfolgsformel abzuweichen. Marke „Viel hilft viel?“ – aber das Rezept geht leider nicht immer auf. Ein wahres KAISERSCHMARRNDRAMA. Es ist, wie als hätte man zu viel Milch an den Teig getan und es läuft einfach alles den Bach herunter.

Für das KAISERSCHMARRNDRAMA gibts von mir leider nur 4 von 10 Punkten. Und die sind eher aus Sympathie zur Reihe an sich als zu diesem Teil konkret.

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